Edition Converso

Ich, der Sohn

Chronologie aller Bände (1 - 2)

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "Ein Sizilianer von festen Prinzipien". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Leonardo Sciascia beginnen. Der zweite Teil der Reihe "Ein Sizilianer von festen Prinzipien" ist am 08.01.2021 erschienen. Mit insgesamt 2 Bänden wurde die Reihe über einen Zeitraum von ungefähr 3 Jahren fortgesetzt. Der neueste Band trägt den Titel "Ich, der Sohn".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 3
  • Ø Bewertung der Reihe: 4.6
  • Start der Reihe: 08.01.2021
  • Neueste Folge: 01.06.2024

Diese Reihenfolge enthält 2 unterschiedliche Autoren.

Cover: Ein Sizilianer von festen Prinzipien
  • Autor: Sciascia, Leonardo
  • Anzahl Bewertungen: 3
  • Ø Bewertung: 4.6
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 08.01.2021
  • Genre: Historische Romane

Ein Sizilianer von festen Prinzipien

EIN SIZILIANER VON FESTEN PRINZIPIEN

darin zum ersten Mal auf Deutsch »Tod des Inquisitors« und »Der Mann mit der Sturmmaske« (Ü Monika Lustig, unter Verwendung einer Übersetzung von Michael Kraus), mit einem ausführlichen biographischen Essay von Maike Albath und einer kurzen Abhandlung über die Ironie von Santo Piazzese.

Für Leonardo Sciascia (1921 Racalmuto – 1989 Palermo) ist Sizilien Metapher der Welt; hier hat er das Handwerk seiner radikalen, umfassenden Kritik aller Machtgeflechte erlernt. Hier erkennt er, ein unbeugsamer Kopf, die berühmte Palmenlinie mit ihrer immer rasanteren Ausbreitung gen Norden: sieht die moralische Verpflichtung der Literatur gegenüber der immer mafiöser werdenden Realität.

In der literarischen Fallbeschreibung »Tod des Inquisitors« – Sciascias Lieblingswerk – ist der Schauplatz ins 17. Jahrhundert verlegt, das Thema Menschenwürde und Freiheit jedoch heutiger denn je; es ist ein nicht-vollendetes Werk, das Sciascia gerne zu Ende geschrieben hätte. Er vermacht es uns, den Nachfahren, als ein Instrument kritischen Denkens. Sein Held Fra Diego La Matina, ein freidenkender, von sozialen Idealen mit Ansteckungspotential beseelter Geistlicher hat mit den eisernen Handschellen seinen Peiniger, den Inquisitor Juan López de Cisneros getötet.

In »Der Mann mit der Sturmmaske« zeichnet Sciascia von einem wahren Fall vermeintlicher Reue ausgehend die perfide, grausame Logik des Folterregimes unter Pinochet nach, die ein unauslöschliches Abbild des Terrors, des Terrors der Denunziation ohne Gesicht, geschaffen hat.

Cover: Ich, der Sohn
  • Autor: Calaciura, Giosuè
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.06.2024
  • Genre: Politik

Ich, der Sohn

Eine Geschichte aus Palästina, beinahe zeitlos: Besatzung, Hungersnöte, Frömmelei, Clangesellschaft, Fanatismus als Grundübel. Dreißigjährig blickt Jesus auf sein Leben zurück, das er als rebellischer Heranwachsender teils mit der Suche nach seinem verschwundenen Vater verbracht hat; eine Wanderschaft voller Abenteuer und Gefahren, samt dem glühenden Erwachen des Eros. Maria, die Mutter, war selbst noch ein Kind, als sie ihn bekam. Nun hat sie ein Geheimnis, einen unausgesprochenen Plan. Der ernüchterte, gleichzeitig getriebene Jesus spürt, dass er ihre Erwartungen nicht erfüllen kann, bis es zu einer letzten Wendung kommt ...

Die grausame Herrschaft der Römer (ab 64 v. Chr.), die moralische Allgewalt der Priester, die bittere Armut der Menschen bilden das Szenario, in das der Protagonist hineingeboren wird. Sein Name: Jesus, wie viele jüdische Jungen hießen. Seine Mutter, sehr jung und schweigsam, sein Vater Jahre älter, fürsorglich, ein Tischler. Um die Geburt des Jungen schwelt ein Geheimnis, das seine innere Unruhe anfacht; er ist sich selbst immer wieder fremd. Die Verwandten raunen, die Mutter könnte von Soldaten vergewaltigt worden sein. Sie verfolgt nun unausgesprochene Pläne für ihren Jungen, die über die handfesten Werte des Vaters – Bescheidenheit, Fleiß – hinausgehen, ihnen zu widersprechen scheinen. Schließlich verlässt der Vater die Familie. Und der Teenager verlässt die Mutter, schweren Herzens, geht auf Wanderschaft, sucht nach dem Vater und dem Leben. »Ich musste den von Menschen gespurten Weg verlassen – wäre das womöglich auch heute angebracht? –, mich von meiner Intuition querfeldein und durchs Dickicht leiten lassen, durch das Chaos der Vegetation, wo weder Gott noch Menschenhand je eingegriffen hatten und keinerlei Gesetz herrschte, kein niedergeschriebenes und auch kein mündlich weitergetragenes.«

Giosuè Calaciura bürstet bekannte Vorlagen gegen den Strich, formt daraus etwas vielseitig Schillerndes, wozu auch die halluzinatorische Kraft seiner Sprache beiträgt. Eine Geschichte mit großer Wucht, wie gemacht für unsere Zeit, da wir tagtäglich neuen Plagen, Katastrophen und Wahnsinn gegenüberstehen. Da wir die Zivilisationsdecke mit tausend kleinen Stichen und Bewegungen unseres Menschseins zusammenzuflicken suchen, gegen die hervorbrechende Rohheit.

 

»Ich baue darauf, dass die Lesenden (...) in meinem Jesus die Zweifel, die Wankelmütigkeit, die Hoffnungen, die Illusionen und Enttäuschungen wiedererkennen, wie sie uns allen gemein sind. Außerdem ist Jesus eine Figur, die aufgrund ihrer revolutionären Botschaft – den Letzten eine Stimme zu geben – aus meiner Sicht heute mehr denn je zu uns spricht, und das, politisch gesehen, auf unbequeme Weise. Ich glaube, dass wir eine solche Botschaft, auch abgesehen von ihren religiösen und rituellen Bedeutungsebenen, heute mehr brauchen denn je.« (Giosuè Calaciura in »Wie sehr die Schöpfung an Ungerechtigkeit krankt«, https://www.edition-converso.com/interviews/interview-einzelansicht/wie-sehr-die-sch%C3%B6pfung-an-ungerechtigkeit-krankt.html)

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