Chronologie aller Bände (1 - 8)
Die Reihenfolge beginnt mit dem eBook "Gesang vom Heiligen Kind: Roman". Wer alle eBookz der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Peter von Mundenheim beginnen. Der zweite Teil der Reihe "Gesang vom Heiligen Kind" ist am 11.10.2024 erschienen. Die Reihe umfasst derzeit 8 Bände. Der neueste Band trägt den Titel "Gesang vom Heiligen Kind: Roman".
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- Band: 1
- Autor: Mundenheim, Peter von
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- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 08.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Es war einmal ein Junge, der war unglücklich bis auf den Tod.
Ein Engel Gottes kam und sagte: Wünsch dir das Lieblichste, das du dir denken kannst. Ich schenke es dir.
Nun war das Lieblichste in der Welt, das sich der Junge denken konnte, eine gewisse junge Pornoprinzessin, zart wie der Himmel im Frühling, mit hellen großen Augen, und Gebärden, die niemanden töten konnten.
Der Engel gewährte den Wunsch, und die Pornoprinzessin erschien, ihr Leben mit dem des Jungen zu teilen.
Endlich ist es geschehen, dachte der Junge, endlich, endlich. Das Wunder.
Ein Engel Gottes kam und sagte: Wünsch dir das Lieblichste, das du dir denken kannst. Ich schenke es dir.
Nun war das Lieblichste in der Welt, das sich der Junge denken konnte, eine gewisse junge Pornoprinzessin, zart wie der Himmel im Frühling, mit hellen großen Augen, und Gebärden, die niemanden töten konnten.
Der Engel gewährte den Wunsch, und die Pornoprinzessin erschien, ihr Leben mit dem des Jungen zu teilen.
Endlich ist es geschehen, dachte der Junge, endlich, endlich. Das Wunder.
- Band: 2
- Autor: Mundenheim, Peter von
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- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 11.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind
Das Menschtier – ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber lasst mich noch einmal sagen, was doch das Um und Auf meiner Rede ist, denn ihr werdet eure Aufgabe nicht verstehen, noch weniger bewältigen, wenn ihr das Folgende nicht aus dem Grunde einseht – das Menschtier weiß jederzeit und immer, was das Richtige ist, und entscheidet sich in freier Verantwortung, dieses Richtige zu tun, oder eben auch nicht. Das Menschtier erwirbt nicht das Wissen um Gut und Böse, das Menschtier hat dieses Wissen immer schon, das Wissen ist immer schon in ihm, das Wissen ist in ihm noch bevor es geboren wird. IHRE Stimme ist immerfort in ihm, IHRE weiße Stimme, und die Stimme spricht: das tu, MEIN Kind, das lass. Das Wissen um Gut und Böse ist das Urgeschenk, das Menschtier ist geboren als frei, und also steht es auch schon immer im Wissen um Gut und Böse, sonst könnte es sich nicht frei entscheiden. Das ist so einfach wie zwei und zwei. Oder nicht?
- Band: 2
- Autor: Mundenheim, Peter von
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- Ø Bewertung:
- Medium: Buch
- Veröffentlicht: 11.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Das Menschtier – ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber lasst mich noch einmal sagen, was doch das Um und Auf meiner Rede ist, denn ihr werdet eure Aufgabe nicht verstehen, noch weniger bewältigen, wenn ihr das Folgende nicht aus dem Grunde einseht – das Menschtier weiß jederzeit und immer, was das Richtige ist, und entscheidet sich in freier Verantwortung, dieses Richtige zu tun, oder eben auch nicht. Das Menschtier erwirbt nicht das Wissen um Gut und Böse, das Menschtier hat dieses Wissen immer schon, das Wissen ist immer schon in ihm, das Wissen ist in ihm noch bevor es geboren wird. IHRE Stimme ist immerfort in ihm, IHRE weiße Stimme, und die Stimme spricht: das tu, MEIN Kind, das lass. Das Wissen um Gut und Böse ist das Urgeschenk, das Menschtier ist geboren als frei, und also steht es auch schon immer im Wissen um Gut und Böse, sonst könnte es sich nicht frei entscheiden. Das ist so einfach wie zwei und zwei. Oder nicht?
- Band: 3
- Autor: Mundenheim, Peter von
- Anzahl Bewertungen: 0
- Ø Bewertung:
- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 10.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Übrigens glaubte er bis zum Ende seiner Leben ganz regelmäßig, den Toten stünde noch der Weg zur Umkehr offen. Wir wissen, dass das nicht so ist. Die Toten sind verlassen und leer. Der Lederflüglige wohnt nicht mehr in ihnen, welch Interesse sollte er noch haben? er ist der Herr des Planeten Erde, jedenfalls soweit das Menschtier das zulässt, und eine andere als die Machtergreifung unter diesen Himmeln interessiert ihn nicht. Die Menschtiere interessieren ihn nicht. Ihre Unterwerfung interessiert ihn, weil er glaubt, so Macht über SIE zu bekommen. Glaubt er im Ernst. Wenn er sich den Menschtieren als Herrn anpreist, betrügt er nicht nur sie, sondern auch sich selber. Wie es Hochstaplerart ist.
So warten sie, die Toten, warten auf das Gericht.
So warten sie, die Toten, warten auf das Gericht.
- Band: 4
- Autor: Mundenheim, Peter von
- Anzahl Bewertungen: 0
- Ø Bewertung:
- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 11.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Die Zeit der Elitären von Gestern oder Vorvorgestern war die letzte Epoche gewesen, da die Kultur des Kahlen Landes und die Kultur des Kontinents noch auf Augenhöhe hatten Umgang gepflogen, miteinander. Die Elitären aller Länder waren ein Stück des Weges gemeinsam gegangen, man hatte sich untergehakt, behaglich schlendernd, in nimmermüdem Gespräch. Gern auch hatte man sich gestritten, ungefähr wie sich die Spatzen zanken im Schwarm, und aller Streit war wundersam entzückend gewesen, und niemals Ernst. Niemals wirklicher Ernst, niemals tödlicher Ernst.
Wer es sich hatte leisten können von den Elitären, und viele von ihnen hatten gehabt die Mittel, immerfort edel jammernd, versteht sich, der war unterwegs gewesen mit Fleiß in allen Ländern des Kontinents, allenthalben Gleichgesinnte treffend, mal in dieser Hauptstadt Aufenthalt nehmend, mal in jener Fischerbucht. Die Fjorde des Nordens waren ihnen so selbstverständlich Heimat gewesen wie die blauen Lagunen des Südens, und vor dem zartweißen Marmorgetrümmer großer Vergangenheiten hatten sie sich alle Brüder gefühlt. In den gepflegten Hotelsalons lagen dann überall die gleichen weichen Teppiche, und Wasserspülung im Klosett gehörte längst zum Standard, wie auch die bequemen Aufzüge, das Treppensteigen sparend. Man brauchte seine Kraft für die enormen Gefühle.
Die Kultur des Kahlen Landes hatte damals noch mitmusiziert im Konzert. Mitmusiziert. Später hatte man sich darauf verlegt, kreischend dazwischenzuschreien.
Wer es sich hatte leisten können von den Elitären, und viele von ihnen hatten gehabt die Mittel, immerfort edel jammernd, versteht sich, der war unterwegs gewesen mit Fleiß in allen Ländern des Kontinents, allenthalben Gleichgesinnte treffend, mal in dieser Hauptstadt Aufenthalt nehmend, mal in jener Fischerbucht. Die Fjorde des Nordens waren ihnen so selbstverständlich Heimat gewesen wie die blauen Lagunen des Südens, und vor dem zartweißen Marmorgetrümmer großer Vergangenheiten hatten sie sich alle Brüder gefühlt. In den gepflegten Hotelsalons lagen dann überall die gleichen weichen Teppiche, und Wasserspülung im Klosett gehörte längst zum Standard, wie auch die bequemen Aufzüge, das Treppensteigen sparend. Man brauchte seine Kraft für die enormen Gefühle.
Die Kultur des Kahlen Landes hatte damals noch mitmusiziert im Konzert. Mitmusiziert. Später hatte man sich darauf verlegt, kreischend dazwischenzuschreien.
- Band: 5
- Autor: Mundenheim, Peter von
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- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 11.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Die Menschtiere, rund um den Globus, starrten auf ihre Bildschirme, die Nachrichten kamen in Form rollender Trümmer, da waren keine Konturen mehr, keine wahrnehmbare Struktur, nur noch die blanke Idiotie sinnfreien Geschehens, Zusammenhanglosigkeit als Gedächtnisort
Sturm auf das Präsidentenpalais
Belagerung der Anderenviertel weltweit
Straßenkämpfe zwischen Marodeuren ohne Ahnung und Bütteln ohne Auftrag
Elfengeschwader mit Atomsprengköpfen
Kammerpräsidenten sich wegduckend vor den Kameras
Clanchefs regierend aus der Unsichtbarkeit heraus
Historiker mit der Flinte in der Hand
zum Schluss ein explodierender Kadaver.
Wie gesagt, die Menschtiere starrten hinein in die elektronischen Spielzeuge, sie erzählten sich auch die Ereignisse weiter, die ihnen auf den Bildschirmen unterbreitet wurden, hast du das auch gesehen? aber sie fanden die Worte nicht, die zu Deutungen sich hätten verdichten können.
Mögliche Worte wären gewesen, wir sind doch solche Idioten, oder, IHR schräger Humor. Es sagt viel über das Menschtier, in vielerlei Hinsicht, dass die Explosion der Konzentranze auf offener Einkaufsstraße international mehr Aufsehen erregte als selbst die Katastrophe auf der Plaza.
Sturm auf das Präsidentenpalais
Belagerung der Anderenviertel weltweit
Straßenkämpfe zwischen Marodeuren ohne Ahnung und Bütteln ohne Auftrag
Elfengeschwader mit Atomsprengköpfen
Kammerpräsidenten sich wegduckend vor den Kameras
Clanchefs regierend aus der Unsichtbarkeit heraus
Historiker mit der Flinte in der Hand
zum Schluss ein explodierender Kadaver.
Wie gesagt, die Menschtiere starrten hinein in die elektronischen Spielzeuge, sie erzählten sich auch die Ereignisse weiter, die ihnen auf den Bildschirmen unterbreitet wurden, hast du das auch gesehen? aber sie fanden die Worte nicht, die zu Deutungen sich hätten verdichten können.
Mögliche Worte wären gewesen, wir sind doch solche Idioten, oder, IHR schräger Humor. Es sagt viel über das Menschtier, in vielerlei Hinsicht, dass die Explosion der Konzentranze auf offener Einkaufsstraße international mehr Aufsehen erregte als selbst die Katastrophe auf der Plaza.
- Band: 6
- Autor: Mundenheim, Peter von
- Anzahl Bewertungen: 0
- Ø Bewertung:
- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 11.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Der tiefsitzende Infantilismus, der den Charme der Menschweibchen ausmacht, füttert auch ihre moralische Bedenkenlosigkeit. Das Menschtier trägt diesem Umstand Rechnung seit jeher, indem in allen Gesellschaften auf dem Planeten Erde die Weibchen, so Unrecht tun, der öffentlichen Bestrafung weitgehend entzogen werden, man gibt sie in den traditionalen Gesellschaften eher in den Schoß der Familie zurück, dass sie dort besser unter Aufsicht gehalten werden, in den Gesellschaften der antimodernen Revolte wurde dann auf Bestrafung überhaupt verzichtet, die delinquenten Weibchen, wenn sie denn überhaupt einmal vor Gericht gestellt wurden, kamen mit mildesten Strafen durch, unter einlässlichster Berücksichtigung mildernder Umstände, von denen der geringste nicht war, dass sie eben Weibchen seien, und es als solche ja schwerer hätten als die Männer, und niemand lachte, wenn solch wiehernder Wahn als Argument vorgelegt wurde. Gleichzeitig waren die Gefängnisse voll mit Männern, da sieht man es, riefen die Weibchen, alle Männer sind Übeltäter, wir Frauen sind heilig. Zu Lebzeiten des Jungen war es bare Selbstverständlichkeit, dass die gleichen Menschweibchen, denen umstandslos das Recht konzediert wurde, das Kind in ihrem Leib bei Nichtgefallen als lebensunwürdig töten zu lassen, eben dies Kind, wenn es hatte leben dürfen, bei Uneinigkeit mit dem Vater des Kindes zur alleinigen Verfügung und Obsorge zugesprochen bekamen, wobei der Vater beiden, Mutter wie Kind, unterhaltspflichtig war, selbst wenn er Zwietracht und Trennung gar nicht gewollt hatte, das ist geltendes Recht, sagten die Menschtiere, und die Weibchen riefen im Chor, wir sind sowas von unterdrückt.
- Band: 7
- Autor: Mundenheim, Peter von
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- Medium: E-Book
- Veröffentlicht: 13.10.2024
- Genre: Fantasy
Gesang vom Heiligen Kind: Roman
Und er überlegte hin und her, wie das bei den Menschen wäre, wenn sie, verlassen oder verstoßen, sich einfach zur Wand drehten und stürben.
Untröstlichkeit.
Im Ernst, dachte der Junge, wenn wir wüssten, wir können uns das antun, gegenseitig, aber dann endet es tödlich, würden wir uns endlich bedenken? würden wir das lassen, dem anderen in's Gesicht zu treten und zu gehen, mit dem Gedanken, endlich frei, frische Luft voraus, endlich befreit, endlich diese Last vom Bein? würden wir uns das zehnmal überlegen, eine Beziehung anzufangen, wenn wir wüssten, wir können sie nur um den letzten Preis wieder beenden? würden wir nachdenken, vorher? und vor allem, wenn wir dann doch uns eingelassen hätten aufeinander, würden wir dann beieinander bleiben in dem festem Entschluss, aus jedem Tag, aus jedem einzelnen Tag das Beste zu machen, da wir ja doch nicht sagen können, wenn es nicht klappt mit uns, können wir uns ja wieder trennen?
Die Pornoprinzessin hatte ihn terrorisiert mit diesem Satz jeden Tag, wenn es nicht klappt mit uns, können wir uns ja wieder trennen, und er hatte die Botschaft nicht verstanden, er hatte nur gedacht, aber ich will mich doch gar nicht von dir trennen, und was soll das heißen, wenn „es“ nicht klappt, es gibt hier kein „es“, sondern nur uns beide, und unseren Willen, etwas „daraus“ zu machen, also was soll das heißen, wenn „es“ nicht klappt mit uns, das liegt doch in unserer Hand, wovon redest du eigentlich?
Untröstlichkeit.
Im Ernst, dachte der Junge, wenn wir wüssten, wir können uns das antun, gegenseitig, aber dann endet es tödlich, würden wir uns endlich bedenken? würden wir das lassen, dem anderen in's Gesicht zu treten und zu gehen, mit dem Gedanken, endlich frei, frische Luft voraus, endlich befreit, endlich diese Last vom Bein? würden wir uns das zehnmal überlegen, eine Beziehung anzufangen, wenn wir wüssten, wir können sie nur um den letzten Preis wieder beenden? würden wir nachdenken, vorher? und vor allem, wenn wir dann doch uns eingelassen hätten aufeinander, würden wir dann beieinander bleiben in dem festem Entschluss, aus jedem Tag, aus jedem einzelnen Tag das Beste zu machen, da wir ja doch nicht sagen können, wenn es nicht klappt mit uns, können wir uns ja wieder trennen?
Die Pornoprinzessin hatte ihn terrorisiert mit diesem Satz jeden Tag, wenn es nicht klappt mit uns, können wir uns ja wieder trennen, und er hatte die Botschaft nicht verstanden, er hatte nur gedacht, aber ich will mich doch gar nicht von dir trennen, und was soll das heißen, wenn „es“ nicht klappt, es gibt hier kein „es“, sondern nur uns beide, und unseren Willen, etwas „daraus“ zu machen, also was soll das heißen, wenn „es“ nicht klappt mit uns, das liegt doch in unserer Hand, wovon redest du eigentlich?







