Ravel-Trilogie

Ravels Klaviermusik

Chronologie aller Bände (1 - 2)

Reihe: Ravel-Trilogie

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "Ravels Klaviermusik". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Siglind Bruhn beginnen. Der zweite Teil der Reihe "Ravels Orchester- und Kammermusik" ist am 01.11.2022 erschienen. Die Reihe umfasst derzeit 2 Bände. Der neueste Band trägt den Titel "Ravels Orchester- und Kammermusik".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 2
  • Ø Bewertung der Reihe: 5
  • Start der Reihe: 30.12.2020
  • Neueste Folge: 01.11.2022
Cover: Ravels Klaviermusik
  • Autor: Bruhn, Siglind
  • Anzahl Bewertungen: 1
  • Ø Bewertung: 5.0
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 30.12.2020
  • Genre: Sonstiges

Ravels Klaviermusik

Vorwort

Maurice Ravel wurde am 7. März 1875 in Ciboure im französischen Baskenland geboren, verbrachte sein ganzes Leben in und bei Paris und starb dort am 28. Dezember 1937 an den Spätfolgen einer ihn seit den 20er Jahren beeinträchtigenden, schleichenden aber nie eindeutig diagnostizierten Krankheit und einem am 8. Oktober 1932 erlittenen Autounfall.
Wie nicht allzu lange vor ihm Claude Debussy begann auch Ravel seine Karriere als hoffnungsvoller Pianist. Am 4. November 1889 waren der damals 14-Jährige und sein gleichaltriger Freund, der seit 1887 in Paris lebende katalanische Pianist Ricardo Viñes, zwei der 46 Bewerber um die begehrten Studienplätze am Conservatoire de Musique. Zwölf der jungen Klavierspieler – unter ihnen Viñes – wurden direkt in eine der fortgeschrittenen Klassen aufgenommen, sieben weitere – unter ihnen Ravel – einer zweijährigen Vorbereitungsklasse zugeteilt. In den Abschlussprüfungen dieser beiden Studienjahre erzielte Ravel gute Erfolge: 1890 erhielt er für seinen Vortrag einer Polonaise von Chopin und des Finale des Mendelssohn-Klavierkonzertes einen “zweiten Preis”, ein Jahr später für Schumanns g-Moll-Sonate sowie eine Hummel-Sonate sogar einen “ersten Preis”. Daraufhin stieg er zum Herbst 1891 in Charles de Bériots Klasse der Fortgeschrittenen auf, in der auch Viñes studierte. Mit diesem Erfolg endete allerdings sein Eifer beim täglichen Üben. Bériot konstatierte schon wenig später, dieser Schüler könne wohl vorzüglich spielen, wenn er übte, aber wenn er es, wie es häufig geschah, nicht tat . . .
Aufgrund dieser Nachlässigkeit wurde der 20-jährige Ravel, der in den Folgejahren keine weiteren Jahrespreise gewonnen hatte, 1895 aus der Klasse ausgeschlossen. Schockiert von diesem eigentlich vorhersehbaren Misserfolg verließ er das Conservatoire ganz und gar und beschränkte sich zunächst auf ein privates Klavierstudium, kehrte aber im Januar 1898 unter geänderten Vorzeichen an das Institut zurück, um – diesmal in Gabriel Faurés Kompositionsklasse und der von André Gedalge geleiteten Klasse für Kontrapunkt und Orchestrierung – seine Ausbildung abzuschließen. Schon kurz nach seiner 1893 erfolgten Zuteilung zum Harmonielehrekurs von Émile Pessard hatte Ravel begonnen, selbst zu komponieren, vor allem kleine Klavierstücke und Klavierlieder. Aus dieser Zeit gibt es ein aufschlussreiches Porträt aus der Feder des später weltberühmten Pianisten Alfred Cortot:

Seine ersten Kompositionsversuche für Klavier gehen auf die Studienzeit im Konservatorium zurück. Seine Mitstudenten, zu denen auch ich gehörte, entdeckten bald Anzeichen für eine einzigartige musikalische Persönlichkeit bei dem sich gern spöttisch gebenden, intelligenten und etwas distanzierten jungen Mann, der Mallarmé las und mit Erik Satie verkehrte. Wenn wir auch einige Bedenken hinsichtlich seiner pianistischen Virtuosität hatten, so war es für uns doch immer ein großer Spaß, uns zwischen zwei Unterrichtsstunden ein paar außergewöhnlich kühne Takte vorzuspielen, wobei wir uns stets darüber einig waren, dass sie aus der jeweils letzten Komposition Ravels stammen mussten.

Ravels Klavierwerk entfaltete sich in einer schöpferischen Phase von 38 Jahren, zwischen 1893 und 1931. Im Zentrum stehen die vier großen zyklischen Werke: Miroirs (1904-1905), Gaspard de la nuit (1908), Valses nobles et sentimentales (1911) und Le tombeau de Couperin (1914-1917). Diesen Hauptwerken gehen neben der mehrsätzigen Sonatine (1903-1905) vier einzeln stehende Stücke aus den ersten anderthalb Jahrzehnten seiner Schaffenszeit voraus: Sérénade grotesque (1893), Menuet antique (1895), Pavane pour une infante défunte (1899) und Jeux d’eau (1901); später entstand als Auftragswerk noch das Menuet sur le nom d’Haydn (1909).
Etwa parallel zu diesen Werken für Klavier solo komponierte Ravel drei Werke für mehrere Pianisten: das Diptychon Sites auriculaires für zwei Klaviere (1895-1897), den fünfsätzigen Märchenzyklus Ma mère l’oye für Klavier zu 4 Händen (1908-1910) sowie eine Miniatur in ungewöhnlicher Besetzung, Frontispice für zwei Klaviere zu 5 Händen (1918). Nach einem Hiatus von gut zehn Jahren, in denen er ausschließlich Vokal- und Instrumentalmusik schrieb, folgten in den Jahren 1929-1931 die zwei Klavierkonzerte. Mit dem heiteren Klavierkonzert in G-Dur hatte Ravel gehofft, seine Karriere als Pianist zu krönen, doch verhinderte dies am Ende seine fortschreitende Krankheit.
Die Kapitel bieten neben kurzen Hintergrundinformationen zu den Werken vor allem Analysen der Melodik, Rhythmik, Harmonik, Textur und Struktur. Übersetzungen, sofern nicht anders vermerkt, sind von mir.
Cover: Ravels Orchester- und Kammermusik
  • Autor: Bruhn, Siglind
  • Anzahl Bewertungen: 1
  • Ø Bewertung: 5.0
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.11.2022
  • Genre: Sonstiges

Ravels Orchester- und Kammermusik

Das vorliegende Buch, Band III einer Buchtrilogie zum Schaffen von Maurice Ravel (1875-1937), widmet sich der detaillierten Darstellung und Interpretation seiner Orchester- und Kammermusik. Das erste Kapitel präsentiert zwei literarisch inspirierte Werke (die Ouvertüre Shéhérazade gefolgt von der Ballettmusik Daphnis et Chloé mit ihren zwei Orchestersuiten), das zweite drei sinfonische Tänze (die Rapsodie espagnole, die choreographische Dichtung La Valse und den beliebten Boléro), das dritte die Kammermusik für größere Besetzungen (Streichquartett, Introduction et Allegro für Harfe mit Begleitung, Klaviertrio) und das vierte die späten Duos mit Violine (die Sonate für Violine und Violoncello, die virtuose Tzigane und die Violinsonate Nr. 2). Der Epilog beleuchtet drei instrumentale Miniaturen: die einsätzige, erst posthum verlegte Violinsonate Nr. 1, die Berceuse sur le nom de Fauré, Hommage an den verehrten Lehrer, sowie “Fanfare”, Ravels Beitrag zur Gemeinschaftskomposition L’éventail de Jeanne. Fast 200 Notenbeispiele und mehrere farbige Abbildungen illustrieren die Kapitel.

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