Die Stimme aus Beton
Solider Kriminalroman für zwischendurch
Mit „Die Stimme aus Beton“ von Peter H. Feldmann durfte ich erstmals einen Roman des Autors kennenlernen. Der urbane Kriminalroman umfasst gerade einmal 125 Seiten und ist damit eine handliche Lektüre für zwischendurch. Das geheimnisvolle Cover mit der eingerissenen Betonwand und den freigelegten Ziegeln hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt und mich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Der Einstieg in den Roman gelang mir problemlos. Im Mittelpunkt stehen der ehemalige Polizist Alwin und sein Freund Matt, ein Journalist. Als Alwin von einer früheren Kollegin gebeten wird, bei einem rätselhaften Fall zu helfen, macht sich das ungleiche Duo gemeinsam an die Ermittlungen. Besonders gefallen hat mir die Zusammenarbeit der beiden und wie sie Schritt für Schritt ein scheinbar unlösbares Rätsel entschlüsseln.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich leicht lesen. Man kann den Ermittlungen gut folgen und wird in den Fall hineingezogen. Trotzdem hat mir persönlich das gewisse Etwas gefehlt. Die Geschichte war durchaus interessant, aber die großen Spannungsmomente oder überraschenden Wendungen blieben für meinen Geschmack etwas aus. Mir fehlte einfach der „Wumms“ und etwas mehr Action.
Insgesamt ist „Die Stimme aus Beton“ eine solide Krimi-Kurzlektüre, die sich gut für einen ruhigen Leseabend eignet. Wer eher auf atmosphärische Ermittlungen als auf rasante Spannung setzt, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
Schlafmurmel
Bloggerin bei LeseHitsIch bin ich, ich verbiege mi ch für niemanden, nur weil jemanden meine Nase nicht gefällt, ich sage was ich mir denke. Ich teile aus, aber ich kann auch einstecken.
Kommentare
Die Stimme aus Beton
Die Stadt hat gelernt zu schweigen.
Doch manchmal spricht sie trotzdem.
Ein Todesfall in einer anonymen Wohnsiedlung wird schnell zu den Akten gelegt. Zu schnell. Zwischen Beton, Zuständigkeiten und Desinteresse verschwindet mehr als nur ein Name. Alwin spürt, dass etwas nicht stimmt – auch wenn nichts offiziell dagegen spricht.
Gemeinsam mit Matt beginnt er nachzufragen. Abseits der üblichen Wege, dort, wo Regeln biegsam werden und Wahrheit verhandelbar ist. Was sie finden, ist kein einzelnes Verbrechen, sondern ein Muster: aus Wegsehen, Macht und Schuld. Und aus Menschen, die gelernt haben zu schweigen, weil Schweigen sicherer ist.
Matt ist bereit, Grenzen zu überschreiten. Alwin versucht, Haltung zu bewahren. Doch je tiefer sie in die Strukturen der Stadt eindringen, desto deutlicher wird: Manche Stimmen lassen sich nicht zum Schweigen bringen. Selbst dann nicht, wenn sie aus Beton kommen.
Ghosts of the City – Die Stimme aus Betonist ein urbaner Kriminalroman über Wahrheit und Wahrnehmung, über Verantwortung – und über die Geister, die eine Stadt hinterlässt.