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Frank Trommler

Prof. Dr. Frank Alfred Trommler wurde 1939 als drittes und jüngstes Kind in der Familie Ernst und Dorothea Trommler aus Zwönitz geboren. Seine Vorfahren waren seit dem 19. Jahrhundert im Erzgebirge verwurzelt und hatten dort die bedeutende Schuhfabrik A. Trommler gegründet.
Nach dem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, in Wien und München wurde Frank Trommler 1965 zum Dr. Phil. promoviert. Er erlernte das Handwerk des Journalisten, unternahm Reisen nach Nord- und Südamerika und hielt an Goethe-Instituten in Asien Vorträge über deutsche Kultur.
Aufgrund einer Einladung unterrichtete Frank Trommler 1967-1969 als Dozent an der Harvard University deutsche Literatur und wurde 1970 an die University of Pennsylvania in Philadelphia zum Associate Professor berufen. Damit begann sein Lebensweg als Literurwissenschaftler in den USA. Als Professor ab 1974 und Gastprofessor an Princeton und der Johns Hopkins University in Baltimore lehrte er bis zu seiner Emeritierung 2007 an der University of Pennsylavnia. 1980-86 leitete er das deutsche Department, übernahm zeitweilig das Programm für Vergleichende Literaturwissenschaft und 1996-2000 kommissarisch das Slavic Department.
Als Spezialist für moderne deutsche Literatur gehört Trommler zu den ersten westlichen Germanisten, die sich nach 1970 der DDR-Literatur widmeten. Als Leiter des Humanities Program am American Institute for Contemporary German Studies in Washington 1995-2003 organisierte er die erste und einzige Serie von Workshops für amerikanische Wissenschaftler über die Stellung der Künste in der DDR und ihre Abwicklung.
Trommler engagierte sich intensiv an der Reform der amerikanischen Germanistik zu German Studies, die das Fach für amerikanische Studenten attraktiv erhielt. 1991/92 stand er der German Studies Association als Präsident vor. In Philadelphia leitete er 1994-99 eine teilweise von deutschen Stellen finanzierte Rettung der größten deutschamerikanischen Bibliothek in den USA.
Zu den Auszeichnungen gehörte 1984 ein Fellowship der Guggenheim Foundation und 2004 das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste um die deutsch-amerikanischen Beziehungen. In diesem Jahr erhielt er eine Festschrift mit dem Titel „The Many Faces of Germany. Transformations in the Study of German Culture and History.“
2014 verlieh ihm das Middlebury College in Vermont, die führende Fremdsprachenuniversität der USA, die Ehrendoktorwürde. In seiner Festrede würdigte Trommler das 100-jährige Bestehen der Middlebury Language School, die 1915 von der Germanistin Lilian Ströbel gegründet wurde. Die Jubiläumsveranstaltung brachte über hundert Master- und Doktorstudenten in zehn Sprachen zusammen.


Do r o t h e e

Do r o t h e e

Im Roman über die Thomallas rückt Frank Trommler das Schicksal des sächsischen Wirtschaftsbürgertums in seinem Auf- und Abstieg ins Blickfeld. Mit dem erfolgreichen Aufbau einer weitbekannten Schuhfirma im Erzgebirge erlangt Eugen Thomalla in Chemnitz Prominenz und im Berlin der zwanziger Jahre Weltläufigkeit.