Folgen eines lange zurückliegenden Verbrechens
„Die Perchtenmaske“ von Gabriele Grausgruber ist nach „Stallblut“ der zweite Kriminalroman der Autorin.
Das Cover ist einfach super passend zum Titel und zudem ein Eye-Catcher schlechthin. Man bekommt direkt Gänsehaut beim Anblick der gruseligen Maske. Das Buch erschien 2026. Die Handlung spielt in dem fiktiven Dörfchen Tutzenbach im Jahr 2003 mit Rückblenden auf Geschehnisse, die zehn Jahre zurückliegen. Dank der Datumsangaben findet man sich chronologisch gut zurecht. Die Kapitel sind kurz gehalten, die Perspektivenwechsel gestalten die Handlung abwechslungsreich. So nach und nach lernt man die relevanten Personen kennen, erhält Einblick in ihr Leben und ihre Aktionen. Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches ist sehr hilfreich, um hier den Überblick zu wahren. Im Mittelpunkt stehen jedoch Gendarmerieinspektor Gerber und sein überschaubares Team, bestehend aus Rosi, Jörg und Klaus.
Der Schreibstil ist flüssig, gut beschreibend, insbesondere was das Lokalkolorit anbelangt. Man kann sich die kleine Ortschaft und die umliegende Landschaft bestens vorstellen, das eher beschauliche Leben, die persönliche Atmosphäre, wo quasi jeder jeden kennt, wo auch der Gendarm mit den meisten per Du ist. Das Ländliche wird gut dosiert durch Dialektausdrücke unterstrichen, ebenso durch die zwischen den Kapiteln eingestreuten Gstanzln. Glossar ist vorhanden. Wie schon der Titel vermuten lässt, spielt eine Perchtenmaske eine entscheidende Rolle in dem vorliegenden Fall. Geschickt mit eingewoben werden interessante Hintergrund-Informationen geboten sowie sehr atmosphärische Schilderungen, wie es bei solchen Perchtenläufen zugeht.
Bereits nach wenigen Seiten steckt man mitten in den Ermittlungen zu dem Mordfall. Man tappt wie Gerber lange im Dunkeln. Denn das Opfer war beliebt, hatte offenbar keine Feinde. Gerber erhält jedoch immer wieder Hinweise auf eine im Besitz des Opfers befindliche Perchtenmaske. Als Leser genießt man gegenüber Gerber einen Wissensvorsprung. Denn Rückblenden decken Ereignisse auf, von denen Gerber noch nichts ahnt. Die stetigen Perspektiven- und Zeitwechsel halten die Spannung am Köcheln, offenbaren immer mehr Zusammenhänge. Was den Mörder anbelangt, gibt es keinen eindeutigen Verdächtigen, lange Zeit auch keine wirklich hilfreichen Spuren. Doch Gerber bleibt hartnäckig und Rosi stößt im Archiv auf einen Cold Case, wo ebenfalls Perchten involviert waren. Nun verdichten sich die Hinweise, verknüpfen sich die Fäden, bis es letzten Endes Gerber und seinem Team gelingt, nicht nur den Mörder zu entlarven, sondern auch den zehn Jahre zurückliegenden Fall zu lösen.
Das einfache Dorfleben, die idyllische Landschaft und eine gewisse Beschaulichkeit durchziehen den gesamten Roman. Dazu passt auch die Hauptperson, Inspektor Gerber. Der einstige Kriminalinspektor ließ sich in seinen Heimatort versetzen, um sich um seine alte Mutter zu kümmern. Nach ihrem Tod blieb er im Elternhaus wohnen, wo er alleine, bescheiden und zurückgezogen lebt, in seiner Freizeit Vogelhäuschen bastelt und gerne die Ruhe der Natur genießt. Gerber ist Teil der Dorfgemeinschaft, anerkannt und beliebt. Er ist ein sympathischer Mensch, empathisch, mit guter Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis. Noch ist er überzeugter Single, doch wer weiß … Rosi und Jörg dagegen, Gerbers engagierte und ambitionierte Stützen, sind nicht mehr Single, sondern ein Paar.
„Die Perchtenmaske“ ist ein Wohlfühl-Krimi, der sich leicht und locker liest; eine wunderbare Urlaubslektüre. Ich fand es auch sehr angenehm, dass die Handlung Anfang des 21. Jahrhunderts angesiedelt ist, als Ermittlungen noch ohne massiven Einsatz von digitaler Technik, wie Internet und GPS abliefen. Ich empfehle das Buch all jenen, die ruhige, beschauliche Krimis mögen.
Bookworm53
Bloggerin bei LeseHitsBookworm53
Kommentare
Die Perchtenmaske
Ein Schuss und Willy Seiler fällt tödlich getroffen zu Boden. Inspektor Gerber wird bei der Aufklärung dieses Mordes auf Abgründe und Zusammenhänge stoßen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.
Ist die begehrte Perchtenmaske der Schlüssel zu diesem Verbrechen?
Gerbers zweiter Fall in Tutzenbach, einem sonst so friedlichen Dorf, bietet Krimispannung rund um typisches Innviertler Brauchtum.