Schriften der Kurt Tucholsky-Gesellschaft

Nationalismus, Patriotismus, Heimatliebe bei Kurt Tucholsky und Kurt Hiller

Chronologie aller Bände (1 - 2)

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "Nationalismus, Patriotismus, Heimatliebe bei Kurt Tucholsky und Kurt Hiller". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Ian King beginnen. Mit insgesamt 2 Bänden wurde die Reihe über einen Zeitraum von ungefähr 2 Jahren fortgesetzt. Der neueste Band trägt den Titel "»Ist Tucholskys Verständnis von Pazifismus heute noch aktuell?«".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 0
  • Ø Bewertung der Reihe: 0
  • Start der Reihe: 21.03.2022
  • Neueste Folge: 06.05.2024

Diese Reihenfolge enthält 2 unterschiedliche Autoren.

Cover: Nationalismus, Patriotismus, Heimatliebe bei Kurt Tucholsky und Kurt Hiller
  • Band: 13
  • Autor: King, Ian
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 21.03.2022
  • Genre: Sonstiges

Nationalismus, Patriotismus, Heimatliebe bei Kurt Tucholsky und Kurt Hiller

Ein Tagungsband über Gemeinsamkeiten und Trennendes zweier prägender Autoren der "Weltbühne". Diese Zeitschrift, ein Forum der intellektuellen, bürgerlichen Linken, war geistige Heimat für Kurt Tucholsky und Kurt Hiller.
Beide: aus einer Alterskohorte, Berliner aus wohlhabendem, assimiliertem jüdischem Elternhaus, promovierte Juristen, innovative Publizisten, radikale Pazifisten; damit auch politische Außenseiter – in dieser Funktion löckten sie gegen Reaktion, Antiliberalismus, Militarismus, dumpfen Patriotismus, nationalistische Scheuklappen, geistige Verflachung. Ihre Sachkameradschaft mündete nicht in eine Freundschaft. Beide lebten in unterschiedlichen Räumen, mit unterschiedlichen privaten Interessen und Vorlieben, verfolgten aber die Veröffentlichungen des jeweils anderen in gegenseitiger Wertschätzung.
Der Band zeichnet ihre beiden Lebenswege kontrastiv nach. Vordringlich aber analysiert er, wie sie zu den Begriffen Heimat, Patriotismus, Nationalsinn standen, zu Begriffen, die gemeinhin von der politischen Rechten okkupiert waren. Für sie schlossen sich die Verbundenheit mit der Heimat, daraus erwachsener Patriotismus und ein Nationalgefühl, von der Aggressivität des Nationalismus gereinigt und ergänzt durch eine internationalistische Ausrichtung, nicht aus.

Die Frage nach der Heimat, nach (weiblicher) Verortung treibt auch die Autorin und Kolumnistin um, der der Kurt Tucholsky-Preis 2021 verliehen wurde. Nach Daniela Dahn und Margarete Stokowski ist Mely Kiyak erst die dritte Frau, die den Preis erhielt. Ihre Dankesrede wird in diesem Band ebenso dokumentiert wie die Laudatio von Max Uthoff.

Mit Beiträgen von Dr. Ian King, Dr. Reinhold Lütgemeier-Davin, Hans-Jürgen Bollig, Robert Färber, Dr. Harald Lützenkirchen und Dr. Daniel Münzner.
Cover: »Ist Tucholskys Verständnis von Pazifismus heute noch aktuell?«
  • Band: 14
  • Autor: Brüntrup, Bernd
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 06.05.2024
  • Genre: Sonstiges

»Ist Tucholskys Verständnis von Pazifismus heute noch aktuell?«

Die Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft fiel im Herbst 2023 in eine Zeit, die durch neue Kriege in der Welt geprägt ist. Das hat auch uns bewogen, in diesem Jahr wieder über den Dualismus von Krieg und Frieden zu debattieren, ebenso zur Stellung des Pazifismus in dieser heutigen Zeit, wie in den Jahren, in denen sich Tucholsky in anderer Situation, aber
mit bleibenden Schlussfolgerungen, mit diesem Thema auseinandersetzte. Heute müssen wir miterleben, dass bewaffnete Konflikte entfacht werden,die zuvor nicht denkbar waren. Der Überfall Russlands auf die Ukraine, der zur Zeit der Tagung schon anderthalb Jahre schlimmste Folgen zeitigte und als „Militäroperation“ kaschiert bis heute andauert, ließ andere Krisenregionen
wie in Bergkarabach in den Hintergrund treten. Jetzt erleben wir, dass nicht nur im Kosovo alte Konflikte neu aufflammen, auch in Israel und Palästina, wo die Öffentlichkeit davon ausging, dass der Status quo trotz der rechtsgerichteten Politik Netanyahus beibehalten wird. Hier wird uns vor Augen geführt, dass für die Entschärfung der Auseinandersetzungen nicht genug getan wurde, auch nicht von der internationalen Politik und von uns allen, der Zivilgesellschaft. Politiker haben sich in die Abhängigkeit der Rüstungsindustrie begeben. Unser diesjähriges Motto „Ist Tucholskys Verständnis von Pazifismus heute
noch aktuell?“ haben wir gemeinsam mit unserem vor zwei Jahren zum Ehrenvorsitzenden ernannten Dr. Ian King gefunden, dem es wichtig war, immer wieder die Lehren aus der Geschichte zu ziehen.
[...]
In der aktuellen Situation legte die Tagungsleitung Wert darauf, ein gewisses Spektrum an Meinungen und Analysen anzubieten, um in Gesprächen einem möglichst objektiven Meinungsbild nahezukommen. Gerade in einer Zeit, in der die im „Mainstream“ veröffentlichten Darstellungen wenig Raum für differenzierte Einschätzungen ließen, schien es uns wichtig, ein
Nachdenken anzuregen, auch wenn es zu kontroversen Meinungen führen sollte. Kann es in der Tat so sein, dass Russland sich vom Westen zum Krieg gegen die Ukraine gedrängt fühlte? Hat Russland nicht mit unverbesserlichen Demokratiefeinden im eigenen Land genug zu tun, als zweifellos vorhandene Nazi-Apologeten im Nachbarland zu bekämpfen? Was für
Interessen stecken dahinter? Ist die international angestrebte Zweistaatenlösung zwischen Israel und den annektierten Palästinensergebieten wirklich so unwahrscheinlich geworden, dass der brutale Überfall der Hamas zwar nicht zu rechtfertigen, aber doch irgendwie verständlich ist? Kontroversen waren vorprogrammiert. Von unseren Referenten erhielten besonders unsere früheren Vorstandsmitglieder Susanna Böhme-Kuby und Jürgen Rose, deren Erkenntnisse schon im Weltbühnen-Nachfolger Ossietzky nachzulesen waren, einigen Gegenwind. Beide stellten sich der Diskussion, wie auch schon Tucholsky, der bei zwischenstaatlichen Konflikten oft differenzierte Positionen bezog und dazu stand. Was die Tagungsleitung nicht bedacht hatte, war die Komplexität des Themas, das im vorgegebenen zeitlichen Rahmen nur angerissen, aber nicht ausdiskutiert werden konnte. Manch ein Teilnehmer verließ enttäuscht die Diskussion, andere erhielten neue Anregungen.
Letztlich konnte konstatiert werden, dass die von Tucholsky vor über 100 Jahren erhoffte Zukunft noch nicht angebrochen ist: „Es wird die Zeit kommen, wo man pathoslos und sachlich einsehen wird, daß es klüger und
ökonomischer ist, keine Kriege zu führen.“

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