Mord stört Nobelhochzeit
„Wattenmeerzorn“ von Katja Lund und Markus Stephan ist bereits der fünfte Band der Pellworm-Krimi-Reihe mit dem Inselpolizisten Jan Benden als Ermittler.
Das Cover stimmt – wie bei den Vorgängerbänden – auf den Tatort ein und vermittelt zugleich ein gewisses Inselfeeling. Optisch ähnelt es jenen der Vorgängerbände, was einen guten Wiedererkennungswert vermittelt. Das Buch erschien 2026. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, die Handlung spielt in der nicht näher bestimmten Gegenwart. Lokalkolorit ist unaufdringlich aber spürbar in die Handlung verwoben.
Schon nach wenigen Seiten war ich wieder heimisch auf Pellworm, in Jans persönlichem Umfeld. Jan und Laura Benden, beide ehemalige Kriminalbeamte, haben sich nach einer lebensbedrohenden Schussverletzung Lauras auf der Insel Pellworm ein neues Leben aufgebaut. Jan arbeitet als sog. Inselpolizist, unterstützt von einem friesischen Original namens Tamme, und Laura vermietet Ferienwohnungen. Die beschauliche Atmosphäre wird wieder einmal durch einen Mordfall gestört. Jan und Laura werden unweigerlich in die Ermittlungen hineingezogen.
Zwar wäre es ratsam, die Bücher der Reihe nach zu lesen, um die private Entwicklung der Protagonisten verfolgen zu können, doch auch wenn man wie ich nur vereinzelte Bände gelesen hat, vermisst man keine wesentlichen Informationen.
Die letzten Gedanken des Opfers im Prolog ziehen einen sofort in die Geschichte. Es ist der Startschuss für die essentielle Fragen: von wem und aus welchem Grund hat man dem armen Menschen dieses grausame Schicksal angetan?
Doch bevor die am Leuchtturm hängende Leiche unter spektakulären Umständen aufgefunden wird, beschäftigt den Inselpolizisten noch ein seltsames an Land gespültes Paket. Ausgerechnet mitten in die Feierlichkeiten für eine Nobelhochzeit muss die Leiche geraten. Zufall oder beabsichtigt? Eine Warnung für jemanden aus der Hochzeitgesellschaft? Jan hat so einige Verdächtige im Visier. Aber anfangs scheint es keine Verbindungen zwischen diesen Menschen und dem Toten zu geben. Der Spannungsbogen hält sich bedingt durch immer wieder neu auftauchende Fakten, Wendungen und Verdächtige auf gutem Niveau. Das gibt auch viel Spielraum zum Miträtseln. Das Opfer war kein unbeschriebenes Blatt. Es fehlt auch nicht an Dramatik und Gefahrenmomenten. Jan gelingt es schließlich mit Hilfe von Laura und seinem „Hilfspolizisten“ Tamme, nicht nur die Hintergründe und das Motiv für den Mord, sondern auch einige andere Geheimnisse und Machenschaften aufzudecken. Mir gefiel insbesondere Tammes Entwicklung, der sich immer mehr zu einem pfiffigen Ermittler mausert.
„Wattenmeerzorn“ hat mir wiederum spannende Lesestunden beschert, mir das Leben auf einer Insel wie Pellworm nahegebracht und Lust auf weitere Fälle gemacht. Gerne empfehle ich diesen Nordseekrimi weiter und freue mich schon auf die Fortsetzung.
Bookworm53
Bloggerin bei LeseHitsBookworm53
Kommentare
Wattenmeerzorn
Nachts flackern geheimnisvolle Lichter über dem Watt, am Strand tauchen seltsame Päckchen auf - und dann hängt während einer Hochzeitsfeier plötzlich ein Toter kopfüber am Leuchtturm. Inselpolizist Jan Benden und seine Frau Laura ermitteln in einem Fall, der sie nicht nur zu alten Bekannten, sondern mitten in ein Netz aus Schmuggel, Liebeswirren und Geheimnissen führt. Während Jans selbsternannter Assistent Tamme von einem internationalen Drogenring fabuliert, ahnt Laura, dass das Motiv viel persönlicher ist.