En face

Erinnerungen an Vincent van Gogh

Chronologie aller Bände (1 - 3)

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "Erinnerungen an Edvard Munch". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Malte Lohmann beginnen. Der zweite Teil der Reihe "Erinnerungen an Vincent van Gogh" ist am 01.04.2009 erschienen. Mit insgesamt 3 Bänden wurde die Reihe über einen Zeitraum von ungefähr 17 Jahren fortgesetzt. Der neueste Band trägt den Titel "Erinnerungen an Edvard Munch".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 5
  • Ø Bewertung der Reihe: 5
  • Start der Reihe: 01.04.2009
  • Neueste Folge: 01.09.2026

Diese Reihenfolge enthält 3 unterschiedliche Autoren.

Cover: Erinnerungen an Edvard Munch
  • Autor: Stilzebach, Daniela
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.09.2026
  • Genre: Sonstiges

Erinnerungen an Edvard Munch

Wer sich auch nur entfernt für Kunst interessiert, kennt heute die Bilder von Edvard Munch: «Das Kranke Kind», die «Madonna», den «Schrei», den «Tag danach». Selbst Munchs graphischen Blätter – normalerweise eher eine Sache für Liebhaber – sind Teil eines allgemeinen Bilderwissens geworden: der «Kuss», die «Eifersucht», die «Trennung der Liebenden». Munchs Bildsprache ist virtuos und elementar zugleich, als würde hier die Kunst von Grund auf neu erfunden. Tatsächlich hat dieser Stil das Publikum bei seinem ersten Auftreten schlagartig polarisiert: Hier die Vertreter der Tradition, die Munchs demonstrative Achtlosigkeit gegenüber technische Perfektion als Schmiererei brandmarkten und seine explizite Sinnlichkeit als anstößig empfanden. Dort die offenen Geister, die fasziniert waren von der beispiel losen Intensität, mit der Munch die Tiefen des menschlichen Seelenlebens zu verbildlichen vermochte. In seiner Radikalität schien er allenfalls noch Vincent van Gogh vergleichbar, der ebenfalls voraussetzungslos die Kunst neu zu erfinden schien. Während bei dessen Aufstieg zum Weltruhm das biographische Interesse jedoch von Anfang an eine bedeutende Rolle spielte, war dies bei Munch nicht der Fall. Dabei verlief sein Leben – zumindest in der ersten Hälfte – kaum weniger bewegt. Seine Liebes- und Eifersuchtserlebnisse dürften sogar noch drama tischer verlaufen sein, und auch hier gäbe ein Akt der Selbstverstümmelung genügend Stoff zur Spekulation. Extreme Seelenzustände, die an psychiatrische Zuständsbilder erinnern, fehlen ebensowenig wie eine weitgehende Verkennung seines künstlerischen Ranges über viele Jahre hinweg. Doch Munchs sprichwörtlicher Armut in dieser Zeit eignet nichts Messianisches. Vielmehr bewegte er sich in einer Bohème, die eher mit dem Satanismus liebäugelte und die Selbstdestruktion ihrer Alkohol- und Drogenexzesse zum Prinzip erhob. Etwas Finsteres und Melancholisches schien in Munchs Wesen, etwas potentiell Gewalttätiges sogar, obwohl ihn Kinder seit je liebten und seine großzügige Uneigennützigkeit geradezu sprichwörtlich war. Einerseits als Skandalkünstler schon früh europaweit bekannt, lebte er andererseits die meiste Zeit seines Lebens als unauffälliger Ein siedler in provinzieller Zurückgezogenheit. Niemanden ließ er kalt, und so sind die Zeugnisse zu seinem Leben zahlreich. Die meisten sind jedoch nie auf Deutsch und schon gar nicht gesammelt als Buch erschienen. Der neue Band der Reihe
«en face» hält deshalb viel Überraschendes über einen Künstler bereit, den fast alle kennen und doch keiner wirklich.

Cover: Erinnerungen an Vincent van Gogh
  • Band: 1
  • Autor: Lohmann, Malte
  • Anzahl Bewertungen: 2
  • Ø Bewertung: 5.0
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.04.2009
  • Genre: Sonstiges

Erinnerungen an Vincent van Gogh

Der fanatische Missionar unter den Armen; der Wahnsinnige, der sich ein Ohr abschnitt; der Künstler, der nur ein Bild verkaufte; das verkannte Jahrhundertgenie, dessen Werke heute zu den teuersten Spekulationsobjekten des Kunstmarkts zählen – das Bild Vincent van Goghs ist geprägt von Extremen, Klischees und Mythen. Die Legendenbildung um ihn setzte schon bald nach seinem Selbstmord im Jahr 1890 ein und schuf eine Kunstfigur, die bis heute die Wahrnehmung seiner Person maßgeblich prägt. Doch was weiß man tatsächlich über den Menschen van Gogh?

Das Buch läßt die Zeitgenossen sprechen, die unmittelbar mit van Gogh zu tun hatten. Es versammelt Berichte und Erinnerungen von Kollegen, Freunden und Verwandten. Dokumentiert werden Äußerungen zu seiner öffentlichen Erscheinung und amtliche Zeugnisse über die dramatischen Ereignisse seiner Biographie. Verschiedene Beiträge erscheinen erstmals auf Deutsch bzw. in Buchform.

Van Goghs Bruder Theo, dessen Frau Johanna und die Schwester Elisabeth kommen ebenso zu Wort wie seine Künstlerfreunde Paul Gauguin, Toulouse-Lautrec, Signac oder Émile Bernard. Doch auch weniger bekannte Wegbegleiter, wie sein Dordrechter Zimmergenosse Görlitz, der Lateinlehrer Mendes da Costa und die Ärzte der letzten Lebensjahre legen hier Zeugnis ab. Trotz mancher Widersprüche und Stilisierungen tritt hier ein anderer van Gogh zutage: der zuverlässige Freund und Bruder, der von seinen Kollegen schon früh bewunderte Künstler, der mit großer Disziplin an seinem enormen Werk arbeitet und sich energisch für seine avantgardistischen Mitstreiter einsetzt. Mit zahlreichen Illustrationen versehen, ermöglicht der Band einen neuen Zugang zum Menschen van Gogh.

'Vincent war vor allem ein elender, armseliger Mensch,
klein (stehen Sie bitte auf! etwa von Ihrer Größe), mager.'
Dr. Félix Rey gegenüber Max Baumann, 1928

'Er war ein wahrer Freund und ein Künstler –
etwas Seltenes in der heutigen Zeit.'
Paul Gauguin an Theo van Gogh, 1890



'Ein reich bebilderter, gut kommentierter Quellenband voll faszinierender Details.'
ART Kunstmagazin

'Die mit Illustrationen, Fotos und Dokumenten bestückten Puzzleteile runden sich zu einem facettenreichen Porträt, das den Menschen van Gogh skizziert.'
Börsenblatt des Deutschen Buchhandels

'Eine das van Gogh-Bild revolutionierende Neuerscheinung. Dokumente und Berichte all jener Zeitzeugen, die Vincent van Gogh noch persönlich kennengelernt haben. Aus der Legende vom manischen Genie wird wieder ein klug reflektierender Künstler, der genau wußte, was er wollte.'
DIE ZEIT
Cover: Erinnerungen an Rainer Maria Rilke
  • Band: 4
  • Autor: Ebneter, Curdin
  • Anzahl Bewertungen: 3
  • Ø Bewertung: 5.0
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 21.11.2022
  • Genre: Sonstiges

Erinnerungen an Rainer Maria Rilke

Der Sohn eines Eisenbahnbeamten, der wie Onkel und Mutter eine Schwäche für den Adel hatte. Der Ehemann, den es aus dem norddeutschen Moor nach Paris zog. Der Kriegsgegner, dessen Cornet in den Schützengräben beider Seiten gelesen wurde. Der heimatlos Umherziehende, der manchmal in Schlössern zu Gast war. Ein Liebling der Frauen, der auf mönchische Zurückgezogenheit hielt. Der Turmbewohner im Wallis, der zwei der berühmtesten Gedichtzyklen der Weltliteratur schuf. Doch was weiß man wirklich über den Menschen Rainer Maria Rilke?

Kaum ein anderer Autor scheint besser geeignet, en face porträtiert zu werden als Rilke – schon sein Äußeres wirkte auf viele Zeitgenossen faszinierend: seine eisblauen Augen, sein Seehundschnauzbart und seine sensiblen Hände. Rätselhaft erschien sein bindungsloses Leben zwischen Prag, Berlin, München, Worpswede, Wien, Venedig, Rom und Duino. Vor allem aber übte seine Dichtung eine magische Anziehungskraft aus – eine Wirkung, die bis heute nicht nachgelassen hat. Verfestigt hat sich dabei das Bild eines großen Dichters, dessen Aura ihn von aller Lebensnähe entrückt. Folgerichtig erschienen die Ausgaben seiner Briefe meist ohne die Antworten seiner KorrespondentInnen; die Erinnerungen von Literaten, Freunden, Verehrerinnen und Zufalls besuchern wurden, wenn überhaupt, nur an ephemeren Orten publiziert. Kaum rezipiert sind schließlich die aufschlußreichen fremdsprachigen Rilke-Erinnerungen aus Skandinavien, Rußland, Frankreich und Italien.

Mit dem 4. Band der Reihe En Face liegt erstmals eine umfassende Sammlung von Berichten vor, die Rilke aus der Perspektive seiner Zeitgenossen zeigen; darunter sind prominente Namen wie Stefan Zweig, Thomas Mann, Jean Cocteau oder Boris Pasternak, aber auch Stimmen von nebenan. Dokumentiert sind despektierliche Militäranekdoten von Theodor Csokor und Pikanterien von Claire Goll neben Berichten über glückliche Tage in der Schweiz oder von Begegnungen mit dem wahlverwandten Paul Valéry. Rund 900 Zeugnisse und zahlreiche unbekannte Fotos machen einen der größten deutschsprachigen Lyriker ganz neu zugänglich.

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