Ein perfider Plan
Mit „Falsches Spiel“, dem sechsten Band der Reihe mit Surendra Sinha, dem sympathischen Ermittler mit indischen Wurzeln, ist Ingrid Zellner wiederum ein sehr spannender Krimi gelungen.
Das Cover des 2026 weckt schon einmal Interesse, es fällt ins Auge. Die Handlung spielt in der nicht genau festgelegten Gegenwart. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, immer wieder fließt stimmiges schwäbisches Lokalkolorit bzw. indische Kulinarik und Kultur mit hinein. Sämtliche Bände der Reihe stehen prinzipiell für sich alleine, können unabhängig voneinander gelesen werden. Dennoch, des roten Fadens wegen, würde ich raten, mit Band 1 „Adlerschanze“ zu beginnen.
Man ist ab den ersten Seiten sofort mitten in der Handlung, in einem Albtraum für Kriminaloberkommissar Jakob Kratz. Als er morgens erwacht, befindet sich in seiner Badewanne die Leiche einer ihm unbekannten Frau. Er erinnert sich nur vage an den überraschenden Besuch einer Bekannten, an ein Abendessen und ein Gläschen Wein. Ansonsten Filmriss.
Auch wenn er nicht der Lieblingskollege aller ist, so trauen ihm seine KollegInnen der Kripo Reutlingen die Tat nicht wirklich zu. Sie sind schockiert, gelten jedoch als befangen und müssen die Ermittlung der Kripo Stuttgart überlassen. Der Privatermittler Surendra Sinha schaltet sich ein, als neutrales Bindeglied. Er kontaktiert nicht nur Jakob, sondern stößt durch einige zufällige Begegnungen auf Personen, mit denen Jakob Kontakt hatte. Diverse Widersprüche machen Surendra stutzig. Der Fall erweist sich als äußerst komplex. Bald erahnt er gewisse Zusammenhänge und verfolgt diese Spuren weiter. Er kommt immer mehr zur Ansicht, dass Jakob Kratz einer Intrige zum Opfer fiel. Einem minutiös geplanten Komplott. Noch fehlen ihm stichhaltige Beweise. Wer hat den Plan ausgeheckt? Welches Motiv liegt zugrunde? Wer beging die Tat? Surendra ermittelt allerdings alleine, wie er meint inkognito, doch die Gegner sind gefährlicher als er annimmt – sie sind für ihn lebensgefährlich. In einem dramatischen Finale klärt sich der Fall bis ins kleinste Detail – ein wahrlich perfider Plan!
Die Charaktere wirken generell authentisch und lebendig. Surendra Sinha steht im Mittelpunkt. Er ist ein höflicher, freundlicher und zurückhaltender Mensch mit einer sympathischen Ausstrahlung. Er besitzt gute Menschenkenntnis, ausgezeichnetes Einfühlungsvermögen und exzellente Beobachtungsgabe. Seine private Beziehung zur Kriminalkommissarin Leonie bringt etwas Romantik in den Kriminalfall.
„Falsches Spiel“ ist vom Beginn bis zum Ende spannend, auch wenn man irgendwann weiß, wer hinter dem perfiden Plan steckt, so erfährt man die Details ja doch erst zuletzt. Vor allem ist der Showdown unheimlich nervenaufreibend. Da kann man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Mit Bedauern habe ich das Buch geschlossen. Jetzt heißt es wieder warten. Auf den nächsten Fall, auf den ich mich schon jetzt freue.
Leseempfehlung nicht nur für dieses Buch, sondern für die komplette Reihe. 5 Sterne.
Bookworm53
Bloggerin bei LeseHitsBookworm53
Kommentare
Falsches Spiel
Aufruhr bei der Kripo Reutlingen: Kriminaloberkommissar Jakob Kratz kommt in Untersuchungshaft, als in seiner Badewanne eine ermordete Prostituierte aufgefunden wird. Zwar beteuert er vehement seine Unschuld, aber die Indizienlage spricht gegen ihn. Surendra Sinha, Privatermittler mit indischen Wurzeln und derzeit für den Familienanwalt Justus Michaelis in Bad Urach tätig, stößt durch Zufall auf eine Spur, die dem Fall Kratz eine überraschende Wendung zu geben scheint. Er beschließt, der Sache nachzugehen und noch etwas tiefer zu graben. Kann er seinen ehemaligen Kollegen entlasten?
Oder kosten ihn seine Nachforschungen am Ende sogar das Leben?