Octavio Paz
In seinem berühmtesten Essay Das Labyrinth der Einsamkeit analysiert er den Komplex verschiedener Kulturen in Lateinamerika. Sein Gesamtwerk wurde 1990 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
In neun Kapiteln mit Überschriften wie ›Das Reich Pans‹, ›Eros und Psyche‹, ›Vorgeschichte der Liebe‹, ›Die Dame und die Heilige‹ und ›Der öffentliche Platz und das Schlafzimmer‹ entwickelt der mexikanische Nobelpreisträger Octavio Paz (geb. 1914) eine Kulturgeschichte der Liebe, stellt Fragen nach den Bedingungen von Liebe und Erotik; nach der Funktion der Vorstellungskraft bei der Transformation der Sexualität in Erotik; nach der personalen Freiheit in der freiwilligen Knechtschaft der Liebe.
Octavio Paz' berühmter Essay Das Labyrinth der Einsamkeit, bereits 1950 erschienen, »ist das immer noch wichtigste Werk zum Verständnis Mexikos, ›dieses kastilischen Volkes mit aztekischen Streifen‹. Für Paz sind die Mexikaner sowohl Spanier wie auch Indianer, wenn sie auch weder von den einen noch von den anderen abstammen wollen.
»In der Mitte dieses Werkes ragt der ›Sonnenstein‹ auf – für mich das bewunderungswürdigste Liebesgedicht, das je in Lateinamerika geschrieben wurde, eine Antwort im erotischen Bereich auf den Durst nach totaler Begegnung des Menschen mit seiner eige...
Octavio Paz᾿ lebenslange Beschäftigung mit der wesentlich anderen Spiritualität der indischen Kultur hat hier die Form eines großen, autobiographisch eingeleiteten Essays gefunden, nachdem sie bereits, in je eigener Weise, in seine Bücher Der sprachgelehrte Affe (BS 530) und Vrindavan und andere Gedichte aus dem Osten eingegangen war.