BOETHIANA

Der Begriff der Intuition

Chronologie aller Bände (1 - 4)

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "Altern neu deuten – Philosophisch-phänomenologische Reflexionen". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Esfandiar Tabari beginnen. Mit insgesamt 4 Bänden wurde die Reihe über einen Zeitraum von ungefähr 2 Jahren fortgesetzt. Der neueste Band trägt den Titel "Anarchie und Moses – Quellen des Anarchismus im Judentum und im alten Russland".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 0
  • Ø Bewertung der Reihe: 0
  • Start der Reihe: 01.06.2024
  • Neueste Folge: 01.06.2026

Diese Reihenfolge enthält 3 unterschiedliche Autoren.

Cover: Altern neu deuten – Philosophisch-phänomenologische Reflexionen
  • Band: 196
  • Autor: Tabari, Esfandiar
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.06.2024
  • Genre: Sonstiges

Altern neu deuten – Philosophisch-phänomenologische Reflexionen

Dieses Buch beleuchtet verschiedene Aspekte der Gerontologie und der Philosophie des Alters, von Begriffsabgrenzungen bis hin zu existenzphilosophischen Betrachtungen. Es zeigt, wie der sozialkonstruktivistische Ansatz das Verständnis des Alterns beeinflusst und die Bedeutung von Wissen und Macht in der Gerontologie betont. Existenzphilosophische Ansätze vertiefen das Verständnis des Alters als existenzielle Erfahrung, während ethische Fragen, prozessphilosophische Ansätze und Generationsprobleme die Komplexität des Themas verdeutlichen. Diese Forschungsreise lädt dazu ein, die Diskussionen weiterzuführen und neue Perspektiven zu erforschen.
Cover: Der Begriff der Intuition
  • Band: 200
  • Autor: Wink, Eva
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.09.2024
  • Genre: Sonstiges

Der Begriff der Intuition

„Was ist Intuition?“ Dieses Buch begibt sich auf eine Spurensuche in die Philosophie Baruch de Spinozas und C.G. Jungs, um dem Begriff, und in gewissem Maße auch dem Phänomen, auf die Spur zu kommen.

Zu Beginn werden in einem interdisziplinären Ansatz drei unterschiedliche Deutungsweisen des Begriffs herausgearbeitet. Es finden sich Forschungen zu Intuition in Philosophie, Psychologie, und erstaunlicherweise in den Wirtschaftswissenschaften. Zu Spinozas Intuitionsbegriff wurde schon viel geforscht. Dieser Text versucht eine neue Annäherung, indem durch den Vergleich mit Jung und einen Abgleich mit den erarbeiteten Positionen neue Aspekte herausgearbeitet werden können.

C.G. Jungs Intuitionsbegriff scheint auf den ersten Blick mit Spinozas nicht viel gemein zu haben. Durch den Vergleich werden jedoch einerseits Unschärfen und blinde Flecken des jeweils anderen Ansatzes deutlich, zum anderen werden Prämissen herausgearbeitet, die eine bestimmte Deutung des Intuitionsbegriffs bedingen. Wird Intuition, insbesondere bei Spinoza, als alltägliches, lebensweltliches Phänomen betrachtet, finden sich erstaunliche Parallelen.
Cover: Anarchie und Christus: Der mystische Anarchismus des Nikolai Berdjajew
  • Band: 204
  • Autor: Heller, Mathias
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.01.2025
  • Genre: Sonstiges

Anarchie und Christus: Der mystische Anarchismus des Nikolai Berdjajew

Nikolai Berdjajew (1874–1948) war russischer Religionsphilosoph und Existentialist. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt er als einer der einflussreichsten Philosophen der Welt. Max Scheler, Oswald Spengler und Aldous Huxley waren mit ihm befreundet. Andrej Tarkovskij orientierte sich an ihm. Seine personalistische Philosophie ist auch für unsere Zeit von bleibender Bedeutung.

Bisherige Darstellungen Berdjajews haben ihn im Wesentlichen als orthodoxen Theologen interpretiert, was Berdjajew aber selbst ablehnt. Sein zentrales Thema ist die Freiheit. Deren Definition als Einsicht in die Notwendigkeit (Hegel, Marx) akzeptiert Berdjajew nicht. Jeder Mensch ist ein mit Gottebenbildlichkeit ausgestatteter Mikrokosmos. Seine Talente und Gaben sind unabhängig von sozialer Herkunft und Gesellschaft gottgegeben.

Die Aufgabe des Menschen ist es deshalb, seine konkrete Persönlichkeit zu entwickeln, die Berdjajew vor allem geistig fasst. Dabei kann wahre Gemeinschaft helfen. Gesellschaftliche Normen, Staat, Gesetze, Kirchenhierarchie und Logik aber sind nie konkret. Sie zielen aufs Allgemeine und beschneiden so die Möglichkeiten der Persönlichkeit. Jede Form des Zwangs widerspricht aber der Freiheit.

Berdjajew entwickelt dagegen seinen mystischen Anarchismus: Die Gesellschaft muss dem Menschen die Ausprägung seiner Persönlichkeit ermöglichen. Geistes- und Gewissensfreiheit sind absolut notwendig. Wie jeden Zwang lehnt Berdjajew Alternativlosigkeit, Nationalismus und Imperialismus strikt ab. Sowohl der Kapitalismus als auch der Sozialismus zerstören die Persönlichkeit, indem sie die Menschen kollektivieren. Man kann die Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen. Der Zweck heiligt nie die Mittel, eher umgekehrt.

Berdjajew fordert dagegen Toleranz, Gnade und Pazifismus ein. Ökonomisch entspricht dem der Anarchosyndikalismus. Das Reich Gottes als letzte Zielvorstellung ist nur als anarchistisches denkbar.

Cover: Anarchie und Moses – Quellen des Anarchismus im Judentum und im alten Russland
  • Band: 216
  • Autor: Heller, Mathias
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.06.2026
  • Genre: Sonstiges

Anarchie und Moses – Quellen des Anarchismus im Judentum und im alten Russland

Die jüdische Religion trägt bereits in der Bibel ein Potential des Anarchismus in sich. Gott selbst will, dass der Mensch frei sei. Schon deshalb, weil jeder Mensch gottebenbildlich ist, also prinzipiell frei und untereinander gleich, und andere weder unterwerfen noch sich selbst unterwerfen lassen darf. Menschengemachte Gesetze gelten erstmal als suspekt und werden hinterfragt.

Im zaristischen Regime wurde ein großer Teil der europäischen Juden wie der größte Teil der Bauern im westlichen Teil Russlands konzentriert. Hier organisierten sich Bauern seit Hunderten von Jahren in Obschtschiny. Dorfgemeinschaften, die unterhalb der staatlichen Ebene nach anarchistischen Grundsätzen funktionierten: Gemeineigentum an Boden, gleiche Verteilung, Rotation, Wahlen, Föderalismus. Juden durften zwar in Russland meist kein Land besitzen, aber sie stellten die Händler, Steuerpächter und Wirtsleute, kannten also die Gemeinschaften.

Das Regime konnte das riesige Land nicht verwalten, es kam zu Hungersnöten und Aufständen. Moskau suchte einen inneren Feind, schürte Antisemitismus. Die Not in den Schtetlech wurde unerträglich. Wer konnte, floh. 1910 gründeten russische Juden, motiviert vom Gedanken des Zionismus, im Heiligen Land am See Genezareth den ersten Kibbuz. Der Boden wurde von einer internationalen jüdischen Organisation aufgekauft und den Siedlern als Gemeineigentum zur Verfügung gestellt. Die Kibbuzniks einte das Ziel, das Land wieder urbar zu machen. Sie setzten in der Praxis die anarchistischen Grundsätze um, die sie von ihren gläubigen Vorvätern ererbt, von sozialistischen Theoretikern gelernt und in Obschtschiny erlebt hatten.

Die Kibbuzniks waren eine wesentliche Stütze des modernen demokratischen jüdischen Landes, bis die konservativen Regerungen ihnen die staatliche, politische und ideologische Unterstützung strichen. In den meisten Gemeinschaften blieben nur noch Rudimente des Anarchismus übrig. Dennoch erhielten über 60 Kibbuzim ihre anarchistischen Strukturen aufrecht, ein aktueller Beweis, dass es auch heute ohne Staat und verkrustete Bürokratie geht.

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