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Stefan Zweig

Stefan Zweig (1881-1942) war ein oesterreichischer Schriftsteller, der zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts zaehlte. Geboren in eine wohlhabende juedische Familie in Wien, genoss er eine umfassende Bildung und entwickelte frueh eine tiefe Leidenschaft fuer die Literatur und die Psychologie. Wien, das kulturelle Zentrum Europas, praegte seinen Kosmopolitismus und seinen Glauben an den geistigen Fortschritt.
Zweigs literarisches Werk ist ausserst vielfaeltig. Er schrieb Novellen, darunter Meisterwerke wie "Schachnovelle" und "Liebe auf den ersten Blick", die durch ihre feine psychologische Analyse bestechen. Daneben verfasste er brillante historische Biografien ueber herausragende Persoenlichkeiten wie Marie Antoinette, Magellan, Erasmus von Rotterdam und Mary Stuart. Diese Portraets suchten nicht nur historische Fakten, sondern die menschliche Tragik hinter den grossen historischen Figuren.
Sein Erfolg vor dem Ersten Weltkrieg war enorm. Zweig war ein gefeierter Intellektueller, ein weltweiter Pazifist und pflegte einen regen Austausch mit Zeitgenossen wie Sigmund Freud, Romain Rolland und Richard Strauss, fuer den er Libretti verfasste. Er glaubte an ein geeintes, friedliches Europa der Geister.
Der Aufstieg des Nationalsozialismus zerstoerte diese Welt endgueltig. 1934 verliess Zweig Oesterreich und ging ins Exil, zuerst nach England, spaeter nach Amerika und schliesslich nach Brasilien. Die Zersplitterung Europas und die Barbarei des Zweiten Weltkriegs stuerzten den sensiblen Humanisten in eine tiefe verzweifelte Krise. In seinem erschuetternden Buch "Die Welt von Gestern" hielt er ein leidenschaftliches Zeugnis seiner verlorenen Heimat und der untergegangenen europaeischen Kultur fest.
Am 22. Februar 1942 beging Stefan Zweig in Petropolis, Brasilien, zusammen mit seiner Frau Lotte Selbstmord. In seinem Abschiedsbrief aeusserte er seinen Respekt vor dem brasilianischen Volk, betonte aber seinen freien Willen zum Tod angesichts der bevorstehenden Weltdiktatur. Zweig hinterlaesst ein literarisches Erbe, das bis heute durch seine Empathie und Sprachgewalt fasziniert.
Amerigo Historischer Roman

Amerigo Historischer Roman

Stefan Zweigs historischer Roman "Amerigo" untersucht einen der beruehmtesten Namensgebungsfehler der Weltgeschichte: Warum traegt der Doppelkontinent den Namen des Florentiners Amerigo Vespucci und nicht den von Christoph Kolumbus?Kolumbus erreichte 1492 zwar die Neue Welt, starb aber in dem irrigen Glauben, Indien gefunden zu haben.