
Titel: Historische Fantasy aus China
China im dritten Jahrhundert nach Christus: Vor dreihundert Jahren, verschwand die komplette Magie aus China. Doch nun scheint es, dass zumindest das Böse, das sich vom Groll der Menschen ernährt, wieder in die Welt eindringen möchte. Chen Xing, ist nicht nur der letzte Exorzist, sondern steht auch unter besonderem göttlichen Schutz, der ihm Glück verleiht, und kann zudem eine sogenannte Herzenslampe wirken. Er macht sich auf die Suche nach seinem Schutzpatron, der ihn, während er selbst das Böse vertreibt, beschützen soll. Die Herzenslampe führt ihn zu Xiang Shu, der aber weder sein Schutzpatron sein, noch irgendetwas mit ihm zu tun haben möchte. Dennoch verstrickt sich das Schicksal der beiden, und sie müssen schon bald gegen gefährliche Gegner kämpfen.
Der Roman spielt vor dem realen historischen Hintergrund zur Zeit der Regierung Fu Jians, der auch eine wichtige handelnde Rolle in der Geschichte spielt, neben weiteren historischen Persönlichkeiten. So lernt man als Leser:in während des Lesens gleichzeitig viel über China und seine Geschichte, wozu auch die Fußnoten und die vielen Zusatzinformationen im Anhang beitragen. Die historischen Details fand ich persönlich sehr interessant, so dass sie meinen Lesefluss nicht gehemmt haben.
Die beiden Protagonisten mochte ich schnell, auch Xiang Shu, der nicht gerade der Freundlichste ist. Ich war gespannt, was man über seine Hintergrundgeschichte erfahren wird, mich hat auch fasziniert, wie kompromisslos und geschickt er kämpfen, aber auch, wie loyal er sein konnte. Seine Kampfkunst hat mich an Filme wie „Tiger and Dragon“ erinnert.
Manchmal war der Roman für mich nicht ganz leicht zu lesen, ich habe ein bisschen den Überblick über die eine oder andere Szene verloren, insgesamt aber der Handlung gut folgen können. Hin und wieder hatte ich das Gefühl, dass die Übersetzung nicht ganz rund ist, wenn zum Beispiel Chen Xiang etwas „schamlos“ sagt, für mich im Kontext aber eher „verschämt“ gepasst hätte. Oder wenn an einer bestimmten Stelle fünf Wörter stehen sollen, es dann aber sechs sind.
Die Geschichte ist spannend und nimmt gegen Ende immer phantastischere Züge an. Immer wieder einmal mischt sich auch Humor in die Erzählung, oft auch in Zusammenhang mit Chen Xings Glück. Es handelt sich um einen ersten Band, so dass die Geschichte zwar ohne großen Cliffhanger endet, aber eben auch noch nicht zu Ende erzählt ist. Die Danmei-Thematik ist bereits vorhanden, es gibt aber noch keine Liebesbeziehung.
Es gibt nicht nur eine Karte und vielfältiges zusätzliches Material im Anhang, man sollte unbedingt auch das Nachwort lesen, sondern auch mehrere im selben Stil wie das Cover gezeichnete Illustrationen im Roman, die die beiden Protagonisten in Romanszenen zeigen.
Ich kannte bisher weder den Autor noch Danmei, habe aber Lust auf mehr bekommen. Man muss sich vielleicht ein bisschen einlassen auf die Erzählweise und die Geschichte, aber es lohnt sich, ich freue mich auf die weiteren Bände.