Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel
Zwischen Integration und Ausgrenzung
Politikverdrossenheit, Arbeitslosigkeit und neue Armut, Fremdenfurcht und Gewaltakte gegen AuslĂ€nder erreichen ungeahnte Dimensionen. Sie verdeutlichen die Kehrseite der Modernisierungen und die Hilflosigkeit unserer Institutionen. Wie sind diese beunruhigenden VerĂ€nderungen der sozialen Gesamtordnung zu verstehen? Das vorliegende Buch, das auf langjĂ€hrigen qualitativen und quantitativen Forschungen in drei ausgewĂ€hlten Regionen und einer breit angelegten reprĂ€sentativen Befragung fĂŒr das Gesamtgebiet der alten Bundesrepublik beruht, versteht diesen Wandel als Teil einer umfassenden Modernisierung unserer Sozialstruktur.
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| Veröffentlichung: | 23.07.2001 |
| Höhe/Breite/Gewicht | H 17,6 cm / B 10,8 cm / 471 g |
| Seiten | 594 |
| Art des Mediums | Buch [Taschenbuch] |
| Preis DE | EUR 26.00 |
| Preis AT | EUR 26.80 |
| Auflage | 4. Auflage |
| Reihe | suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1312 |
| ISBN-13 | 978-3-518-28912-9 |
| ISBN-10 | 3518289128 |
Ăber den Autor
Pierre Bourdieu, am 1. August 1930 in Denguin (PyrĂ©nĂ©es Atlantiques) geboren, besuchte dort das LycĂ©e de Pau und wechselte 1948 an das berĂŒhmte LycĂ©e Louis-le-Grand nach Paris. Nachdem er die Eliteschule der Ăcole Normale SupĂ©rieure durchlaufen hatte, folgte eine auĂergewöhnliche akademische Karriere. Von 1958 bis 1960 war er Assistent an der FacultĂ© des lettres in Algier, wechselte dann nach Paris und Lille und wurde 1964 Professor an der Ăcole Pratique des Hautes Ătudes en Sciences Sociales. Im selben Jahr begann er, die Reihe Le sens commun beim Verlag Ăditions de Minuit herauszugeben und erhielt einen Lehrauftrag an der Ăcole Normale SupĂ©rieure. Es folgten Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in Princeton und am Max-Planck-Institut fĂŒr Bildungsforschung. Seit 1975 gibt er die Forschungsreihe Actes de la recherche en sciences sociales heraus. 1982 folgte schlieĂlich die Berufung an das CollĂšge de France. 1993 erhielt er die höchste akademische Auszeichnung, die in Frankreich vergeben wird, die MĂ©daille d'or des Centre National de Recherche Scientifique. 1997 wurde ihm der Ernst-Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen verliehen.
In seinen ersten ethnologischen Arbeiten untersuchte Bourdieu die Gesellschaft der Kabylen in Algerien. Die in der empirischen ethnologischen Forschung gemachten Erfahrungen bildeten die Grundlage fĂŒr seine 1972 vorgelegte Esquisse d'une thĂ©orie de la pratique (dt. Entwurf einer Theorie der Praxis, 1979). In seinem wohl bekanntesten Buch La distinction (1979, dt. Die feinen Unterschiede, 1982) analysiert Bourdieu wie Gewohnheiten, FreizeitbeschĂ€ftigungen, und Schönheitsideale dazu benutzt werden, das KlassenbewuĂtsein auszudrĂŒcken und zu reproduzieren. An zahlreichen Beispielen zeigt Bourdieu, wie sich Gruppen auf subtile Weise durch die feinen Unterschiede in Konsum und Gestus von der jeweils niedrigeren Klasse abgrenzen. Mit Le sens pratique (dt. Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, 1987) folgte 1980 eine ausfĂŒhrliche Reflexion ĂŒber die konkreten Bedingungen der Wissenschaft, in der Bourdieu das VerhĂ€ltnis von Theorie und Praxis neu zu denken versucht. Ziel dieser Analysen ist es, die »Objektivierung zu objektivieren« und einen Fortschritt der Erkenntnis in der Sozialwissenschaft dadurch zu ermöglichen, daĂ sie ihre praktischen Bedingungen kritisch hinterfragt.
Seit dem Beginn der 90er Jahre engagiert sich Bourdieu fĂŒr eine demokratische Kontrolle ökonomischer Prozesse. 1993 rief er zur GrĂŒndung einer »Internationalen der Intellektuellen« auf, deren Ziel darin besteht, das Prestige und die Kompetenz im Kampf gegen Globalisierung und die Macht der FinanzmĂ€rkte in die Waagschale zu werfen. Die im selben Jahr gegrĂŒndete Zeitschrift Liber soll dazu ein unabhĂ€ngiges Forum bieten. Seine politischen AktivitĂ€ten zielen darauf ab, eine Versammlung der "SozialstĂ€nde in Europa" einzuberufen, die den europĂ€ischen EinigungsprozeĂ kontrollieren und begleiten soll.
Pierre Bourdieu stirbt am 23. Januar 2002 in Paris.
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