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Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert

27.06.2026 – 17:28 Uhr
Cover: Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert

Autor:
Alexander Graeff ist ein deutscher Schriftsteller und Philosoph. Er arbeitet als Dozent, Kurator und Literaturvermittler und wurde 1976 in Bad Kreuznach geboren. Er studierte Wirtschafts-, Ingenieur-, Erziehungswissenschaften und Philosophie in Karlsruhe und Berlin und promovierte zwischen 2008 und 2012. Danach unterrichtete er Kreatives Schreiben und übte Gastdozenturen an unterschiedlichen Hochschulen aus.

Seit 2013 ist er als Literaturvermittler und -kurator tätig und betreute bis 2019 als Initiator und Gastgeber die Lesereihe Literatur in Weißensee, seit 2016 ist er Programmverantwortlicher für Literatur in der Brotfabrik Berlin. Er schreibt philosophische wie belletristische Texte und engagiert sich kulturpolitisch für die Sichtbarkeit queerer Inhalte und Personen im Literaturbetrieb. Graeff ist Mitbegründer des PEN Berlin.

Inhalt:
In Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert findet Alexander Graeff eine poetische, eine verbindende Sprache für die klima-, körper- und sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Was wäre eine geeignete Metapher, eine Lebensweise, ein Lebewesen, das aus dem Alltag von Raufasertapeten myzelische Fantasieimmobilien flicht? Irgendwann wird klar: Die Fantasieimmobilie ist eine Realitätsimmobilie. Diese Revolution ist keine Bilderstürmerei, sie ist ein sanftes Bevölkern der Gegenwart mit Bildern, die sich anschmiegen wie das Farbspiel des Oktopus an seine Umgebung. (Klappentext)

Rezension:
In Zeiten, in der immer mehr Menschen eine immer reduziertere Aufmerksamkeitsspanne besitzen, die Zündschnur kurz ist, sollten Gedichte wieder möglich sein. Vor allem, wenn sie kompakt sind und punktgenau treffen. Das tun sie, auf den Bühnen, auf denen Poetry Slam stattfindet, dieses moderne Vortragen von Gedichten, was das stille Lesen um Längen schlägt. Zumindest bei dieser literarischen Form. Doch, in vielen Bücherregalen, Buchhandlungen finden sie nicht mehr statt oder nur noch in sehr reduzierter Form.

Und deshalb möchte ich hier diesen kleinen Gedichtband vorstellen, in dem der Schriftsteller und Philosoph Alexander Graeff moderne und in unserer Gesellschaft viel diskutierte Themen aufgreift. Mehrere Gedichtzyklen und Einzelgedichte greifen hier politische und gesellschaftliche Ereignisse auf, Dinge, die uns alle berühren, zum Nachdenken und Handeln anregen sollten. Da wird der Klimawandel ebenso zum Gegenstand des Lyrischen wie das Zerplatzen des Aquadoms in Berlin als Symbol für die angespannte Stimmung in unserer Gesellschaft.

Persönliches berührt Politisches, doch wie dem Unaussprechlichen Worte verleihen? Wie umgehen, mit einer Welt, in der Kontraste immer stärker werden, immer mehr Menschen das suchen, was uns trennt, anstatt eint? Bei immer höheren Temperaturen, Wetterextremen und Radikalisierung? Der Autor versucht hier seinen Gedanken dazu Ausdruck zu verleihen, was manchmal verfängt, manchmal nur schwer zu greifen ist. Nicht bei jedem Text oder Gedicht funktioniert das gleichermaßen gut. Nicht immer erreicht die Sprache. Einige Male werden Bilder, Gleichnisse doch arg strapaziert.

Dennoch fliegt man durch das Büchlein. Die einzelnen Gedichte kann man sich unabhängig vioneinander vornehmen, aber auch hintereinander weg lesen. Irgendwann wird man schon gezwungen, innezuhalten. Durchzuatmen. Manchmal gar habe ich mich beim lautlesen erwischt. Und das ist doch auch mal ein interessanter Effekt.


Gesamtbewertung: 3/5
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Klappentext

Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert

Sonstiges von Alexander Graeff
Cover: Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert

In Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert findet Alexander Graeff eine poetische, eine verbindende Sprache für die klima-, körper- und sozialpolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Was wäre eine geeignete Metapher, eine Lebensweise, ein Lebewesen, das aus dem Alltag von "Raufasertapeten myzelische Fantasieimmobilien" flicht? Irgendwann wird klar: Die Fantasieimmobilie ist eine Realitätsimmobilie. Diese Revolution ist keine Bilderstürmerei, sie ist ein sanftes Bevölkern der Gegenwart mit Bildern, die sich anschmiegen wie das Farbspiel des Oktopus an seine Umgebung.
Alexander Graeffs Gedichte sind witzig, wütend, liebevoll. Begleitet werden sie von einer kommentierenden Stimme, die den Gedichten Realitätssplitter beigibt, Fakten hinzufügt, Hintergrund auskleidet, manchmal auch einfach erzählt. So ist diese Revolution ein sachtes Wachstum, gebaut auf einer nonbinären, ozeanischen Wirklichkeit. Es streckt seine tastenden Tentakel behutsam in alle Richtungen: um zu verbinden — nicht zu vereinen, denn "mein achter Tentakel / macht was er will".

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