DISKURSE.KONTEXTE.IMPULSE

Ritus, Schrift und Machtgefüge

Chronologie aller Bände (1 - 2)

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "Ritus, Schrift und Machtgefüge". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Christian Schenkermayr beginnen. Mit insgesamt 2 Bänden wurde die Reihe über einen Zeitraum von ungefähr 5 Jahren fortgesetzt. Der neueste Band trägt den Titel "MUSIK.THEATER".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 0
  • Ø Bewertung der Reihe: 0
  • Start der Reihe: 11.09.2020
  • Neueste Folge: 28.11.2025

Diese Reihenfolge enthält 2 unterschiedliche Autoren.

Cover: Ritus, Schrift und Machtgefüge
  • Band: 22
  • Autor: Christian Schenkermayr
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 11.09.2020
  • Genre: Sonstiges

Ritus, Schrift und Machtgefüge

Ausgangspunkt der Studie ist die in literaturwissenschaftlichen Arbeiten mehrfach nachgewiesene Tendenz, dass die Werke zahlreicher österreichischer AutorInnen nach 1945 sowohl auf formaler als auch inhaltlicher Ebene stark von den Erfahrungen des Katholizismus und der liturgischen Sprache geprägt sind. Im Rahmen der Untersuchung wird am Beispiel ausgewählter (zwischen 1995 und 2010 publizierter) Texte von Barbara Frischmuth, Josef Winkler und Elfriede Jelinek das Spannungsverhältnis von katholisch geprägter Sprachkritik und den in den Werken thematisierten interreligiösen Diskursen systematisch analysiert.
Unter Berücksichtigung relevanter Erkenntnisse poststrukturalistischer Theorien wird dabei insbesondere auf die Romane „Domra. Am Ufer des Ganges“ (1996), „Die Schrift des Freundes“ (1998), „Die Entschlüsselung“ (2001), „Vergiss Ägypten“ (2008) sowie die Theatertexte „Babel“ (2004) und „Abraumhalde“ (2008) eingegangen. Wenngleich sich die ästhetischen Konzeptionsweisen ihrer Texte in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, eröffnet die sowohl für Frischmuths als auch für Jelineks und Winklers Werk bis heute charakteristische Betonung des Materialcharakters der Sprache zahlreiche stilistische und thematische Vergleichsmöglichkeiten in Bezug auf die genannten Werke.
So werden im Rahmen der Arbeit etwa die unterschiedlichen Formen der Literarisierung religiöser Riten unter anderem am Beispiel der in Josef Winklers Roman „Domra“ geschilderten hinduistischen Einäscherungsprozessionen in Varanasi und deren sprachmimetische Engführung mit dem Katholizismus untersucht. Eine weitere zentrale Ebene der Analyse ist die Frage nach der literarischen Verarbeitung religiöser Schriften, die sowohl als Projektionsflächen interreligiöser Diskurse, vor allem aber als Inszenierung von Widersprüchen fungieren, die nicht aufgelöst, sondern im Gegenteil ins Zentrum des literarischen Konzepts gerückt werden.

Cover: MUSIK.THEATER
  • Band: 30
  • Autor: Eidelpes, Rosa
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 28.11.2025
  • Genre: Sonstiges

MUSIK.THEATER

Der vorliegende Band nimmt seinen Ausgangspunkt beim musikalischen Potenzial von Elfriede Jelineks Texten, ihrer Arbeit mit dem Klang bzw. der Lautlichkeit von Sprache und dem besonderen Fokus, den sie auf Musikalität legt. Jelinek schafft in ihren Theatertexten konsequent musikalische Strukturen, u.a. durch die Arbeit mit polyphonen Textflächen und der Rhythmisierung des Textmaterials. Die Grenzen zwischen Musik- und Sprechtheater sind dabei immer schon fluktuierend – womit Jelinek die Regisseur*innen ihrer Theatertexte zu musikalischen Inszenierungsformen herausfordert. 
Die Beiträge dieses Bandes diskutieren die fließenden Grenzen zwischen Musik- und Sprechtheater im zeitgenössischen Bühnengeschehen sowie aktuelle Tendenzen im Musiktheater und „musikalisierten” Sprechtheater. Untersucht werden historische und gegenwärtige Formen der Verschränkungen von Theater und Musik sowie das Zusammenspiel zwischen Text, Musik und Szene. Angesichts von intermedialen, u.a. auch mithilfe künstlicher Intelligenz kreierten Formen, welche die herkömmlichen Grenzen zwischen Schauspiel, Performance, Videokunst und Musiktheater überschreiten, wird der Frage nachgegangen, ob nach dem Sprechtheater nun auch die Oper im Begriff ist, sich zu entgrenzen – und welche musiktheatralen Formen in der Zukunft denkbar sind. Dabei wird auch der gesellschaftspolitischen Status des Musiktheaters erörtert: Wie und auf welche Weise interveniert die Oper in aktuelle politische Diskurse? Auf welchen Ebenen – der Musik, der Narration oder dem Bühnengeschehen – kann Oper politische Anliegen adressieren, kritisieren und womöglich subvertieren? In diesem Zusammenhang rücken historische und aktuelle Formen nicht-europäischer Musiktheaterformen in den Fokus: Am Beispiel China wird der Kulturtransfers zwischen Europa und anderen musikalischen Traditionen diskutiert und gefragt, wie die wechselseitige (produktive) Übernahme fremder Kulturelemente für eine neue, offene und egalitäre Oper fruchtbar gemacht werden kann.

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