
Nebel im August
Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von „Jenischen“, Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird.

Wer wagt, beginnt
Gegen eine verzagte Demokratie – wir müssen für unsere Republik streiten! Neuauflage 2018 mit einem 50-seitigen aktuellen Nachwort über das politische Jahr 2017, über persönliche Erfahrungen in den Jamaika-Sondierungen – und über Robert Habecks Vorstellungen einer anderen PolitikDie sogenannte Politik- und Parteienverdrossenheit begleitet uns seit vielen Jahren, das öffentliche Ansehen von Politikern ist erbarmungswürdig.

Der verdammte Hof
In einer der kunstvollsten und umfangreichsten Erzählungen des bosnischen Nobelpreisträgers Ivo Andrić erinnert sich ein Mönch an die Zeit, die er – von den osmanischen Behörden der Spionage verdächtigt – in Istanbuls berüchtigtem Untersuchungsgefängnis, dem »verdammten Hof«, verbracht hat: einer Stadt im kleinen, in der »Schuldige und fälschlich Beschuldigte, Schwachsinnige und Verlorene oder ganz einfach irrtümlich Verhaftete, Menschen aus Istanbul und aus dem ganzen Land«, abgeschnitten wie »auf irgendeiner Teufelsinsel«, festgehalten, malträtiert und in Angst und Schrecken versetzt werden.

Für eine bessere Zukunft
Der sympathischste Regierungschef der Welt. Oh wie schön ist Kanada! Neben atemberaubender Natur und faszinierenden Großstädten hat das Land nun auch ihn: Justin Trudeau. Sein gutes Aussehen und seine charismatische Art brachten ihm weltweite Aufmerksamkeit, doch man darf ihn darauf nicht reduzieren.

Geschichten der Cronopien und Famen
Die Cronopien, Famen und vom Titel unterschlagenen Esperanzen, die 1962 aus Cortázars »Leyer zum ersten Mail ans Licht« traten, gehörten heute zum Vokabular des spanisch Sprechenden. Cronopien, kleine »grüne und feuchte« Subjekte, sind zwar undefinierbar, aber mit schönster Humanität und Weltfrömmigkeit ausgestattet, kindhaft unberechenbar und an Erfahrenheit uralt.

Mein Glaube
»Ich glaube an den Menschen.« Hermann Hesse war weder Theologe noch ein »Spezialist in Lebensrätseln«, doch seine Urteile über den Glauben sind dezidiert und nicht ohne politische Relevanz. Am Beispiel der christlichen und asiatischen Traditionen macht er die Gemeinsamkeiten der Weltreligionen bewußt.

Freuden und Tage
»Marcel Proust gefällt sich gleichermaßen darin, die verzweifelte Pracht der sinkenden Sonne und die von Eitelkeiten erregte Seele des Snobs zu beschreiben. Er glänzt im Erzählen von eleganten Schmerzen, von künstlichen Leiden, an Grausamkeit denen mindestens ebenbürtig, die uns die Natur mit mütterlicher Freigiebigkeit gewährt.

Poesie
Im Grunde ist die Dichtung des griechischen Nobelpreisträgers Giorgos Seferis (1900 bis 1971), schreibt Christian Enzensberger, von dem die Übertragungen dieses Bandes stammen, »eine ganz einfache Dichtung; sie hat sich ein allererstes Schema bewahrt: Die Dinge sind, die Menschen tun.

Das Gespräch der drei Gehenden
Peter Weiss schrieb diesen unabgeschlossenen, unabschließbaren inneren Monolog in Gestalt eines lebhaften Gesprächs dreier Stimmen 1962. Zwei Jahre danach bemerkte er dazu in einem Interview: »Alles, was gesagt wird, wird ständig zurückgenommen, so daß man immerzu zweifelt, was nun wirklich gesagt worden ist.

Die Worte, die Worte, die Worte
William Carlos Williams war der Doyen der modernen amerikanischen Poesie. Er residierte nicht in New York, er lebte als Armenarzt in seinem Geburtsort, einem kleinen Ort im Staate New Jersey. In diese Welt gehören seine Gedichte; sie sind ganz und gar amerikanisch: hart, genau, ohne Rhetorik, geprägt vom Pragmatismus.

Mutter und die Musik
Marina Zwetajewa, die neben Anna Achmatowa als die bedeutendste russische Lyrikerin des 20. Jahrhunderts gilt, wurde 1892 in Moskau geboren und beging 1941 in Jelabuga Selbstmord. Zwischen 1922 und 1939 lebte sie in Prag und Paris. Um der Not ihres Exils zu entkommen, begann sie, autobiographische Prosa zu schreiben, die sie in die Tiefen der Kindheit führte, zurück zu jenem kindlichen Bewußtsein, das sich an jedem Ding, an jedem Wort entzündet.

Noch einmal für Thukydides
Der griechische Geschichtsschreiber Thukydides war für Peter Handke, wie er selbst erklärte, in seinem Schreiben in vielen Hinsichten ein Vorbild. So strukturierte er seine Kindergeschichte etwa entlang der Abfolge der Jahreszeiten, ein Verfahren, dessen sich der Historiker häufig bedient.

Menderes: Never Give Up
Seit 2002 nimmt Menderes jedes Jahr aufs Neue am Casting von »Deutschland sucht den Superstar« (DSDS) teil. Sein Auftreten und die dargebotene Gesangsleistung brachten ihm oft negative Kritik, Hohn und Spott ein. Bisher kam er nie weiter als in den Recall, dennoch ist ihm eines gelungen: Durch seinen Fleiß und seine Hartnäckigkeit erntet er zusehends Respekt und Anerkennung.

Fresenhof
Knut Kiesewetter kennt wohl jeder aus Rundfunk und Fernsehen, als Jazzposaunist, Sänger und Liedermacher. 1941 in Stettin geboren und auf Eiderstedt aufgewachsen, brachte er sich selbst das Gitarrespielen bei und studierte schließlich Klassische Posaune in Lübeck und Hamburg.

10 Jahre Freiheit
Am 23. August 2006 endete eine der spektakulärsten Entführungen in der jüngeren Geschichte. Natascha Kampusch gelang die Flucht aus dem Kellerverlies, in dem sie über acht Jahre eingesperrt war. Darüber hat sie ein viel beachtetes Buch geschrieben.

Albtraum Traumgewicht
»Aus dem Spieglein an der Wand sprach die ›Böse Königin Anorexia‹ zu mir:›Du bist nicht die Schönste und Klügste im ganzen Land! Du bist zu dick!‹Ich nahm mir die Worte der Bösen Königin zu Herzen und aß immer weniger, bis ich sehr dünn und sehr krank war.

Not That Kind of Girl
Das Kultbuch von Lena Dunham, Erfinderin und Star der Fernsehserie ›GIRLS‹: In ›Not That Kind of Girl. Was ich im Leben so gelernt habe‹ erzählt sie hemmungslos persönlich, angstfrei und komisch aus ihrem Leben: von seltsamen Jungs, Kondomen in Zimmerpalmen und davon, dass es nicht immer traumhaft ist, den eigenen Traum zu leben.

Helga
Sie ist eine der allerersten, die das Wagnis einging, durch eine Operation zum richtigen Körper zu kommen. Helga F. erzählt in diesem bewegenden Memoir ihren Weg vom Mann zur Frau, in einer Zeit, die dafür noch keine Worte hatte. Aufgezeichnet von Erfolgsautorin Sabine Weigand, zeigt Helga F.

Die Erzählung der Magd Zerline
»Die Erzählung der Magd Zerline« gehört in den größeren Zusammenhang der »Schuldlosen«, an denen Hermann Broch – unter Einschluß älteren Materials – 1948/49 gearbeitet hat. Sie kann für sich selbst stehen und steht für sich selbst als denkwürdiges Beispiel einer Liebesgedichte, erzählt von der, die da Jahrzehnte zuvor so leidenschaftlich geliebt hat.

Leidenschaftlicher Leitfaden
Der Leidenschaftliche Leitfaden, Ciorans letzte rumänische Schrift, 1940 bis 1944 in Paris entstanden, ist ein an bekenntnishafter Kühnheit kaum zu überbietendes Werk, das die jugendliche Schaffensperiode vor dem Hintergrund der Pariser Vereinsamung zusammenfaßt und verschärft.

Der schwierige Tod
»Ich bin der Überzeugung, daß dieser Roman, mit Radiguets Den Teufel im Leib (BS 147), das wichtigste und ergreifendste Bekenntnisbuch der europäischen Jugend nach dem Kriege überhaupt bedeutet«, schrieb Klaus Mann 1926 über diesen erstaunlichen, junggebliebenen, auf Wiederentdeckung wartenden Roman von René Crevel (1990 – 1935).

Gesammelte Maulwürfe
Mit seinen Hörspielen und Gedichten und mit den »Maulwürfen«, einer Untergattung der Kurzprosa, die er erfunden hat, gehört Günter Eich (1907-1972) zu den Klassikern der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Band faßt die Bücher Maulwürfe von 1968 und Ein Tibeter in meinem Büro von 1970 zusammen.

Ausgewählte Gedichte
Odysseas Elytis, mit dem Namen Alepoudelis 1911 in Heraklion auf Kreta geboren und einer ostionischen Familie entstammend, wurde 1979 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Unser Band bringt Gedichte aus alten und neuen Gedichtsammlungen sowie vom Dichter für diesen Band ausgewählte jüngste Gedichte.
