Autor: Dusade, Alexandre

© Alexandre DuSade

Alexandre Dusade

Alexandre Dusade

Literatur jenseits der Komfortzone – Willkommen im Zirkus der Verderbtheit

Verehrtes Publikum, treten Sie näher.

Lassen Sie die Gewissheiten des Alltags für einen Augenblick hinter sich, legen Sie Ihre Vorurteile an der Garderobe ab und schenken Sie jenen Geschichten Ihr Gehör, die sich beharrlich weigern, dem guten Geschmack der Gesellschaft Folge zu leisten.

Doch seien Sie gewarnt: Nicht jede Vorstellung endet mit Applaus. Nicht jeder Held verdient Bewunderung. Und nicht jedes Monster trägt die Fratze, die man ihm gemeinhin zuschreibt.

Willkommen in der literarischen Welt von Alexandre Dusade.

Der Autor – oder: Von der wunderbaren Unart, selbst zu denken

Alexandre Dusade schreibt über das, worüber man in vornehmer Gesellschaft vorzugsweise schweigt. Über menschliche Begierden, über Schuld und Sühne, über Liebe, Obsession und die bemerkenswerte Fähigkeit des Menschen, seine eigenen Abgründe hinter einer wohlgepflegten Fassade aus Anstand und Rechtschaffenheit zu verbergen.

Seine Geschichten führen dorthin, wo die Moral zu wanken beginnt, gesellschaftliche Konventionen ihre Unantastbarkeit verlieren und der Mensch mit jenen Eigenschaften seiner Natur konfrontiert wird, die er beim Nachbarn nur allzu gern verurteilt.

Dabei bedient sich Dusade unterschiedlicher literarischer Gewänder. Historische Romane, Gothic, Erotik, Horror und Elemente des klassischen Schauerromans bilden die Kulissen seiner Erzählungen. Mal führt der Weg durch die Gassen des vorrevolutionären Frankreichs, mal in die düsteren Winkel einer Welt, in der übernatürliche Wesen den Menschen einen Spiegel vorhalten.

Die eigentliche Hauptrolle jedoch spielt beinahe immer derselbe Akteur: der Mensch selbst.

Ein eigentümliches Geschöpf, das sich mit Vorliebe zur Krone der Schöpfung erklärt, während es nicht selten mit bemerkenswerter Hingabe an seiner eigenen Verdammnis arbeitet.

Dusades Figuren sind deshalb nur selten Helden im herkömmlichen Sinne. Sie begehren, zweifeln, lieben, hassen und scheitern. Sie treffen Entscheidungen, deren Folgen sich nicht mit einer wohlformulierten Entschuldigung aus der Welt schaffen lassen. Mitunter sind sie Opfer, mitunter Täter – und gelegentlich beides zugleich.

Gut und Böse erscheinen dabei weniger als zwei sauber voneinander getrennte Lager denn als die gegenüberliegenden Seiten einer Maske, die der Mensch je nach Gelegenheit zu tragen versteht.

Die Provokation ist für Dusade kein Selbstzweck. Sie dient vielmehr dazu, Fragen aufzuwerfen, die hinter gesellschaftlichen Gewissheiten allzu leicht verloren gehen.

Woher stammt unsere Vorstellung von Moral? Wer entscheidet, welche Begierden verwerflich sind? Und weshalb verurteilen wir bisweilen mit besonderer Leidenschaft gerade jene Eigenschaften, die wir selbst im Verborgenen pflegen?

Dusade erhebt nicht den Anspruch, auf diese Fragen endgültige Antworten zu besitzen.

Er zieht es vor, die Manege auszuleuchten und dem Publikum die Entscheidung zu überlassen, ob es über die vorgeführten Gestalten lachen, weinen oder erschrocken sein eigenes Spiegelbild erkennen möchte.

Die Metze – Das Leben einer Geächteten

Redrum Verlag | ISBN 978-3-95957-155-5

Frankreich im 18. Jahrhundert.

Eine Epoche prunkvoller Gewänder, höfischer Etikette und wohlformulierter Tugendhaftigkeit. Eine Zeit, in der die feine Gesellschaft ihre moralischen Ansprüche mit beinahe religiöser Inbrunst zur Schau stellt, während sich hinter verschlossenen Türen eine mitunter gänzlich andere Wirklichkeit offenbart.

Inmitten dieser Welt begegnet der Leser Annabelle.

Eine Frau, deren Lebensgeschichte von Verlust, Ausbeutung, Begierde, Zuneigung und einer schier unerschöpflichen Sehnsucht nach Selbstbestimmung geprägt ist.

Die Metze erzählt von einem Menschen, dem früh das Recht genommen wird, über sein eigenes Schicksal zu entscheiden. Von den Spuren, die Gewalt und Abhängigkeit hinterlassen, und von der Frage, ob ein Mensch den Schatten seiner Vergangenheit jemals vollständig entkommen kann.

Dabei verzichtet der Roman auf die bequeme Einteilung seiner Figuren in Unschuldige und Verdorbene. Denn auch jene, denen Unrecht widerfahren ist, bleiben nicht zwangsläufig frei von Schuld.

Annabelles Geschichte ist somit weit mehr als die Chronik einer Frau, die in einer erbarmungslosen Gesellschaft um ihren Platz kämpft.

Sie ist zugleich ein Blick auf die Widersprüche menschlicher Natur.

Auf die erschreckend schmale Grenze zwischen Liebe und Besitzanspruch, zwischen Überleben und moralischer Verantwortung, zwischen dem Wunsch nach Gerechtigkeit und dem Verlangen nach Vergeltung.

Ein düsteres historisches Drama, das nicht um die Gunst seiner Leser buhlt, sondern ihnen eine Lebensgeschichte anvertraut, deren Widersprüche sie selbst beurteilen müssen.

Denn wer vermag schon mit Gewissheit zu behaupten, unter denselben Umständen ein besserer Mensch geworden zu sein?

Soledad – Von der Unsterblichkeit und ihren Schatten

Redrum Verlag | ISBN 978-3-95957-233-0

Was wäre die Ewigkeit wert, wenn alles, was man liebt, dem unerbittlichen Lauf der Zeit unterworfen bleibt?

Mit Soledad öffnet Dusade die Pforten zu einer Welt, in der die Grenzen zwischen Mensch und Monster, Liebe und Obsession, Leben und Tod ihre vermeintliche Eindeutigkeit verlieren.

Im Mittelpunkt steht eine außergewöhnliche Frau, deren Existenz sich den gewöhnlichen Gesetzen menschlicher Vergänglichkeit entzieht.

Doch was auf den ersten Blick wie ein Geschenk erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als eine Bürde, deren Gewicht mit jedem vergehenden Menschenleben zunimmt.

Der Vampirmythos dient dabei nicht allein als Kulisse für eine düstere Geschichte voller Leidenschaft, Gewalt und übernatürlicher Begegnungen.

Er wird zum Instrument einer unbequemen Betrachtung.

Was macht den Menschen menschlich? Ist es seine Sterblichkeit? Seine Fähigkeit zur Liebe? Oder vielleicht gerade seine Neigung, jene Wesen zu Monstern zu erklären, deren Natur er weder begreift noch zu akzeptieren bereit ist?

Soledad selbst entzieht sich einfachen moralischen Urteilen. Sie ist weder die romantisch verklärte Erlöserin noch das gedankenlose Ungeheuer, das mancher hinter ihren Fangzähnen vermuten mag.

Sie ist ein Wesen voller Widersprüche, dessen Verlangen nach Nähe und Zuneigung nicht weniger aufrichtig erscheint, weil es von einer dunklen Natur begleitet wird.

Zwischen Gothic, Erotik und Horror entfaltet sich eine Geschichte über Einsamkeit, Verlust und die Frage, ob selbst ein unsterbliches Herz an der Endlichkeit der Liebe zerbrechen kann.

Denn möglicherweise ist nicht der Tod das größte Unglück.

Vielleicht ist es die Vorstellung, ihn niemals selbst erfahren zu dürfen.

Dusades Kompendium – Ein Sammelsurium unbequemer Gedanken

Wer nun glaubt, Alexandre Dusade beschränke seine Betrachtungen menschlicher Abgründe auf die Seiten seiner Romane, der irrt.

Mit Dusades Kompendium öffnet sich eine weitere Tür seiner literarischen Manege.

Hier finden sich keine fortlaufenden Romanhandlungen, sondern kurze philosophische, gesellschaftskritische und kulturhistorisch angehauchte Betrachtungen über jene Themen, die seit Jahrhunderten gleichermaßen Faszination, Abscheu und gelegentlich einen bemerkenswerten Aufruhr hervorrufen.

Libertinage und Moral, Religion und Sünde, menschliche Grausamkeit, gesellschaftliche Tabus und die ewige Anziehungskraft des Verbotenen bilden nur einen Teil dieses eigentümlichen Sammelsuriums.

Auch historische Persönlichkeiten wie der Marquis de Sade, Aleister Crowley oder Anton Szandor LaVey betreten die Bühne.

Nicht, um als unfehlbare Vorbilder gefeiert zu werden, sondern um als Ausgangspunkte für die Betrachtung menschlicher Überzeugungen und Widersprüche zu dienen.

Daneben begegnet das Publikum Vampiren, Todsünden, religiösen Vorstellungen, historischen Grausamkeiten und nicht zuletzt den grotesken Erscheinungen unserer modernen Gesellschaft.

Denn so sehr sich Kleidung, Sprache und technische Errungenschaften über die Jahrhunderte verändert haben mögen, scheint der Mensch seine grundlegenden Eigenarten mit erstaunlicher Beharrlichkeit zu bewahren.

Er liebt und hasst, verurteilt und begehrt, erhebt moralische Ansprüche und findet zugleich immer neue Möglichkeiten, sie bei passender Gelegenheit zu umgehen.

Das Kompendium möchte deshalb nicht belehren.

Es möchte zum Nachdenken verführen.

Seine Beiträge sind Einladungen, vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und sich gelegentlich der wunderbaren Unart hinzugeben, eine eigene Meinung zu entwickeln.

Ein wenig schwarzer Humor darf dabei ebenso wenig fehlen wie die Bereitschaft, sich selbst und die eigene Weltsicht nicht allzu ernst zu nehmen.

Schließlich wäre es doch ausgesprochen grotesk, die menschliche Heuchelei anzuprangern und dabei die eigene Unfehlbarkeit zu verkünden.

La vie est grotesque – Ein Blick hinter den Vorhang

Doch wie entstehen jene Geschichten, deren Figuren bisweilen ein Eigenleben entwickeln, das ihrem Schöpfer selbst nicht immer geheuer erscheint?

Was geschieht zwischen der ersten Idee und dem letzten gesetzten Punkt?

Und wie oft muss ein Autor erkennen, dass seine sorgfältig erdachte Handlung von den eigenen Protagonisten mit bemerkenswerter Dreistigkeit über den Haufen geworfen wird?

Mit La vie est grotesque ist eine weitere Beitragsreihe angedacht, die sich eben diesen Fragen widmen soll.

Weniger philosophische Betrachtung der großen Welt, mehr ein gelegentlicher Blick in die Schreibstube.

Hier soll der Mensch hinter der Autorenmaske zu Wort kommen.

Nicht als allwissender Herrscher über seine literarischen Geschöpfe, sondern als Geschichtenerzähler, der Ideen entwickelt, verwirft, neu zusammensetzt und bisweilen selbst überrascht feststellen muss, wohin ihn seine Figuren führen.

Gedanken über das Schreiben, die Entstehung von Charakteren, historische Recherchen, erzählerische Entscheidungen und die gelegentlichen Absurditäten eines Autorenlebens sollen ihren Platz finden.

Denn so düster die Geschichten auch sein mögen, ihre Entstehung ist keineswegs frei von Humor.

Und wer behauptet, das Schreiben sei eine stets würdevolle Angelegenheit, hat vermutlich noch nie mehrere Stunden damit verbracht, einen fiktiven Menschen davon zu überzeugen, endlich das zu tun, was ursprünglich für ihn vorgesehen war.

Der Zirkus der Verderbtheit – Eine Manege für die menschliche Natur

Über all diesen Geschichten, Gedanken und literarischen Unternehmungen erhebt sich schließlich eine gemeinsame Kulisse.

Der Zirkus der Verderbtheit.

Er ist mehr als der Titel eines Romanprojekts.

Er ist Sinnbild und Bühne einer literarischen Welt, in der die menschliche Natur selbst zur Hauptattraktion wird.

Stellen Sie sich eine Manege vor.

Schwere Vorhänge aus rotem Samt, flackernde Kerzen, das Knarren alter Holzdielen. Ein Harlekin, dessen Lächeln ebenso wenig Vertrauen erweckt wie die Versprechungen eines Höflings. Ein Publikum, das voller Erwartung auf die nächste Vorstellung blickt.

Doch wer steht tatsächlich im Mittelpunkt?

Der Akteur, der seine Sünden vorführt?

Der Richter, der sich anmaßt, über sie zu urteilen?

Oder der Zuschauer, der sich am Unglück anderer ergötzt und dabei erleichtert feststellt, selbst nicht auf der Bühne zu stehen?

Der Zirkus der Verderbtheit verkörpert jene Fragen, die Dusades Schaffen durchziehen.

Hier begegnen sich Schönheit und Hässlichkeit, Tugend und Laster, Liebe und Grausamkeit. Hier verlieren gesellschaftliche Rollen ihre Gewissheit, und die Masken des Alltags beginnen zu bröckeln.

Es ist eine Welt, in der die Grenzen zwischen Darsteller und Publikum fließend werden.

Denn möglicherweise sitzt das eigentliche Monster nicht auf der Bühne.

Vielleicht trägt es Abendgarderobe, applaudiert begeistert und verlässt anschließend mit erhobenem Haupt die Vorstellung.

Der Zirkus ist damit nicht nur ein Schauplatz, sondern auch eine Metapher für das menschliche Zusammenleben.

Wir alle spielen unsere Rollen.

Wir alle tragen Masken.

Und wir alle hoffen insgeheim, dass niemand allzu genau hinter unsere Kulissen blickt.

Der Mensch hinter den Geschichten

Bei aller Freude an der Provokation und der Lust am Grotesken bleibt für Alexandre Dusade eines von besonderer Bedeutung:

Dass seine Geschichten gelesen und verstanden werden.

Nicht der kommerzielle Erfolg steht im Mittelpunkt seines schriftstellerischen Selbstverständnisses, sondern die Möglichkeit, Menschen mit seinen Erzählungen zu erreichen.

Sie zum Nachdenken zu bewegen, sie emotional zu berühren und ihnen vielleicht eine andere Perspektive auf jene Dinge zu eröffnen, die sie bislang für selbstverständlich hielten.

Dabei verlangt Dusade von seinen Lesern weder Zustimmung noch Bewunderung.

Im Gegenteil.

Eine Geschichte darf Widerspruch hervorrufen. Eine Figur darf Abscheu erregen. Und eine Überzeugung darf sich als Irrtum erweisen.

Denn Literatur muss nicht immer bestätigen, was wir ohnehin zu wissen glauben.

Manchmal besteht ihre größte Stärke gerade darin, uns mit Fragen zurückzulassen, auf die wir keine bequeme Antwort finden.

Vielleicht ist dies letztlich auch das eigentliche Anliegen des Autors.

Nicht, der Welt einen weiteren moralischen Lehrmeister zu schenken.

Sondern einen Geschichtenerzähler, der die Vorhänge ein wenig zur Seite zieht und das Publikum einlädt, selbst hinzusehen.

Ein letztes Wort an das verehrte Publikum

So stehen Sie nun vor den Toren einer Manege, deren Vorstellungen nicht immer den Regeln des guten Geschmacks folgen.

Sie werden Menschen begegnen, die lieben und leiden, die begehren und zerstören, die an ihren Überzeugungen festhalten oder an ihnen zugrunde gehen.

Sie werden Zeuge menschlicher Größe und erschreckender Niedertracht.

Vielleicht werden Sie lachen.

Vielleicht werden Sie den Kopf schütteln.

Möglicherweise werden Sie das eine oder andere Mal empört das Buch schließen, nur um es wenig später doch wieder aufzuschlagen.

All das sei Ihnen von Herzen gegönnt.

Nur eines wäre bedauerlich: die Vorstellung zu verlassen, ohne wenigstens einen Gedanken mit hinauszutragen.

Denn die Welt ist grotesk genug, um Stoff für unzählige Geschichten zu liefern.

Und der Mensch?

Nun, verehrtes Publikum ...

Der Mensch bleibt ihre größte Attraktion.

Alexandre Dusade

Willkommen im Zirkus der Verderbtheit.

Der Vorhang hebt sich. Die Vorstellung hat längst begonnen.

Fragen an Alexandre Dusade

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Soledad

Soledad

»Wenn der Jäger zur Beute wird, wer mag vorhersagen, wessen Herz zu schlagen vergisst?« Soledad, die überraschte Erbin eines prächtigen Anwesens, lässt sich im pulsierenden Londoner West End nieder. In den Schatten der Großstadt hätte sie nie erwartet, die Liebe ihres Lebens zu finden.