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Tom Kristensen

Tom Kristensen (1893–1974) wurde in London geboren und wuchs in Kopenhagen auf. 1919 schloss Kristensen sein Lehramtsstudium ab, arbeitete als Englischlehrer an einer Kopenhagener Handelsschule und trat 1920 mit einem ersten Gedichtband als Schriftsteller in Erscheinung. Er verfasste expressionistisch beeinflusste Gedichte sowie Novellen und Romane. Sein legendärer Roman »Absturz« – laut Knut Hamsun »ein Geniestreich und ein Riesenwerk« – hat bis heute nichts von seiner Strahlkraft verloren. Daneben verfasste Tom Kristensen als Literaturredakteur Rezensionen und Gelegenheitsgedichte für die Tageszeitung »Politiken« und bestimmte das literarische Leben Kopenhagens mit. »Absturz« sei nicht nur ein Schlüsselroman, sagte er einmal, sondern »ein ganzer Schlüsselbund«. Beeinflusst von Sigmund Freud und der literarischen Moderne um James Joyce und Ernest Hemingway (die er, neben William Faulkner und T. S. Eliot, ins Dänische übersetzte), wurde der radikale Modernist Kristensen selbst zum Bezugspunkt nachfolgender Schriftstellergenerationen. Ab 1946 lebte er bis zu seinem Tod auf der dänischen Ostseeinsel Thurø.
Absturz

Absturz

Tom Kristensen (1893–1974) schuf mit seinem bis heute bedrohlich funkelnden »Absturz« eine skandinavische Antwort auf die modernen Monumentalromane der 1920er Jahre, von Proust über Joyce und Céline bis zu Musil. Ole Jastrau, ehemals aufstrebender Lyriker, inzwischen Literaturkritiker bei einer liberalen Kopenhagener Tageszeitung, gerät vor unseren Augen aus dem Tritt.