
Hören und Sprechen im Krieg
Informelle Kommunikation und Handlungsmacht in der Gesellschaft des Nationalsozialismus, 1939–1945
Im Januar 1942 schlug der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS Alarm: Die Bevölkerung baue sich „ihr Bild" zusammen und übernehme „die unsinnigsten Gerüchte" kritiklos. Was der SD als ein Problem wahrnahm, bildet den Ansatzpunkt für das Buch des Historikers Felix Berge. Er untersucht die Alltagskommunikation in der deutschen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg als Sammlung, Aneignung und Verbreitung von Informationen. Dazu dient eine breite Quellenbasis: Berichte und Schriftverkehr von Behörden und NSDAP, Gestapo-Ermittlungen und Gerichtsverfahren, Zeitungen und Chroniken, aber auch Tagebücher und Briefe. Wie tauschten sich Menschen unter den Herrschaftsbedingungen des Nationalsozialismus aus? Wie veränderte sich Kommunikation im Krieg, als das Vertrauen in die Medien zerfiel und die Wahrheit von allen Seiten unter Beschuss geriet? Informelle Kommunikation konnte die Gesellschaft in der Krise strukturieren, verlieh Individuen Souveränität und war ein Überlebensmittel. Wer mehr wusste, besaß Vorteile. Doch die Deutschen artikulierten auch Ängste und Gewalt, sie sprachen über Verbrechen und Holocaust. Das NS-Regime bekämpfte diese „Gerüchtemacherei" nicht nur, es nutzte informelle Kommunikation in der „Mundpropaganda" auch selbst.
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| Veröffentlichung: | 03.11.2025 |
| Seiten | 560 |
| Art des Mediums | E-Book [Kindle] |
| Preis DE | EUR 89.95 |
| Preis AT | EUR 89.95 |
| Auflage | 1. Auflage |
| Reihe | Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte 152 |
| ISBN-13 | 978-3-111-65768-4 |
Über den Autor
Felix Berge, Universität der Bundeswehr, München.Diesen Artikel teilen
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