Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan
Satire, Gesellschaft, Stadtbild. Deutschland, Merkel und »Wir schaffen das«. Plädoyer für Freundschaft, Toleranz und Verständigung.
Im Sommer 2015 haben Hunderttausende in Afghanistan und Syrien ihre Heimat verlassen, um vor Bürgerkrieg und Terrorismus nach Europa zu flüchten. Vor allem in Deutschland hoffen sie auf ein besseres Leben in Freiheit und Sicherheit. Angela Merkel schreibt mit ihrer Aussage »Wir schaffen das!« Geschichte. In Braunheim nimmt man den Auftrag der Bundeskanzlerin an und macht aus dem Bordell Hindukusch ein Flüchtlingsheim. Vier Sozialarbeiter kümmern sich um die Ankömmlinge. Während sich die Gemeinde wirtschaftliche Impulse erhofft und von blühenden Landschaften träumt, kommt es am rechten Rand zu Protesten. Eine Bürgerwehr wird gegründet. Neonazis marschieren mit Fackeln auf. Die Polizei schützt die Unterkunft mit Wasserwerfern. Aus Frust darüber, dass die Integration der Asylsuchenden im Dorf an den deutschen Ureinwohnern zu scheitern droht, schmieden die Sozialarbeiter Tönnies, Jonas, Eva und Sonja einen verrückten Plan: Sie wollen einem der Demonstranten am eigenen Leib zeigen, wie sich Flucht anfühlt. Mit Hilfe des afghanischen Lehrers Alaa und mit dem ortsbekannten Neonazi Kanu im Schlepptau beginnt eine turbulente Flucht durch halb Europa. Es wird leidenschaftlich über Migration, Toleranz, Gender-Sternchen, kulturelle Aneignung oder diskriminierende Sprache diskutiert, während Bürokratie, Vorurteile und die permanente Sorge um den ökologischen Fußabdruck die Flucht für die bunte Truppe zu einem bizarren Selbstfindungstrip machen.
Unterstütze den lokalen Buchhandel
Nutze die PLZ-Suche um einen Buchhändler in Deiner Nähe zu finden.
Bestelle dieses Buch im Internet
| Veröffentlichung: | 22.01.2026 |
| Höhe/Breite/Gewicht | H 12,5 cm / B 19 cm / 432 g |
| Seiten | 336 |
| Art des Mediums | Buch |
| Preis DE | EUR 24.00 |
| Preis AT | EUR 24.70 |
| Auflage | 1. Auflage |
| ISBN-13 | 978-3-690-28620-6 |
Über den Autor
Mauris Blandit wuchs in Bayern und Norddeutschland auf. Das hat ihn nachhaltig geprägt. Bereits in der Schulzeit entwickelte er einen Hang zur Ironie, der seine Lehrerinnen und Lehrer verzweifeln ließ. Den Anstoß zur späteren publizistischen Laufbahn legte seine erste Liebe – Gabriele. Die elektrische Schreibmaschine von Triumph-Adler inspirierte ihn zu humorvoll-zeitkritischen Kurzgeschichten, Essays und Reportagen. »Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan« ist Mauris Blandits erster Roman.Diesen Artikel teilen
1 Kommentar zu diesem Buch
Bissige Satire mit einem aberwitzigen Szenario
Mit diesem Buch legt der Autor Mauris Blandit eine bissige Satire vor, die mit einem aberwitzigen Szenario aufwartet und dieses immer weiter auf die Spitze treibt.Als im Jahr 2015 viele Menschen, größtenteils aus Afghanistan und Syrien, nach Deutschland flüchten, wird im norddeutschen Ort Braunheim das örtliche Bordell Hindukusch zu einem Flüchtlingsheim umgewidmet, um die dort ankommenden Menschen unterzubringen. Dies führt auch zu einigen Protestaktionen und der Gründung einer Bürgerwehr. In dieser aufgeheizten Gemengelage entschließen sich die vier Sozialarbeiter Eva, Sonja, Jonas und Tönnies aka Tobias zu einer ungewöhnlichen Aktion, um ein Zeichen für mehr Akzeptanz zu setzen. Mit Unterstützung des Afghanen Alaa reden sie dem Neonazi Kanu, der eigentlich Keanu heißt, erfolgreich ein, dass er nun selbst von den Taliban verfolgt wird und das Land verlassen muss, um seine Familie und Freunde zu schützen. Und so beginnt eine irrwitzige Reise über die Balkanroute, nur eben in umgekehrter Richtung wie sonst üblich, auf der Kanu die Auswirkungen einer Flucht am eigenen Leib erfahren soll.
Mit einem lockeren Schreibstil, bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, und einem bissigen Humor treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die vielfach bewusst überzeichnet sind, einem aber dennoch im Laufe der Geschichte ein wenig ans Herz wachsen. Und auch wenn die Geschichte an der einen oder anderen Stelle doch so ein wenig zu gewollt rüberkommt, bietet sie unter dem Strich doch einen ziemlich hohen Unterhaltungswert, der aber darüber hinaus auch noch viel Stoff zum Nachdenken liefert.
.... weitere Publikationen von Nova MD
Leserunde zu Operation Chronos!
Bewerbungsfrist bis zum: 10.08.2026
