
Titel: Der Untertitel beschreibt es am besten
Gleich zu Beginn muss ich wohl zugeben, dass mich der Titel eigentlich gar nicht angesprochen hat, jedoch der Zusatz hierzu: "Eine märchenhafte Erzählung über das Wunder der Unsterblichkeit und den Sinn des Lebens". So nichtssagend das eine ist, umso beschreibender ist der Untertitel. Zutreffender hätte man es wohl gar nicht formulieren können.
Aber nun von vorne beginnend: Sophie bekommt mit, dass irgendetwas nicht stimmt. Ihre Mutter verhält sich komisch und plant plötzlich eine Reise zu einer exotischen Insel. Durch ein belauschtes Telefongespräch bekommt die junge Teenagerin mit, dass sie unheilbar erkrankt sei und die Tage/Wochen auf der Insel wohl zu ihren letzten gehören würden. Von dieser Nachricht regelrecht betäubt, reagiert Sophie erstmal so gut wie gar nicht. Erst auf der Insel scheint sie wieder ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und genau dann beginnt die märchenhafte Erzählung.
Einerseits möchte ich nicht zuviel von der Handlung verraten, andererseits ist die Geschichte so pur und voller Eindrücke. Emotionen sind dauerhaft zu spüren, aber nicht im "lauten" Sinne, sondern so, dass sie einen wie kleine Wellen mit sich nehmen und dann auch irgendwie komplett vereinnahmen. Der Fokus wird ganz klar auf Sophies emotionale Entwicklung gesetzt. Diese ist enorm und gleichzeitig nicht ausufernd oder extrem. Sie schaltet ab und wird aber zusätzlich mit mehr Wissen beschenkt. Das mag sich alles sehr gegensätzlich anhören, jedoch habe ich es so empfunden, dass eben nicht die naheliegendsten Emotionen, wie extreme Trauer, Verleugnung oder Wut im großen Maße auftauchen, sondern eine sehr inspirierende Initiative wieder selbst Herr der Lage zu werden. Selbständigkeit auf eine viel weitere Art und Weise.
Ich fand es gut, dass die Mentorenrolle nicht von einer Person übernommen wurde, sondern genau an dieser Stelle die "märchenhafte" Komponente griff. Es kam mir beim Lesen auch nicht abwegig vor, denn die Konversationen haben sich ideal eingefügt und zur Geschichtsentwicklung beigetragen.
Als Mutter empfand ich die Storyline natürlich als sehr emotional aufgeladen und fand es schwer, meine eigene persönliche Beziehung zu meinem Kind dabei auszublenden.
Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, bewegt, lenkt und auch zum Umdenken inspiriert.
5/5San