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Vernon Lee

Vernon Lee ist das Pseudonym der 1856 im französischen Boulogne-sur-Mer geborenen britischen Schriftstellerin und Essayistin Violet Paget (1856–1935). Als kosmopolitische Intellektuelle, die vor allem in Italien lebte, war sie eine der schärfsten Beobachterinnen der europäischen Moderne. Bekannt wurde sie durch kunst- und musikästhetische Essays, Reiseliteratur und ihre bis heute einflussreichen Beiträge zur Theorie der Einfühlung, ebenso wie durch ihre meisterhaften Schauergeschichten. Eng verbunden mit Kreisen um Walter Pater und Henry James, mischte sich Vernon Lee früh in Debatten um Ästhetik, Ethik, Pazifismus und Feminismus ein – eine eigenwillige, kompromisslose Stimme zwischen viktorianischer Spätzeit, Décadence und beginnender Moderne.
Evangelien der Anarchie

Evangelien der Anarchie

1909 legt Vernon Lee mit dem Essayband Evangelien der Anarchie (Gospels of Anarchy) eine radikale Abrechnung mit der Kultur des 19. Jahrhunderts vor. Gemeint ist keine politische Programmschrift, sondern der Gedanke eines universellen Anarchismus: das Misstrauen gegen jedes von Menschenhand errichtete Blendwerk einer scheinbar geordneten Welt.