Es geht um die Schnittstelle zwischen Ökologie und Philosophie
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Thema: Es geht um die Schnittstelle zwischen Ökologie und Philosophie
Natürlich. Aber allein das Vorwort ist schon eine Diskussion wert. Durch das viele Öko an allen Ecken und Enden vergisst man fast wofür es steht. Mit Bio ist es fast noch schlimmer. Ich stamme noch aus einer Generation in der das alles selbstverständlich war. Bis heute habe ich nie eine Scheibe Brot weggeworfen und keinen unnötigen Weg gefahren oder ein Stück papier auf die Erde geworfen. Das war Erziehung damals.
Freut mich natürlich, wenn das Vorwort schon eine Diskussion wert ist. Dann bin ich auf die Rückkoppelung zu den anderen Themen gespannt.
Hallihallo,
schick mir nochmal deine Adresse (an mmaraun@gwdg.de). Evtl. ist was schiefgegangen. Es gab auch einen Gewinner ohne Adresse.
Viele Grüße
Mark
Meine Adresse
Angelika Kopp
Theodor Heuss Allee 20
68519 Viernheim
LG Angelika
Liebe Angelika,
da kommt ja wieder eine Leserunde auf uns zu. Ich hoffe du beteiligst dich diesmal auch daran. Deine Meinung interessiert eben nicht nur Autor/innen. 11 Leserunden in der kurzen Zeit? Da muss ich den Hut ziehen. Bist du eigentlich auch bei Lovelybooks?
Ganz liebe Grüße
Monti
Ich schick dir eins.
Grüße
Mark
Was ich sehr schön finde ist die ausgeglichene Meinung zwischen Zufall und Determinismus. Nur der Kompromiss kann hier eine sinnvolle Lösung sein. Einseitige Standpunkte, wie alles ist determiniert, oder Willensfreiheit ist eine Illusion (Was ja vor Jahren mal die große Sensation auf Grund neuronaler Forschungen war), alles ist Zufall und Kausalzusammenhänge gibt es nicht, nur Synergien. Das alles sind Irrwege. Vielleicht ist aber 'Alles ist Ökologie' auch etwas zu polarisierend. Ich bin noch nicht weit gekommen (im Buch). Ich werde es mal weiter verinnerlichen.
Was meinst du mit "zu polarisierend"? Weiter oben hast du geschrieben, dass die ausgeglichene Meinung zwischen Determinismus und Zufall dir gut gefällt.
Obwohl das Buch ja kein Wälzer ist, habe ich es noch nicht durch. Ich will es ernsthaft durcharbeiten. Mir ist nur aufgefallen; es gibt diese Deterministen für die Alles mechanisch Ursache -> Wirkung ist und die andere Seite, die glauben alles ist Zufall, eben der Indeterminismus. Sie/Du tust meiner Meinung nach in deinem Prolog richtig nicht zu einer Seite tendierst. Also keinem monistischem oder kohärenten Weltbild anhängst. Und da ist mir aufgefallen, dass der Titel ja im Grunde im Gegensatz zum Prolog ein monistisches Weltbild postuliert. Ich hoffe, wenn ich das Buch durch habe, dahingehend etwas klüger geworden zu sein Der Titel wirkt also auf mich mehr polarisierend als er vielleicht will.
Na ja; ein bisschen kontrovers sollte das Buch ja auch werden. Sonst ist es ja langweilig. Ich weise schon auf die besondere Bedeutung von Ökologie (und Evolution) hin. Aber ich bin weit weg von Dogmatismus. ....und die wirklich kontroversen Themen kommen erst später im Buch
So, jetzt bin ich auch in Besitz des Buches und habe inzwischen das Vorwort und den Prolog inhaliert. Abgesehen davon, dass unser wissenschaftliches Interesse offensichtlich aus einer uns beiden gemeinsamen nahezu unstillbaren Neugier gespeist wird, finde ich den vorgestellten Rahmen, in dem sich die folgenden Ausführungen bewegen werden schon mal sehr interessant. Ein Aspekt, der mir sogleich ins Auge gestochen ist: "Ich möchte [...] analysieren, wie Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt interagieren und ob daraus eine Ethik abgeleitet werden kann. [...] Können wir aus der Natur irgendetwas für unser verhalten oder unsere Moral ableiten?" Die Frage, die mich in diesem Zusammenhang besonders interessiert ist: Gibt es möglicherweise auch eine Ethik und Moral nichtmenschlicher Tiere? Immerhin hat sich in den letzten Jahren nach einem gewissen Perspektivwechsel (weg vom Antrhopozentrismus) herausgestellt, dass nichtmenschliche Tiere nicht nur über Emotionen sondern auch über Kultur etc. verfügen. Möglicherweise ist also Ethik und Moral kein menschliches Alleinstellungsmerkmal, sondern eine natürliche Voraussetzung für die Evolution.
Zugegeben, das ist jetzt ein wenig in die Tüte formuliert. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die folgenden Kapitel.
Das finde ich sehr interessant. Bisher bin ich fest der Ansicht, Tiere und (Pflanzen) können weder Ethik noch Moral haben. Dazu müsste man natürlich genau definieren, was man unter Ethik und Moral versteht. Gehen wir von der Evolution aus. Wobei ich sogar unterstellen möchte, dass Evolution so etwas wie Ökologie beinhaltet. Wahrscheinlich sogar in hohem Maße. Wobei ich 'die Ökologie' als menschliche Sichtweise ansehen möchte, die nicht mit der natürlichen Ökologie der Evolution identisch ist. Dieser Betrachtungsweise folgend ist Ethik und Moral für die Evolution kontraproduktiv. Ich möchte sogar behaupten; nachdem der Mensch die 'eiserne Jungfrau' der evolutionären Fortentwicklung verlassen konnte, durch Fortentwicklung seines Verstandes, wäre die Fortentwicklung der Spezies sogleich gestoppt worden, hätte er damals bereits über eine fortschrittliche Ethik und Moral verfügt. Wir würden heute noch in Höhlen leben. Nur das 'homo homini lupus' Descartes bewirkte, dass wir uns durch diese speziesinterne Evolution weiterentwickelten.
Radikal, ich weiß. Aber ich bin ohnehin der Ansicht, jeder Mensch sollte seine eigene Sicht haben dürfen. Überzeugungsarbeit in jeder Form liegt mir fern.
Lassen sie mich noch einmal auf ihren Ansatzpunkt eingehen. Im Großen und Ganzen teile ich ihre Sicht. Ein Beispiel soll herhalten, das ich in diesem Sommer selbst erleben durfte. Wir kennen alle den Schwänzeltanz der Bienen. Unterhalb des Garagendachs fand ich diesen Sommer immer wieder mehrere Wespen, zwischen 3 und 6 Stück. Es sah stets so aus als würde eine einzelne Wespe umkreist. "Da wird mal wieder ein stockfremdes Tier totgestochen". in der Tat sah die Wespe in der Mitte am hilflosesten aus, wirkte lädiert und flugunfähig. Die Vorgänge dauerten mehrere Minuten bis zu einer Viertelstunde. Es war immer so, dass eine nach der anderen Weg flog. Am Ende verschwand auch die Wespe in der Mitte. Ich glaube schon mich in der belebten Natur relativ gut aus zu kennen. Bisher war mir ein derartiges Verhalten nicht aufgefallen.
Fragt man die KI erhält man:
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Bei Wespen gibt es tatsächlich ein ähnliches Verhalten wie den Schwänzeltanz bei Bienen, jedoch ist es nicht direkt vergleichbar.
Wespen, insbesondere die Paper-Wespen (Vespidae), kommunizieren miteinander durch eine Vielzahl von Verhaltensweisen, einschließlich Bewegungen und Körperhaltungen. Einige Arten von Wespen führen sogenannte "Tanzbewegungen" aus, um Informationen über Nahrung, Neststandorte oder andere wichtige Ereignisse zu übermitteln.
Ein Beispiel dafür ist die "Kreisbewegung" oder "Rundtanz", die von einigen Wespenarten ausgeführt wird, um die Lage eines Nahrungsfundes zu kennzeichnen. Dabei bewegt sich die Wespe in einem Kreis um den Eingang zum Nest, wobei sie ihre Körperhaltung und Bewegungen ändert, um die Richtung und Entfernung zum Nahrungsfund anzugeben.
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Nun ist das mit der KI ja so eine Sache. Interessant finde ich nur, das Nest hinter den Garagenschindeln war mit Sicherheit klein und daher kaum für Kommunikation geeignet. Offenbar haben die Wespen darum ihr Gespräch auf den Boden darunter verlegt. Eine erstaunliche Sache, weil sie scheinbar logische Schlüsse gezogen haben und erkannten da unten ist eine Wespe mit Gesprächsbedarf. Vielleicht ein Ansatz von rudimentärer Ethik.
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für deine Kommentare und Anmerkungen.
Die Frage nach der Ethik (evtl. sogar für nicht-menschliche Lebewesen) ist natürlich sehr spannend. Ich versuche aber im Verlauf des Buches darzulegen, dass wir aus der Natur absolut keine Ethik für uns ableiten können, und dass Ethik (und Religionen) generell Ideen sind, um Gruppenzusammenhalt zu ermöglichen bzw. zu erzwingen. Bin gespannt was du zu den anderen Kapitel sagst.
Hallo Monti,
es ist natürlich unglaublich schwierig Ethik und Moral zu definieren. Ich persönlich (und ich als Biologe) denke, dass Ethik und Moral häufig an sich schon heuchlerisch sein müssen. In der Regel definiert eine Ethik und Moral/Religion eine Innengruppe (Familie/Staat) (gegenüber der man sich positiv zugewandt verhalten sollte) und eine Außengruppen (die Anderen). Diese Außengruppe wird in der Regel abgelehnt; gegen die Außengruppe soll und darf man sich abgrenzen; und im schlimmsten Fall wird die Außengruppe verteufelt. In meinem Buch zeige ich , dass solche Diskriminierungen sehr häufig vorkommen (sie sind die Folge von kin selection), dass es aber unsere eigene Entscheidung ist, wie wir damit umgehen. Und: na klar; jeder kann und darf seine eigene Meinung haben (jedenfalls in einer freien Gesellschaft).
hinsichtlich Ethik und Moral als Regularium zum Existenzerhalt einer Gruppe und damit all die religiösen Ideologien als spezifisch menschliche Kulturäußerung gebe ich Dir ja vollkommen recht. Aber es gibt ja auch in den nichtmenschlichen Tiergemeinschaften weit verbreitet entsprechende Regeln, die im Ergebnis die gleiche Funktion haben. Und da stellt sich mir schon die Frage, ob da auch so etwas wie eine evolutionäre Grundlage sozialen Miteinanders existiert, die allen oder wenigstens den meisten Lebewesen notwendigerweise gemein sind und entsprechend iher jeweiligen Kultur ausgeprägt werden. Das Grundproblem bei der Behandlung solcher Fragen erscheint mir ja vor allem der anthopozentrische Ansatz, der ja traditionell schon bei den Begriffen die Gültigkeit für andere Spezies ausschließt, um sich selbst zu überhöhen.
Natürlich spekuliere ich nicht über Religionen und Ideologien bei Bonobos, Schimpansen, Erdmännchen oder wem auch immer, denn die kulturelle Ausprägung der sozialen Regeln der jeweiligen Gemeinschaften erschließen sich uns ja nicht so ohne weiteres. Und natürlich kann ich auch nicht darüber spekulieren, inweiweit die Gestaltung des inner- und überartlichen Zusammenlebens unbewusster oder bewusster Natur sind. Mir erscheint aber Fakt, dass es solche Regeln gibt die wir für uns Menschen als Ethik und Moral in Anspruch nehmen und dem Rest des Lebens absprechen. Ich möchte nur noch einmal daran erinnern, welche Erkenntnisse in den letzten Jahren hinsichtlich der kognitiven, intellektuellen, sozialen, kulturellen und kommunikativen Fähigkeiten der nichtmenschlichen Tiere in der Wissenschaft gewonnen worden sind.
Wollen doch hoffen irgendwann wird der Mensch es zur freien Gesellschaft bringen. Im Moment sieht es ja nicht danach aus. Ansonsten bin ich bei dir. Ohne jetzt Wolfgang widersprechen zu wollen. Die Natur kennt glaube ich nur eine 'Ethik', den Bestand in der Zeit. Das Universum ist ein lebensfeindlicher Raum und eigentlich nimmt die Entropie überall zu. Das Leben, wenn wir es als eigenständiges Prinzip sehen wollen, ist der Gegenpol. Dieser Erhaltung von Information oder sogar Steigerung der Ordnung in der ständigen Zunahme der Unordnung, muss es alles unterordnen, sonst geht es in der Zeit verloren, oder im Wirbel der Entropie unter. Wie man es sehen will.
ja, es ist in der Tat fast ein Wunder, dass komplexe Dinge (Leben, Bewusstsein) aus simplen Dingen entstehen können (Emergenz).
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Ja, das hat mich auch immer schon fasziniert. Freilich dachte ich mehr an eine Gegenbewegung gegen den zeitlichen Zerfall. Eine Antientropie. Eine Sache, die ich etwas einseitig dargestellt habe. Nicht nur das Leben ist Antientropie. Auch eine Kristallisation sollte man da zuzählen. Davon ausgehend sehe ich Emergenz als immanente Eigenschaft von Materie an. Im Grunde sind wir 'Kristalle', die so gebaut sind, dass sie ihre Struktur weitergeben können (durch Fortpflanzung). Die Gefahr der Zerstörung (Beschädigung) durch Umwelteinflüsse umgehen wir durch 'Vergleich' mit einem zweiten Exemplar.
Das sind Teilgedanken aus ihrem Kapitel; 'Abiotik. Biotik und Resource'. Für mich war immer die Grundlage des Lebens, dass es, um seine niedrige Entropie zu bewahren, die Entropie seiner Umgebung erhöhen muss. Wir atmen aus, verdauen, zerstören. Was jedoch seine Grenze in der Ressourcengröße findet. Die Balance in der Natur war demnach der Versuch des Gesamtsystems Leben die Gesamtentropie möglichst langsam wachsen zu lassen. Durch Verwertung vorhandener Ordnung, indem sie nicht dem Verfall preisgegeben wird. Verdauung ist für mich auch keine Zerstörung bis auf die Ebene chemischer Elemente, sondern die Nutzung komplexer Lebensmoleküle im eigenen Körper. Wie bei den Pilzen im Wald glaube ich an eine Verbindung des gesamten Lebens über diese komplexen Lebensbausteine und damit eines niedrigen Entropiepegels, der dem ganzen Leben zugute kommt. Sonst könnten wir uns von Mineralien ernähren. Diese persönliche Einstellung führt allerdings auch zu einer anderen Sicht auf Bio, Vegie u. ä. Es ist unsinnig auf Ernährungsalternativen zurück zu greifen. Sinnvoller wäre es, ein lebenswertes Leben den Tieren zu gönnen, von deren Tod wir profitieren wollen. Der Tod ist ohnehin unausweichlich.
Hallo Monti,
in meinem Buch versuche ich ja zu zeigen, dass es keine Balance of Nature gibt, sondern dass es häufig nur so aussieht als würde es so etwas geben. Wenn es eine Balance of Nature geben würde hätte sich nicht über 100te von Millionen Jahren organisches Material akkumuliert, dass wir heute als Gas, Öl und Kohle verbrennen.
Und: auch der Tod ist nicht unausweichlich. Ein Einzeller teil sich in zwei neue Zellen; niemand stirbt dabei.
Ich versuche zu lernen. In diesem Sinne, danke für die Antwort. Die Frage nach dem Tod ist, glaube ich etwas schwieriger. Ich erinnere mich an einen Artikel über die Volvox Alge: 'Wie der Tod in die Welt kam'. Einzeller leben zwar, aber haben sie auch bewusst etwas von ihrem Leben? Volvox ist auch nicht bewusst, das sie existiert. Aber ist der Unterschied so groß zum Bakterium? Da ist wieder die menschliche Sicht bestimmend. Leben wir nicht in unseren Kindern weiter? Ein Bakterium würde es wahrscheinlich so sehen, wenn es könnte. Ich glaube wir müssen vom Tod des individuellen Bewusstseins reden, wenn wir über den Tod nachdenken.
Das Bewusstsein evolviert ja so langsam im Laufe der Evolution (siehe freedom evolves von D.C. Dennett). Ein echtes emergentes Phänomen.
Der Tod kann natürlich auch eine Alge treffen (durch Frass); aber bei ihrer Reproduktion (Teilung) muss erstmal keiner sterben. Bei uns lebt ja auch nur die Keimbahn weiter (also ein Teil von uns); aber die Körperzellen (die alle sterben) machen das halt mit, da sie (vor der Meiose) erstmal identisch sind mit der Keimbahn.
Und: Ja, natürlich leben wir (unsere DNA) in unseren biologischen Kindern weiter (und auch in ein wenig in anderen biologisch Verwandten; = kin selection). Darum dreht sich die gesamte Evolution/Ökologie
Hoffentlich nerve ich nicht. Hatte auch etwas Austausch mit Herrn Schwerdt oder Angelika erhofft. D.C. Dennett war noch nicht in meinem Focus. Aber ich werde sehen etwas von ihm zu lesen. Das Bewusstsein sehe ich als Selbstreflektion die sich evolutionär bewährt hat.
Das Kapitel Biogismus ist faszinierend. Für mich ist sie wertefrei, die Natur. Denn nur wir als egomanisches Wesen projizieren Werte hinein. Demokratie ist für mich ein betrügerisch genutztes Wort. Für mich gibt es aktuell nur Republiken als Zuchtanstalten für Despoten und Diktaturen, die aus Seilschaften und Interessengruppen ihre Machtgebäude entwickeln. Die Schweiz als halbherzige Demokratie ist zumindest erwähnenswert. Das Kapitel Tragödie der Gemeinschaft zeigt dieses Drama der Unregierbarkeit durch die Blume auf. Ich sehe immer Vogelschwärme als Beispiel. Der unorganisierte Schwarm der Stare erfüllt seinen Zweck (Demokratie). der Schwarm der Gänse und Kraniche führt in den Untergang durch die Nutzung eines Führers (Republik) der schließlich im Wahn auf der Autobahn landet (Atombomben einsetzt ) Offenbar lernen wir nichts dazu. Die Griechen haben es uns doch vorgemacht. Mit der heutigen Technik wäre eine echte Demokratie ein Kinderspiel. Ohne sie, davon bin ich fest überzeugt, hat der Mensch keine Zukunft. Gerade unsere aktuelle politische Weltlage zeigt es überdeutlich. In echten Demokratien hätte es keinen 1ten oder 2ten Weltkrieg gegeben, weder einen Putin noch einen Trump. Es beinhaltet freilich weder eine Wahl von Vertretern noch Parteien. Nur abstimmenden Demos und ausführende Organe, die möglichst durch Auslosung besetzt werden.
Sorry, aber ich bin derzeit durch ein kleines Projekt zeitlich recht gebunden. Aber ich werde mich spätestens am Wochenende wieder der Lektüre des Buches widmen und mich an der Diskussion beteiligen.
Freut mich. Aber lass dich nicht stressen. Bücher sind ja gerade 'Verewigungs' Objekte für Informationen.
Hallo Monti,
du nervst nicht
Das Kapitel Biologismus war mir auch sehr wichtig. Wir als Biologen können Aussagen treffen wie zB alle Organismen verbrauchen Ressourcen; oder: kin selection ist ein Schlüssel zum Verständnis des Verhaltens der meisten Lebewesen. Aber aus dem Ist Zustand der Natur können wir nichts ableiten für unsere Werte (aber wir können alles reinprojizieren; was dann mehr über uns als über die Natur aussagt).
Zur Demokratie: so einfach ist es nicht. Die ersten Demokratien waren nur Stadtstaaten; der Informationsfluss war einfach zu langsam (siehe vom Harari das Buch NEXUS).
Und Demokratien können auch Kriege beginnen (USA, Großbritannien, Frankreich...)
Und eine wichtige Frage bleibt. was geschieht durch social media, KI. Werden Informationsfluss und Selbstkorrekturmechanismen besser, oder führen social media und KI zu Desinformation und Chaos....?
Für mich sind USA, Großbritannien, France usw. keine Demokratien, sondern Republiken. Da trenne ich sehr streng. Vertreter zu wählen macht aus einem Staatengebilde für mich keine Demokratie. Die Bürgerschaft gibt damit ihre Gewalt ja aus der Hand und ist damit keine Demokratie mehr sondern nur noch eine Republik. Und die sind bis jetzt alle untergegangen und haben Kriege ohne Ende geführt.
Wenn ich meine Überzeugung noch äußern darf? Demokratien sind immer schneller als andere Regierungsformen. Auch bei den Stadtstaaten war das bereits so. Die Archonten wurden für ein Jahr ausgelost und begannen am gleichen Tag zu 'verwalten'. Sie waren ja nur ausführendes Organ, die Gesetze und Vorhaben kamen von den Abstimmungen. Bei uns ist das Parlament nach einem Jahr noch im Tiefschlaf. Republiken sind immer langsamer, denn der Konsens muss ja erst gesucht werden, während er bei Abstimmungen bereits festliegt. Harari ist für mich ein typischer Vertreter von Show-Philosoph, der über Dinge schreibt, von denen er keine Ahnung hat. Von KI versteht er jedenfalls nichts. Im Bereich EDV sind viel zu viele Fehler gemacht worden. Da fällt mir der Blick nach vorne schwer. Steve Jobs hätte ins erste Handy einen Schlitz für den Ausweis einbauen müssen und Tim Berners Lee ein Verfallsdatum in die erste Webseite und ins HTML. Bis heute gibt es das Beides nicht. Damit sind diese Produkte eigentlich wertlos. Mit der KI ist es nicht viel anders.
Hi Monti,
du spannst ja einen weiten Bogen
Vom Prinzip sind wir natürlich jetzt außerhalb von allem worum es in meinem Bucht geht.
Ich kann höchstens meine persönliche Meinung dazu äußern; aber nichts davon beruht mehr auf der Ökologie.
Direkte Demokratie kann meiner Meinung nur in kleinen Regionen/Ländern funktionieren; ansonsten braucht man schon Politiker, die wirklich Dinge entscheiden nachdem sie gewählt worden sind. Und den Harari halte ich schon für nen guten Wissenschaftler und Autoren. Er ist ja Historiker; kennt sich aber sonst auch sehr breit aus. Mir gefallen seine Bücher.
Ok, das muss ich zugeben. Trotzdem finde ich viel Politik in deinem Buch. Der Epilog ist wie Vorwort und Prolog wieder mal herausragend. Ich bin also durch. Natürlich fange ich jetzt richtig an Werbung dafür zu machen, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Gegen Harari habe ich natürlich nichts und ungetrübte Freude soll jeder in dieser Welt haben dürfen. Ich hatte mit 14 das 'ABC der Relativität' von Bertrand Russell gelesen. Seine Ausführungen zu den grundlegenden Ideen der Philosophie faszinierten mich so, das ich anfing alles an Philosophie zu lesen was ich in die Finger bekam von Thales von Milet bis Nietsche. Die Stadtbücherei und die Fernleihe hatte viele Bücher. Trotzdem habe ich nie ein Buch zur Philosophie geschrieben oder mich als solcher ausgegeben. Nun wirst du denken, was wird das schon gewesen sein. Nun, es waren mehrere Hundert Bücher. Von Kant habe ich selbst die 'Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels' im Originalwortlaut verschlungen. Auf meinem Schreibtisch liegen aktuell Anaxagoras Fragmente. Was ich absolut nicht ertrage ist wenn mir Schauspieler, Historiker oder ähnliche Geistesgrößen etwas über Dinge erzählen, von denen sie wirklich nichts verstehen können.
Mir hat von Ditfurth trotzdem gut gefallen. Auch den Club of Rome habe ich mit Interesse verinnerlicht, obwohl ich es für totalen Unsinn gehalten habe. Es war halt auch meine Zeit.
Natürlich bleibe ich bei meiner Meinung, dass wir ohne echte Demokratie nie in Frieden auf der Erde leben werden. Es sei denn wir genmanipulieren den Menschen und befreien ihn dadurch von seinen Emotionen und all zu menschlichen Eigenarten. Commander Spock von der Enterprice könnte ich mir gut als Kanzler vorstellen, was wir bis jetzt hatten war unterste Liga.
Aber nun habe ich genug palavert.
Was mich wundert sind die zahlreichen kleinen Tippfehler in deinem Buch (schreibt ein Legastheniker). Hat der Springer keine Lektoren mehr?
Schon mal viele viele Wünsche zum zweiten Advent.
Hey Monti,
also erstmal vielen Dank für deine Besprechung auf Lesehits! Ich hatte bei dir eher mit 4 von 5 gerechnet
Bedeutet mir sehr viel. Ich hab ja noch nicht so viel feedback bekommen. Das wird sich evtl. ändern, falls es klappt, dass ich im März in Leipzig auf der Buchmesse sein kann; am Springerstand.
Ja, es ist auch viel Politik im Buch. Ich gebe das zu. Wenn ich eine neue Partei gründen würde, würde ich (wie man meinem Buch entnehmen kann) ein bisschen von den Grünen, etwas von der CDU und ein wenig von FDP und SPD übernehmen.
Danke, dass du sogar Werbung dafür machen willst ! Im Januar kommt das Buch auch auf Englisch raus (falls du jemanden kennst der lieber Englisch liest). In der englischen Ausgabe (mit DeepL übersetzt) sind dann auch keine Fehler mehr drin. Das Korrekturlesen ging ganz schnell; die Lektoren bei Springer lesen nicht Korrektur.
Ich finde das sehr toll, dass du dich so breit interessierst; das ist ja eher selten. Die Studies an der Uni lesen fast gar keine Bücher mehr.
Ich plane tatsächlich ein zweites Buch. Wenn es soweit ist, komme ich evtl. mal auf Dich zurück. Du kennst dich ja sehr breit aus. Es wird darin natürlich erstmal auch um Ökologie und Evolution gehen; aber ich wollte dabei dann auch wieder weit darüber hinausgehen. Es wird um Emergenz gehen, und um Monismus/Dualismus, Sex und Parthenogenese, um Liebe, um Gaia und vieles mehr.
Tausend Dank nochmal für deine ganzen Anmerkungen und Kommentare. Ich denke drüber nach.
(auch ich habe früher die gesamte Stadtbibliothek leergelesen , und zuhause habe ich auch Bücher meterweise...)
Schönen 2. Advent dir !
Nun habe ich es zu Ende gelesen und erlaube mir erste Anmerkungen. Dabei bitte ich zu berücksichtigen, dass ich gelegentlich durchaus Missverständnissen und subjektiven Interpretationen zum Opfer gefallen sein kann.
Nun, für mich gibt es beim Prolog und dem Kapitel Abiotik, Biotik und Ressource erst einmal nichts zu diskutieren, diese Kapitel stellen eine gelungene Zusammenfassung der Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der Evolution dar. Und im Grunde sind auch die Kapitel über den Biologismus und den Global Change für mich weitgehend unstrittig.
Die Diskussion beginnt bei mir mit folgendem Satz im Kapitel Tragedy of the commons …
„Um Naturschutz zu machen, muss sich also die ganze Gruppe (also die Menschheit) darauf einigen […] dass alle dafür Geld ausgeben müssen, sich in ihrer Ressourcennutzung begrenzen und dass alle Menschen Opfer bringen müssen.“ Und dann folgen so Sachen wie „ich produziere Atommüll“ oder „ich profitiere davon, dass allgemeine Güter, die allen gehören (sollten) […] verbraucht werden können und ich als Verbraucher davon profitiere, während die Gruppe darunter leidet. […] Dabei zahlt es sich für das Individuum natürlich aus, diese Ressource rücksichtslos auszuplündern, um mehr Ressourcen als andere zu akquirieren.“
Die Begründung für diese These liefert dann der evolutionsbedingte, naturgegebene, allgemeingültige Egoismus, der in dem Bedürfnis (der Notwendigkeit) im Rahmen der „kin-selection“ seine Gene weiterzugeben eine m.E. zuvor abgelehnte biologistische Argumentation. Um nicht missverstanden zu werden: Auch ich bin der Meinung, dass es für ein Individuum keinen Sinn ergibt, irgendetwas zu tun, ohne dafür einen wie auch immer gearteten Nutzen zu haben. Dazu gehören Selbstbestätigung, ökonomische Vorteile, gesellschaftliche Anerkennung, emotionale Befriedigung und vieles andere mehr. Doch das Phänomen des überbordenden globalen menschlichen Ressourcenverbrauches, der eben nicht dem leider auch hier undefinierten „Wohlstand“ oder auch nur der existenziellen Bedürfnisbefriedigung von Individuen oder der Gemeinschaft dient, sondern in globalem Maßstab zum zerstörerischen ökonomischen und Gruppenunabhängigen Selbstzweck geworden ist, kann damit nicht erklärt werden. Das steckt m.E. eben nicht im genetisch bedingten Egoismus.
Dass übrigens freiwillige Selbstaufgabe ohne irgendeinen Nutzen – also deine Definition von Altruismus - nicht gerade evolutionsfördernd ist – geschenkt. Und ganz sicher ist das in keiner Gesellschaft ein übermäßig weitverbreitetes Phänomen. Warum du allerdings darauf so „herumreitest“ (sorry) erschließt sich mir nicht so recht.
Mit dem Kapitel Population und Demografie habe ich so meine Probleme, weil hier unsere Wirtschaftsverfassung einfach als gegeben und offensichtlich unveränderlich hingenommen wird. Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang einmal auf zwei Beiträge aus der Rubrik Mensch-Tier Umwelt meines Kulturstrompodcasts hinzuweisen, die vielleicht meine Bauchschmerzen ein wenig veranschaulichen.
Plädoyer für Ökonomieoffenheit
https://steady.page/de/schwerdt/posts/644260ae-716b-4f6e-8139-9c0d92cf3923
Fritzes Erkenntnisse und das „Wir“
https://steady.page/de/schwerdt/posts/0f51b63c-50fb-4851-ad0d-57e946c499c1
Im Epilog und Ausblick habe ich auch einiges anzumerken. Mir fehlt da denn doch eine gewisse definitorische Sauberkeit. So wird bei der Sinnsuche unter Religionen, Sekten und Ideologien alles mit ismus subsummiert, obwohl es sich bei der Aufzählung um inhaltlich recht unterschiedliche Dinge handelt. Der Kapitalismus gehört sicher nicht dazu, der ist schlicht und ergreifend ein Wirtschaftssystem, die dazugehörige Ideologie ist der (Wirtschafts-)Liberalismus (nicht zu verwechseln mit dem Sozialliberalismus).
Übrigens „Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit etc.“ haben „wir im Westen“ nicht alle geschenkt bekommen. Ich gehöre noch der Generation an, die im Rahmen der 68er genau dafür gekämpft haben.
Und ja, die Hoffnung stirbt zuletzt!
Wie gesagt, das alles ist nicht als substanzielle Kritik dieses m.E. empfehlenswerten Büchleins, sondern als Diskussionsbeitrag zu verstehen, zugegeben auch aus einer eher ökonomisch-kulturgeschichtlichen Perspektive.
Alle Achtung vor deinem Einsatz insbesondere bezüglich Podcast usw. Ich gehöre nun mal einer Generation an, aber ich weiß nicht einmal ob es anderen genau so ging, der nicht gelernt hat über seine Verhältnisse zu leben. Mein Vater hatte neben seinem Industriejob immer Landwirtschaft betrieben, eben in dem Rahmen wie er konnte. Wir haben immer von der Hand in den Mund gelebt, weil es nicht anders ging. Wenn ich nicht das Butterfass bedient hab, hatten wir eine Woche keine Butter. Ich hatte auch keine Zeit an Demos teil zu nehmen, wäre hätte die Kuh in den Stall gebracht? Natürlich hinterlässt so eine Jugend tiefe Kratzspuren. Ich habe nie etwas an die Erde geworfen, ob ein Stück Bonbonpapier oder was auch immer. Ich würde auch nie den Dreck von anderen aufheben. Jeder muss in dem leben was er sich selbst hinterlässt.
Für mich sieht das Ganze aus, als würden wir mit Problemen kämpfen, die wir uns zuvor selbst produzieren. Leider ist uns auch nicht damit geholfen an bestehenden politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Problemen herumzudoktern. Natürlich sind wir eine egomanische Gesellschaft hier im Westen und den restlichen Himmelsrichtungen. Auch Altruismus wird uns aus der Sackgasse nicht herausführen. Wie altruistisch sind Ameisen, Bienen oder Wespen? Ich glaube z.B. auch nicht an den großen Sinn ehrenamtlicher Tätigkeit. Ohne Kapitalist sein zu wollen behaupte ich, wenn jedes Ehrenamt gerecht bezahlt werden würde, und der Empfänger der Leistung auch das Geld dazu hätte zu bezahlen, ginge es uns allen besser. Kapital macht für mich nur Sinn, wenn damit Leistung entlohnt wird. So gesehen ist Elon Musk für mich der ideale Mrdär. Freilich macht der Wunsch zum Mars zu fliegen nicht den geringsten Sinn. Ich werde es zwar nicht erleben, aber der erste Flug dort hin wird in einer Katastrophe enden. Da bin ich mir ziemlich sicher. Geld wurde erfunden, um Großprojekte (Leider waren es damals nur Kriege) durchführen zu können. Das sinnlose Anhäufen für egoistische Zwecke müsste hart bestraft werden und jedes Kapital über den alltäglichen Bedarf oder für nicht Finanzierung gemeinnützlicher Projekte müsste als 'Steuer' abfließen.
Insekten sind nicht altruistisch. Und Altruismus nennt man im Alltagsgebrauch auch einfach Dummheit.
Leider sehe ich unsere Gesellschaft wieder einmal in die falsche Richtung ziehen. Und vieles verstehe ich ohnehin nicht. Als die ZKS gebaut wurde und die Firma Dr. Otto am Übergabetermin nicht fertig war, bekam sie noch einen Monat Frist gesetzt. Danach hatte sie eine Strafe zu zahlen und war Pleite. Wie man einen Bahnhof nach 17 Jahre nach Übergabe immer noch nicht fertig haben kann und als Baufirma immer noch existiert ist mir ein Rätsel. Zumal ich auch nicht verstehe wie ein Mensch Landesoberhaupt sein kann, der mit einer infamen Lüge in sein Amt gewählt wurde. Das kommt mir vor wie ein Rudel Schweine, die sich um einen Trog drängen der immer wieder nachgefüllt wird. Für meinen Geschmack ist das Ganze ein Irrenhaus, das auf dem Fundament der Lüge beginnt; wir würden in einer Demokratie leben. Ich glaube auch nicht, dass echte Demokratien nur in Polis funktionieren können. Wo die Welt heute doch ein Dorf ist? Wenn nicht heute, wann dann?
Zugegeben, meine Ideen sind extrem. Aber ich äußere mich auch nicht um überzeugen, das wäre undemokratisch.
Hallo Wolfgang,
dir auch vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen.
Ich sehe, dass das ein umstrittenes Thema ist (sind wir von Natur aus selfish; bzw. unsere Gene). Die meisten Daten (und die überall sichtbare Tragödie der Allmende) unterstützen das. Das heisst nicht, dass wir uns dem fatalistisch ergeben müssen (siehe Biologismus Kapitel). Aber es bedeutet, dass es uns nicht in die Wiege gelegt ist, für die Gruppe zu handeln. Daher die ganzen Misserfolge beim Klimaschutz. Eine erfolglose Konferenz nach der anderen (erst wenn es uns persönlich betrifft, e.g. Wassermangel wie in Teheran wird etwas passieren).
Wo ich dir 100% zustimme. " Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit etc.“ haben „wir im Westen“ nicht geschenkt bekommen. " Genau ! (gefühlt sehe ich mich auch als 68er). Daher müssen wir dafür kämpfen. Meiner Meinung nach kann der zunehmende Egoismus (der uns leider in den Genen liegt ) am Ende dazu führen, dass wir als Gruppe untergehen (denn wer will schon Steuern zahlen, wer will unser Land verteidigen etc etc). Ein schwer auflösbares Problem der liberalen Gesellschaften....
Auch ich sehe das Buch eher als eine Diskussionsgrundlage an. Wahrheiten gibt es in den Naturwissenschaften nicht; und in der Philosophie und Politik schon gar nicht.
Cherio
Mark
Hi Monti,
na ja, viele Themen sind in der Tat nur noch locker mit meinem Buch verbunden. Aber ein paar Dinge sind schon spannend. Also, Ameisen, Bienen etc sind in der Tat nicht altruistisch (obwohl es so aussieht). Alle verfolgen genetisch egoistische Ziele; trotzdem sind sie eine starke GRUPPE.
Beim nächsten Thema berührst du einen wichtigen Punkt ("Das sinnlose Anhäufen für egoistische Zwecke müsste hart bestraft werden und jedes Kapital über den alltäglichen Bedarf oder für nicht Finanzierung gemeinnützlicher Projekte müsste als 'Steuer' abfließen). Nur wer legt den alltäglichen Bedarf fest ? Haus, Auto, großes Haus, großes Auto, irgendein Urlaub, kein Urlaub, Hawaii, Malediven, Essen gehen überflüssig, selber kochen, Lachs und Kaviar ....? was ist der alltägliche Bedarf? Daran sind schon viele sozialistische Systeme gescheitert. Ich denke, Arbeit müsste weniger besteuert werden; Kapitalerträge mehr (geht aber nicht, weil das Geld dann abfliesst; tragedy of the commons).
Demokratien sind ja ein Gespräch; daher sehe ich alle ehrlichen Meinungen erstmal als willkommen an
Die Existenz einer absoluten Wahrheit verneine ich ebenfalls. Was aber ist es mit dem Satz: "Die Welt, in der wir leben, ist die beste aller möglichen Welten." aus "Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l'homme et l'origine du mal". Mit dem kämpfe ich schon seit Jahrzehnten. Für mich ist er falsch, also ist das Gegenteil wahr. Denn beides kann nicht gleichzeitig falsch sein. Trotzdem möchte ich meinen 'Namensvetter' nicht Stich lassen und forme so um: "Jeder sollte bestrebt sein, dass unsere Welt sich in Richtung einer besten aller möglichen Welten weiter entwickelt.
Der Utilitarismus ist schon prinzipiell eine gute Idee (in der Praxis aber nicht immer leicht umzusetzen). In der besten aller möglichen Welten leben wir eher nicht (siehe Candide....).
Und zu Paradoxien, die wir nie werden auflösen können, schau mal in "Gödel. Escher, Bach" vom Hofstadter
Kants kategorischer Imperativ geht in die gleiche Richtung; aber es gibt immer das Problem der free rider und der tragedy of the commons. Das wird sich nie ändern (muss aber keine Katastrophe sein).
Ohne weiter palavern zu wollen. Es müsste bei der Erziehung anfangen. Urlaubsreisen sind fast wie Konferenzen, die meiner Meinung nur per Online stattfinden dürften. Wenn natürlich ein Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst goldene Wasserhähne braucht so ist das overboardet. Nur was tun, wenn Erziehung fehlt und gesellschaftliche Schranken nicht massiv genug sind. Sollten wir wieder zu Galgen und Radflechten zurück?
Ich bin ganz bei dir. Demut ist angemessen !
Aber Demut wird häufig von den Machern als Rückzug angesehen.
Nicht wirklich überraschender Weise habe ich mal wieder eine Sendepause eingelegt, denn neben meinem leider etwas verzögerten Projekt mache ich mich auch daran, die Rezension zu schreiben. Ein Unterfangen, das sich aus verschiedenen Gründen schwieriger gestaltet, als ursprünglich gedacht ????. Na ja, gut Ding will eben Weile haben. Also, bis die Tage und wer Lust hat, in meinen Kulturstrom-Podcasts lässt sich in der Zwischenzeit wunderbar stöbern und da lassen sich auch weitere Dinge finden, die hier zum Thema passen.
Danke auch monti für deine positive Resonanz auf meine Kulturstrom-Geschichten.
P.S. vergesst die Fragezeichen, das sollte ein Smily werden
So, meine Buchvorstellung ist nun fertig.
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für deine ausführliche Buchvorstellung ! So genau hat es noch keiner gelesen (außer Monti vielleicht). Ich fühle mich gut wiedergegeben. Freut mich sehr, dass du das Buch als Denkanregung wahrnimmst. So war es auch gedacht.
Danke auch für die Kritik. Ich hatte das in der Tat auch als ein Buch angesehen, dass Diskussion initiieren soll. Ich liefere keine Wahrheiten.
Viele Grüße und schöne Weihnachten.
Hallo Mark, schön, dass dir meine Buchvorstellung zusagt. Wie gesagt, es war in verschiedener Hinsicht ein Stück Arbeit, denn wie du bemerkt hast, gab es da eine Menge Kritik bzw. Diskussionsbedarf meinerseits, andererseits aber überhaupt keinen Grund, das Buch zu verreißen. Das an die Lesenden zu bringen ist natürlich nicht einfach.
Aber ich danke dir auch für den Mut und die Bereitschaft, das Buch auf Plattformen, die ja im Wesentlichen ein nichtwissenschaftliches Publikum bedienen, zur Diskussion zu stellen, also den sogenannten Elfenbeinturm zu verlassen und dann auch noch weitgehend allgemeinverständlich zu schreiben. Das ist im deutschen Wissenschaftsbetrieb ja nicht gerade üblich, und gelegentlich auch nicht zwingend karrierefördernd.
Viele Grüße und auch dir eine schöne Weihnachten.
Hallo Wolfgang,
deine Buchvorstellung ist bisher die ausführlichste von allen. Und trotz der Kritik finde ich sie wirklich gut.
Du hast ansonsten völlig recht. Als Wissenschaftler ein nicht-wissenschaftliches Publikum anzusprechen ist nicht ganz einfach und auch wirklich nicht üblich, was ich sehr schade finde. Und es ist in der Tat auch nicht karrierefördernd. Ich denke, mehr viel Wissenschaftler sollten sich auch mal an das nicht-wissenschaftliche Publikum wenden. Im anglo-amerikanischen Bereich ist das eher mal üblich.
Falls du Lust und Zeit hast, wäre es mir natürlich eine große Ehre und Freude, wenn du deine Buchvorstellung auch auf amazon hochladen würdest.
Viele Grüße und schöne Feiertage
Das mit Amazon mache ich, und hier gibt es die auch schon https://katzen-kultur.blogspot.com/2025/12/alles-ist-okologie.html. Auf Fb werde ich die auch verlinken.
Im anglo-amerikanischen Bereich sind sogar die Fachbücher für ein wissenschaftliches Publikum deutlich lesbarer.
Vielleicht sieht man sich ja mal hier in der Region, für die Buchmessen etc. sind wir (meine Frau und ich) leider nicht mehr so mobil. Aber eine gemeinsame Lesung mit anschließender Diskussion (ich schreibe ja im weiteren Sinne auch zum Thema), wäre schon interessant. Man bräuchte halt einen Veranstalter.
Hallo Wolfgang
danke Dir !
und auch für den blog link
Ich halte in Göttingen oft Vorträge (e.g. chalk talks); da könnten wir uns sehen.
Auf der Buchmesse in Leipzig 2026 bin ich vermutlich auch. Beim Springer Stand.
Und am 1.1.26 kommt das Buch auf Englisch raus. Man sieht es schon auf amazon
Viele Grüße
Mark
