
Titel: Spannender Küstenkrimi mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern
Mit diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Herzberg seine Ermittler Ina Drews und Jörn Appel in ihren siebten gemeinsamen Fall. Innerhalb der Krimi-Reihe „Zwischen Mord und Ostsee“ ist dies bereits der neunte Band, die weiteren Bände stammen aus der Feder von Nele Bruun, die hier allerdings mit eigenen Ermittlern am Start ist.
Eigentlich hatte Thomas Herzberg die gemeinsame Zeit von Ina und Jörn vor zwei Jahren beendet, als sich diese nach Berlin bzw. Kiel haben versetzen lassen. Umso überraschender kommt es nun zu einer Rückkehr an alter Wirkungsstätte. Und das Ende lässt durchaus die Hoffnung, dass es nicht bei einem einmaligen Auftritt der beiden ungleichen Ermittler bleibt.
Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden der Reihe, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.
Nach zwei Jahren treffen sich Ina und Jörn auf der Beerdigung eines ehemaligen Kollegen in Flensburg wieder. Als im Yachthafen der Stadt die Leiche eines Mannes auf seinem Schiff gefunden wird, sollen sie eigentlich nur kurz und aushilfsweise nach dem Rechten sehen, da ihre Nachfolger gerade in Büsum ermitteln. Doch der vermeintliche Unfall entpuppt sich schnell als Mord und so stecken die beiden Ermittler unvermittelt in einem undurchsichtigen Fall, in dem es nicht bei einer Leiche bleibt. Doch funktionieren Ina und Jörn nach der langen Unterbrechung überhaupt noch als Team ?
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet dabei eine ausgewogene Mischung aus Krimihandlung und Lokalkolorit. Am Ende des zuweilen doch recht wilden Treibens gibt es eine überraschende, aber dennoch schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Vor allem das Zusammenspiel von Ina und Jörn funktioniert nach gewissen Anlaufschwierigkeiten wieder ziemlich gut und macht Lust auf mehr.
Wer auf spannende Kriminalromane aus dem hohen Norden steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für mögliche weitere Auftritte der Ermittler bleibt aber noch ein wenig Luft nach oben.
4/5ech