Cover: Weihnachtsgeschichten vom Bodensee
Ulrike Blatter
Weihnachtsgeschichten vom Bodensee
ISBN: 978-3-831-32930-4
80 Seiten | € 3.99
Buch [Gebundenes Buch]
Erscheinungsdatum:
15.09.2016
Belletristik
Ulrike Blatter

Weihnachtsgeschichten vom Bodensee


Wenn sich im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet die italienische Weihnachtshexe Befana und das Christkind begegnen, wenn die Heiligen drei Könige im FAHR-Traktor über die Landstraße tuckern, und wenn rings um den Bodensee die Weihnachtsmärkte glitzern und funkeln, dann beginnt eine magische Zeit. Zwischen Advent und dem 6. Januar tut sich nämlich was in der Dreiländerregion zwischen Hegau und Bodensee, allerlei Besinnliches, Geheimnisvolles und Romantisches. Ulrike Blatter nimmt Sie mit auf eine Zeitreise zu unterschiedlichen Landschaften und Bräuchen und weiß, dass am Bodensee sogar die Tiere Weihnachten feiern.

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Postleitzahl
Veröffentlichung: 15.09.2016
Höhe/Breite/Gewicht H 21 cm / B 13,2 cm / 262 g
Seiten 80
Art des Mediums Buch [Gebundenes Buch]
Preis DE EUR 3.99
Preis AT EUR 4.10
Reihe Weihnachtsgeschichten
ISBN-13 978-3-831-32930-4
ISBN-10 3831329303
EAN/ISBN

Ăśber die Autorin

Ulrike Blatter wurde 1962 in Köln geboren, wuchs in einem sog. „sozialen Brennpunkt“ auf und machte als Erste in ihrer Familie Abitur. Schon als Kind begann sie zu schreiben. Erste kleinere Veröffentlichungen (Lyrik) folgten mit UnterstĂĽtzung eines Schreibprojektes fĂĽr Jugendliche. Sie wurde in der Jugend mit schweren Erkrankungen bei Familienangehörigen konfrontiert und betreute ehrenamtlich SeniorInnen. Vor diesem Hintergrund Entschluss zum Medizinstudium.

„Ich konnte mir nie erklären, woher dieser Drang kam, jedes mir erreichbare Stück Papier vollzukritzeln. Was hatte ich denn schon mitzuteilen? Ich hatte ja noch nichts erlebt und führte ein rundum uninteressantes Leben.“

Die Ärztin

Sie studierte Medizin, machte eine therapeutische Weiterbildung und promovierte in Rechtsmedizin. Nach Stationen als Dorfärztin und in der Geburtshilfe, setzte sie ihren Schwerpunkt in der sozialpsychiatrischen Arbeit mit süchtigen Menschen. Zuletzt arbeitete sie als Klinikärztin in der Psychiatrie. Ulrike Blatter war viele Jahre Dozentin in der Erwachsenenbildung (schulmedizinische Ausbildung von Heilpraktikerinnen und Ausbildung von Psychotherapeutinnen mit den Schwerpunkten körperzentrierte Psychotherapie, Psychosomatik, Sucht und Co-Abhängigkeit).

 

„Mein eigentliches Berufsziel war die Geburtshilfe. Es gab tausend Gründe, warum das nicht funktionierte. Viele Jahre suchte ich abwechselnd den Fehler bei mir, bei meinen Vorgesetzten oder akzeptierte die Probleme achselzuckend als Zufall. Aber eigentlich folgte ich einem Plan. Ich musste es nur endlich vor mir zugeben …“

Beruf – Berufung – Berufswechsel

Ab den neunziger Jahren nahm das Schreiben einen immer größeren Raum ein – trotz Berufstätigkeit und Familienpflichten. Ab 1996 führte ein längerer Aufenthalt im (damals Nicht-EU-Land) Slowenien zu einem faktischem Berufsverbot als Ärztin. Gleichzeitig entstanden Freiräume, in denen sich Ulrike Blatter vor allem Zeitzeugeninterviews widmete und begann, die eigene Familiengeschichte systematisch aufzuarbeiten. Erste Reportagen und Fachartikel über die Nachkriegssituation auf dem Balkan entstanden ebenfalls in dieser Zeit. Seit 2001 lebt die Familie wieder in Deutschland. Die berufliche Situation blieb mit zwei kleinen Kindern lange schwierig. 2010 kündigte Ulrike Blatter ihre Stelle im Krankenhaus und arbeitete einige Jahre als freie Autorin sowie in der Erwachsenenbildung. Inzwischen arbeitet sie neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit auch wieder als Ärztin.

„Mein erstes längeres Prosastück war meine Doktorarbeit in Rechtsmedizin. Als sie fertig war, wollte ich sie wegwerfen und neu schreiben. Sie war so spannend, dass ich dachte, sie könne niemals seriösen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Aber Wissenschaft kann tatsächlich spannender sein als so mancher Krimi.“

Emotionale BerĂĽhrungspunkte: Krieg, Flucht, Vertreibung

Seit dem Aufenthalt in Slowenien engagierte sie sich ehrenamtlich fĂĽr Suchtprävention und kriegstraumatisierte Menschen auf dem Balkan. Sie ist GrĂĽnderin der AWO-Bosnienhilfe und begleitete von 2002 bis 2022 ehrenamtlich ein Mentorenprojekt fĂĽr junge Menschen in Bosnien. Die Arbeit fĂĽr ein Projekt mit kriegstraumatisierten Frauen in Kosovo und die teils jahrelange Begleitung junger Menschen mit Migrationserfahrung prägten auch ihr Schreiben und motivierten, sich mit Kriegsfolgen in der eigenen Familie auseinanderzusetzen.

„In Gražanica, einer bosnischen Stadt voller Flüchtlinge gab es nur stundenweise Strom und das Trinkwasser wurde in Badewannen gesammelt. Trotzdem fühlte ich mich dort auf seltsame Weise beheimatet. Ich rief meine Eltern an, schilderte ihnen die Umgebung und wie aus einem Mund riefen sie aus: „Wie bei uns damals, nach dem Krieg!“ Ich konnte der Tatsache nicht länger ausweichen, dass auch ich durch einen Krieg, den ich nie erlebt hatte, im Innersten geprägt worden war.“

beziehungs-weise: Mentoring und Coaching

Seit vielen Jahren engagiert sie sich als Vorlesepatin fĂĽr die Leseförderung bei Kindern und fĂĽhrt regelmäßig Lesungen und Autorinnengespräche in Schulen durch (u.a. in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis). Sie arbeitet ehrenamtlich als interkulturelle Mentorin im Projekt Schreibdialoge der Universität Konstanz. AuĂźerdem leitete sie Schreibwerkstätten fĂĽr Senioren, schrieb im Ghostwriting Biographien und bietet Schreibcoaching an.

„Ohne meine MentorInnen wäre mein Leben anders verlaufen. Mentoring bedeutet für mich, Danke zu sagen, indem ich anderen Mut mache. Immer wieder. Das erfordert Geduld und ich muss genau zuhören. Fähigkeiten, die mir auch beim Schreiben helfen. Nur wenn ich mich vollkommen auf meine Figuren einlasse, verraten sie mir ihre Geheimnisse und werden authentisch.“

Die Autorin

Ulrike Blatter veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, KinderbĂĽcher und Lyrik. Sie wurde fĂĽr ihre Texte ausgezeichnet und erhielt mehrere Schreibstipendien. Ihre Texte gehen in die Tiefe und schärfen psychologische Profile. Die Themen Sucht, Trauma, Krieg und Flucht faszinieren sie vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Erfahrung. Sie hat im Laufe der Recherchen auch zahlreiche Tiefeninterviews mit ZeitzeugInnen gefĂĽhrt. Auch autobiografische Erfahrungen prägen ihre Texte.  Ein immer wiederkehrendes Thema sind Gewalterfahrungen, die ĂĽber mehrere Generationen tiefe Spuren in Familien hinterlassen. Ulrike Blatter schreibt eine wöchentliche Kolumne im SĂĽdkurier.

„Immer wieder schenkten mir Freunde Krimis. „Du bist doch Gerichtsmedizinerin“, hieß es. „Bestimmt liebst du diese Bücher.“ – „Es heißt RECHTS-Medizin“, verbesserte ich sie und stellte die Krimis ungelesen ins Gästezimmer. Meine Verleger nannten meine Geschichten „Krimis“. Dabei wusste ich nicht im Geringsten, wie ein Krimi funktioniert.“

Und sonst? Das ganz normale Leben

Ulrike Blatter wohnt gemeinsam mit ihrem Mann in der Bodenseeregion, hat zwei erwachsene Kinder und ist inzwischen auch als Oma sehr gefragt. Sie arbeitet als ärztliche Gutachterin, ist Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller“ und bei den „Mörderischen Schwestern“. Viele Jahre kĂĽmmerte sie sich um ihren demenzkranken Vater. Nach seinem Tod hĂĽtet sie das Familienarchiv. Sie ist leidenschaftliche Gärtnerin und wird gemeinsam mit ihrem Mann ein weiteres Langzeitprojekt fortsetzen: Fernradradreisen durch Europa.

„Mittlerweile weiß ich, dass kein Leben unwichtig oder uninteressant ist. Man muss lediglich nach dem roten Faden suchen – und ehrlich sein. Zugegeben, ein bisschen Mut braucht es auch.“

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»Ganz wundervolle Weihnachtsgeschichten mit viel Herz erzählt. Sie spielen in früherer Zeit, wo es noch nicht so viele unnötige Dinge gab und die Menschen sicher auch mit weniger zufrieden und glücklich waren. Auch was für Liebhaber des Bodensees. Sehr empfehlenswert.«

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