Gefährliche Tauchgänge
„Wenn stille Wasser tödlich sind“ von Karen Finch ist ein Wohlfühlkrimi im britischem Stil, bereits Band 2 der Serie mit der Dorfpolizistin Helen Franklin.
Das Cover ist durch das kräftige Rot ein Eye-Catcher, das Seemotiv untermalt den Titel des 2026 erschienenen Buches. Der Schreibstil ist flüssig, locker und bildhaft. Das britische Ambiente wird anschaulich vermittelt. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, verfügen jedoch über keine Orts- und Zeitangaben. Die Handlung spielt in der nicht näher festgelegten Gegenwart in einem fiktiven englischen Dörfchen. Auch wenn man den ersten Band nicht kennt, kommt man problemlos in die Geschichte hinein und überblickt den relevanten Personenkreis.
Ein Taucher wurde ermordet. Was suchte er in dem Stausee, in dem Tauchen verboten ist? Erzählt wird aus Helens Perspektive. Man befindet sich somit am selben Wissensstand wie sie. Kann auch gut miträtseln. Als Hauptverdächtiger bietet sich Charlie Hobbs an, da er mit dem Toten befreundet war. Vor allem Helens Ermittlungspartner Ben ist von ihm als Täter überzeugt. Helen jedoch glaubt felsenfest an Charlies Unschuld. Sie kennt ihn aus Kindheitstagen und sieht ihn nicht als Mörder. Sie will das unbedingt beweisen und lässt sich zu einigen, teils nicht ungefährlichen Alleingängen hinreißen. Anfangs verläuft die Handlung relativ ruhig. Doch die Lage spitzt sich zunehmend zu, denn es bleibt nicht bei einem Opfer. Als sich nach etlichen überraschenden Wendungen, sowohl das Tatmotiv als auch die Person des Mörders herauskristallisiert, fehlt es am ausschlaggebenden Beweisstück. Da ergreift wieder einmal Helen eigenmächtig die Initiative und sorgt für ein packendes Finale. Letztlich ist nicht nur der Fall gelöst, sondern es bieten sich für Helen verlockende berufliche Zukunftsaussichten.
Was die Charaktere anbelangt, so sind auch Nebenfiguren gut vorstellbar gezeichnet. Helen steht im Mittelpunkt. Sie ist sympathisch, einfühlsam bei ihren Befragungen und punktet auch durch den Heimvorteil: sie kennt die Dorfbewohner; ihr gegenüber sind sie gesprächiger. Ben und sie kennen sich von früher, sie waren ein effizientes Team bei der Londoner Polizei. Irgendein Missverständnis steht noch zwischen ihnen. Welches, das enthüllt vielleicht der nächste Band.
Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Ein interessanter Fall mit Spannungsmomenten, sympathischen Protagonisten und ansprechendem britischen Ambiente. Ich möchte gerne noch mehr Fälle mit Ben und Helen lesen und hoffe auf weitere Bände. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit 5 Sternen.
Bookworm53
Bloggerin bei LeseHitsBookworm53
Kommentare
Wenn stille Wasser tödlich sind
Unter Wasser lauert der Tod
Versunken in den Fluten von Rutland Water liegt Grishton Hall, der Stammsitz der Earls of Welbeck. Als der letzte Earl kinderlos stirbt, hinterlässt er einen herrlichen Rosengarten am Ufer des Stausees, doch nur wenig Vermögen. Kurz darauf taucht Charlie Hobbs, ein Schulkamerad der Dorfpolizistin Helen Franklin, mit einer Tauchausrüstung im nahe gelegenen Humbleham auf, und im Dorf verbreitet sich das Gerücht von einem Schatz, der im Keller des gefluteten Herrenhauses verborgen sein soll. Doch dann wird am Ufer des Stausees eine Leiche angespült, und Helen muss nicht nur gegen ihren Freund Charlie ermitteln, sondern auch noch erneut mit ihrem früheren Partner und Ex-Freund Ben Baxter von New Scotland Yard zusammenarbeiten ...