Ein grausiger Mord, interne Intrigen und unerwartete Lösungen
„Merano Infernale“ von Elisabeth Florin ist mittlerweile der vierte Band mit dem Ermittler-Duo Emmenegger und Eva Marthaler.
Das malerisch-idyllische Cover des 2026 erschienenen Buches stimmt auf das Umfeld ein. Die Kapitel sind von angenehmer Länge und mit Orts- und Zeitangaben versehen, was ich persönlich immer sehr schätze. Der Roman spielt in der Gegenwart in Meran und Umgebung. Der Schreibstil des Romans ist flüssig und bildhaft. Die Schauplätze werden gut vorstellbar beschrieben. Inwieweit es diese real gibt, offenbart das Nachwort.
Es ist nicht zwingend notwendig, die Vorgängerbände zu kennen, doch – um die Entwicklung der Charaktere richtig zu erfassen – wäre es ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Ispettore Emmenegger und Eva Marthaler bildeten lange Zeit über ein erfolgreiches Ermittler-Duo. Nun haben sie geheiratet, was zur Folge hat, dass sie nicht mehr als Team arbeiten dürfen. Während Emmenegger seine Stelle bei der Kriminalpolizei (Polizia di Stato) beibehielt, wechselte Eva zu den Carabinieri und fungiert dort als Ermittlungsleiterin. Die Zusammenarbeit dieser beiden Polizeibehörden verlief in der Vergangenheit durch das ewige Kompetenzgerangel stets problematisch. Daher wird Eva von ihrem neuen Team eher ablehnend empfangen, noch dazu wo sie mit dem Leiter der „Konkurrenz“ verheiratet ist.
Als das frisch getraute, aber nun für jeweils andere Dienstgeber tätige Ehepaar im ersten Mordfall ermitteln soll, hat das nicht nur Auswirkungen auf den häuslichen Frieden, sondern bald finden sie sich mitten von Intrigen und böswilligen Aktionen. Unter fadenscheinigen Beschuldigung werden sie suspendiert. Eva und Emmi lassen sich nicht kaltstellen. Sie tauchen mehr oder weniger unter und recherchieren mit Hilfe einiger guter Freunde weiter.
Der Fall entwickelt sich komplex, mit immer wieder überraschenden, weit in die Vergangenheit reichenden Zusammenhängen. Mit jeder neuen Information erweitert sich der Kreis der Verdächtigen. Es gibt viel Raum für eigene Theorien, zum Miträtseln. Auch klärt sich so nach und nach, wer hinter den Anschuldigungen Eva gegenüber steckt. Perspektiven- und Ortswechsel gestalten die Handlung abwechslungsreich. Immer mehr Fäden finden zueinander, bis letztlich in einem wirklich dramatischen actionreichen Finale sich alles klärt und sich eine Person als Täter entpuppt, auf die man wirklich nie gekommen wäre.
Das Ehepaar steht zwar im Mittelpunkt, vor allem über Emmeneggers Vorleben bzw. Charakter kommt so einiges Unerwartetes zutage, auch ist die neue berufliche Konstellation für das Ehepaar nicht so einfach zu bewältigen, doch spielen auch einige Nebenfiguren recht wichtige Rollen in diesem Fall. Dabei beeindruckt Freundschaft und Loyalität und so manche persönliche charakterliche Entwicklung.
Der Krimi hat mir wieder großes Lesevergnügen bereitet. Spannung, Action, sympathische Protagonisten – was will man mehr? Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall. 5 Punkte
Bookworm53
Bloggerin bei LeseHitsBookworm53
Kommentare
Merano infernale
Ein fast perfektes Verbrechen
Frühling in Meran – und das Leben könnte nicht schöner sein. Ispettore Emmenegger und seine Verlobte Eva Marthaler haben gerade Hochzeit gefeiert, als ein brutaler Mord die Idylle überschattet. Eine Frau wird grausam getötet. Niemand weiß, wer sie ist. Erst als Südtirols Skandalblatt ein Foto des Opfers veröffentlicht, kommt Bewegung in den Fall. Und dieser führt in Emmeneggers eigene Vergangenheit – in dunkle Ecken, die er längst vergessen glaubte.
Elisabeth Florin fängt in Merano infernale die einzigartige Atmosphäre Südtirols liebevoll und kenntnisreich ein. Mit Charme, Humor und reichlich lokalem Flair erzählt sie einen fesselnden Krimi, der Herz, Hirn und Zwerchfell gleichermaßen fordert.