
Titel: Wie wir werden, was wir sind
"Doch wäre traurig zu werden eine Entscheidung, hätte ich mich längst schon dagegen entschieden.” S.305
Ich finde das Cover richtig schön. Es sieht wie ein echtes Gemälde aus. Toll finde ich, wie der Titel sich in das Cover einfügt. Sehr gelungen.
Beim ersten Kapitel hatte ich ein wenig Schwierigkeiten und schon Bedenken, dass ich mit den ganzen Namen und Generationen nicht klar komme. Aber ab dem zweiten Kapitel, also nach wenigen Seiten, war es dann viel einfacher und die Geschichte konnte mich komplett fesseln. Ich habe mir am Anfang sogar einen Stammbaum der Familie angelegt, den ich dann aber gar nicht mehr benötigte.
Das Themen “Wie wir werden, was wir sind” und der vererbte Schmerz sind in dieser Geschichte sehr intensiv und eindrücklich abgebildet. Alle Geschichten empfand ich als so unglaublich traurig und hatte mit allen vier Frauen sehr viel Mitleid. Die Schmerzen und das Leid der Frauen konnte ich gut nachvollziehen. Die meiste Zeit hatte ich beim Lesen einen dicken Kloß im Hals und habe an mehreren Stellen Rotz und Wasser geweint.
Ich habe unweigerlich über meine eigene Familie nachgedacht und hätte große Lust, jetzt selbst auf Recherchereise zu gehen.
Das Buch ist nicht zuletzt ein eindrucksvolles Portrait des Rollenbild der Frau in den letzten 100 Jahren.
Aber es ist definitiv keine leichte Kost. Es geht um Vergewaltigung, Kindesentzug, Misshandlung auch von Kindern, Depressionen, Suizid und toxische Beziehungen.
Ich weiß nicht, wann mich ein Buch das letzte Mal so berührt hat und ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten.
Absolute Leseempfehlung für alle, die bewegende Familiengeschichten auf verschiedene Zeitebenen mögen.