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Die Krähe und der Spatz ermitteln wieder in den dunkelsten Ecken von Frankfurt

07.11.2024 – 16:39 Uhr
Cover: Lautlose Schreie

Nachdem mich der Autor Leo Born bereits mit dem ersten Auftritt von Mara Billinsky, seiner außergewöhnlichen und ziemlich unkonventionellen Ermittlerin aus Frankfurt, restlos überzeugen konnte, habe ich mich direkt gefragt, ob er beim zweiten Band der Reihe das hohe Niveau des Auftaktes würde halten können. Das vorliegende Buch beantwortet diese Frage nun zu meiner vollsten Zufriedenheit und lässt mich voller Vorfreude und gespannter Erwartung auf die weiteren Bände blicken.
Grundsätzlich kann man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und nachvollziehen, da hier eine in sich abgeschlossenen Geschichte erzählt wird und alle erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden werden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.
Da sich aber mit der Geschichte um den unaufgeklärten Mord an Maras Mutter doch ein gewisser roter Faden durch die ersten beiden Bände zieht und dieser mit Sicherheit auch im nächsten Band weitergesponnen werden wird, empfiehlt es sich schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Der zweite Fall beginnt mit sieben toten Jugendlichen, die in einem Massengrab vor den Toren Frankfurts gefunden werden.
Mara "Die Krähe" Billinsky will sich natürlich sofort in die Ermittlungen stürzen, wird dabei aber von ihrem Vorgesetzten Klimmt direkt ausgebremst und mit ihrem Partner Jan "Der Spatz" Rosen auf einen Mordfall in einem Frankfurter Hotel angesetzt. Doch so einfach lässt sich Mara nicht die Butter von Brot nehmen, sie beginnt parallel zu ermitteln und entdeckt dabei auch schnell Verbindungen zwischen den beiden Fällen.

Auch wenn sich ihre Situation im Kommissariat langsam aber sicher bessert und sie nicht mehr so sehr um ihren Stellenwert in den Reihen der Polizei kämpfen muss, ist und bleibt Mara Billinsky ein etwas sperriger Charakter, der es ihren Mitmenschen und auch uns Lesern nicht gerade leicht macht, sie zu mögen. Das unter ihrer harten Schale aber doch ein weicher und verletzlicher Kern steckt, wird auch im weiteren Verlauf dieser Geschichte immer dann besonders deutlich, wenn sie uns ein wenig hinter ihre Fassade blicken lässt.

Leo Born zeichnet mit seinem packenden Schreibstil und seinen bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, auch hier wieder ein düsteres und ungeschminktes Bild der Mainmetropole, bei dem er seine überzeugend gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten tief in die düsteren Ecken Frankfurts eintauchen lässt. Neben reichlich Spannung und Dramatik liefert er in seiner gut aufgebauten Geschichte darüber hinaus auch noch eine überzeugende und zugleich überraschende Auflösung, die zum aktuellen Fall keine wesentlichen Fragen offen lässt und auch ziemlich realitätsnah ausfällt.

Auf den nächsten Band der Reihe, der ebenfalls noch im Jahr 2019 erscheinen soll, (ein weiterer Band ist auch schon für das nächste Jahr angekündigt) bin ich nun auf jeden Fall schon mehr als gespannt.
Die Messlatte hängt dabei weiterhin ziemlich hoch.


Gesamtbewertung: 5/5
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Klappentext

Lautlose Schreie

Thriller von Leo Born
Cover: Lautlose Schreie

Zwei tote Kinder. Ein Haus voller Schatten. Und eine Kommissarin, die dem Grauen ins Auge blickt – mitten im eiskalten Frankfurt. Frankfurt, Februar. Die Kälte kriecht bis in die Knochen, doch was Kommissarin Mara Billinsky und ihr Team auf einem verlassenen Feld erwartet, lässt selbst erfahrene Ermittler erstarren: Sieben tote Kinder, verscharrt wie Abfall. Keine Namen, keine Spuren. Nur Angst, Blut – und Operationsnarben, die an medizinischen Horror grenzen. Während Mara sich mit ihrem ruppigen Vorgesetzten und eigenen Dämonen herumschlägt, stößt sie auf ein Netz aus Menschenhandel, Organraub und tödlicher Stille. Die Spuren führen zu einem leerstehenden Haus, in dem das Grauen greifbar wird. Und zu einem Mord im Luxushotel, der alles miteinander zu verbinden scheint. Jeder Schritt in diesem Fall ist ein Tanz auf Messers Schneide. Opfer, Täter, Mittäter – die Grenzen verschwimmen. Mara, die Krähe, muss sich nicht nur gegen die Schatten der Stadt, sondern auch gegen ihre eigene Vergangenheit behaupten ...

Reihe
4.5 5056

Ein Fall für Mara Billinsky


Dieses Buch gehört zu der Reihe
»Ein Fall für Mara Billinsky« und umfasst derzeit etwa acht Bände.

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