Alles nur Konsum
Kritik der warenästhetischen Erziehung
Wolfgang Ullrich, der gern (Kunst-)Themen gegen den gefälligen Strich bürstet,
denkt über Konsum nach. Er wertet die Konsumkultur auf und befragt sie
dennoch kritisch. Dabei begibt er sich auf ein höchst emotionales Feld, weil
die Inszenierung von Markenartikeln unser aller Erfahrungswelt betrifft. Mit
einem Duschgel, Tee oder Joghurt wird heute immer auch eine Lebenshaltung
verkauft. Mit dem neuen Wellnessdrink kaufen wir uns ebenso ein gutes Gewissen
wie mit fair gehandeltem Kaffee.
Mit dem Untertitel spielt Ullrich auf die Briefe Über die ästhetische Erziehung
des Menschen an, in denen Schiller die Kunst als unabdingbar für die
Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft bezeichnet. Ullrich versucht
nun, Kunstwerke und Konsumprodukte einander anzunähern, nicht zuletzt,
weil die Inszenierung von Produkten derjenigen von Kunstwerken häufig in
nichts nachsteht.
Ullrich kann der Verwandlung des Bildungsbürgers in den Konsumbürger
positive Seiten abgewinnen: Gutes Design habe eine erzieherische Wirkung,
und es erreiche die Menschen besser als andere Massenmedien. Ullrich bleibt
also Optimist – und er hält uns auf nicht selten erfrischende Weise den (Konsumenten-)
Spiegel vor.
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| Veröffentlichung: | 05.03.2013 |
| Höhe/Breite/Gewicht | H 19 cm / B 12 cm / - |
| Seiten | 208 |
| Art des Mediums | Buch |
| Preis DE | EUR 12.90 |
| Preis AT | EUR 13.30 |
| Reihe | Wagenbachs andere Taschenbücher 699 |
| ISBN-13 | 978-3-803-12699-3 |
Über den Autor
Wolfgang Ullrich, geboren 1967 in München, studierte dort ab 1986 Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik. 1994 promovierte er mit einer Dissertation über das Spätwerk und Ereignis-Denken Martin Heideggers. Neben Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen war er von 1997–2003 als Assistent am Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in München, 2003/04 war er Gastprofessor für Kunsttheorie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seine Professur für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, die er seit 2006 innehatte, legte er 2015 nieder. Seither lebt er als freier Autor in Leipzig. Zahlreiche Publikationen, insbesondere zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, über moderne Bildwelten sowie Wohlstandsphänomene. Er ist Mitherausgeber der Reihe DIGITALE BILDKULTUREN.Diesen Artikel teilen
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