Bookworm53

Besondere Momentaufnahmen menschlicher Schicksale

29.12.2025 – 21:38 Uhr
Cover: Der Tod der Löwenbändigerin

Das rund 170 Seiten umfassende Büchlein „Der Tod der Löwenbändigerin“ enthält Kurzgeschichten und Erzählungen, die der Autor Bernd Richard Knospe in den Jahren 2005 bis 2013 im Zuge einer Teilnahme in einem Literaturforum schrieb und die verschiedenste Themen zwar nur kurz anreißen, dennoch nicht Tiefgang vermissen lassen und zum Nachdenken anregen. Ich zitiere den Autor: „Sie sollen dem Leser Lust machen, sich den Rest selber zusammenzureimen“.

Das kräftig gelbe Cover ist ein Eyecatcher, der in Scherenschnittmanier gehaltene Löwe neben einem Grabstein passt hervorragend zu dem Titel, der interessant wirkt und neugierig macht. Wie ein etwas ausführlicheres Inhaltsverzeichnis vermitteln die „Schlaglichter“ einen ersten Eindruck zur jeweiligen Geschichte.

Ich kenne fast alle Romane des Autors, die mich stets begeistert haben, und war nun recht gespannt auf seine Frühwerke. Ich wurde auch sprachlich keineswegs enttäuscht. Ich schätze seine Gabe der Beschreibung von Charakteren, Emotionen und Stimmungen. Doch wie es eben meist bei Kurzgeschichten ist – es gibt welche, die einem besser gefallen und solche, die weniger zusagen. Vor allem fehlte mir etwas Fröhliches, Leichtes, Humorvolles. Thematisch sind sie sehr vielfältig gehalten – es gibt Kriminelles, Berührendes, zum Nachdenken Anregendes, Phantasievolles bis zum Skurrilen. Je realer die Szenerie, desto wohler fühlte ich mich mit der Erzählung. Dass oft nur eine kurze Szene aus dem Leben von Menschen herausgegriffen wird, die Vorgeschichte ebenso nebulös bleibt wie das, wie es weitergeht, stellt für jemanden wie mich, die epische Romane liebt, mit Schicksalsschlägen und Wendungen, eine Herausforderung dar. Ich mag mir eigentlich nicht so gerne das Weitere ausmalen. Zudem handelt es sich primär um traurige Begebenheiten, um Tod, um Einsamkeit, um Scheitern, wenig Optimismus Verbreitendes. Leider nicht das, was ich gerne lese, in Zeiten wie diesen, privat gesehen. Nichtsdestotrotz fand ich die Geschichten interessant, insbesondere auch jene, die zeigen, wie durch die Phantasie des Autors Figuren zum Leben erwachen, zu Charakteren werden. In diesen Geschichten vermischt sich Realität mit Fiktion einigermaßen verwirrend, da sollte man konzentriert lesen.

Apropos konzentriert lesen. Ich nehme gerne Kurzgeschichtenbände für unterwegs mit, um mir die Zeit in Öffis oder Wartezimmern zu vertreiben. Diese Geschichten sind anspruchsvoll, überfliegt man sie nur oberflächlich, entgehen einem Nuancen. Ich musste daher jetzt vor Verfassung der Rezension die eine oder andere Erzählung in zweites Mal lesen. Es empfiehlt sich generell, sie nach und nachzulesen, sie auf sich wirken zu lassen, darüber nachzudenken. Es lohnt sich.


Gesamtbewertung: 4/5
Cover: 4/5
Handlung: 3/5
Schreibstil: 5/5
Blogger: Bookworm53

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Klappentext

Der Tod der Löwenbändigerin

Belletristik von Bernd Richard Knospe
Cover: Der Tod der Löwenbändigerin

Der Tod der Löwenbändigerin

Dieses Buch vereinigt eine Sammlung Kurzgeschichten und Erzählungen des Autors aus den Jahren 2005 - 2013. Es geht um Schicksale in oft abwegigen Situationen. Um Menschen, die auf der Suche nach der Hauptrolle im eigenen Leben durch emotionale Grenzbereiche irren. Dabei sehen sie sich mit grundlegenden Fragen und Entscheidungen konfrontiert. Nicht selten entstehen Zwischenwelten, in denen sich fiktionale Ereignisse mit der Gegenwart des Autors kreuzen. Dabei schaffen überraschend verwobene Handlungsebenen ungewöhnliche Perspektiven auf die klassischen Themen wie das Leben, die Liebe und den Tod.

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