Lebensgeschichten, tiefgründig erzählt
Die Geschichte:
Im Mai 1945, als die Russen nach Güstrow kommen, liegt die 14-jährige Marlen in der Schublade einer Kommode, des verlassenen Forsthauses. Dort greift sie nach dem Porträt einer Frau – ein unscheinbares, kleines Gemälde, das später eine große Rolle in Marlens Leben spielt.
Wilma, die ihr geholfen hat, sich zu verstecken, nimmt sie auf und bringt ihr das Malen bei. Wilma selbst trägt ein Geheimnis mit sich.
2023, in Berlin, begegnen wir der 34-jährigen Hannah Borowski, die mit dem Auszug ihrer besten Freundin Rubi und dem plötzlichen Auftauchen ihres Vaters konfrontiert wird. Und was ist aus der wertvollen Leinwand ihrer Großmutter geworden?
Das Cover:
Das Cover ist sehr ansprechend und gefällt mir ausgesprochen gut. Es spiegelt den Inhalt der Geschichte visuell wider. Zusammen mit dem Titel und dem Klappentext ergibt sich eine stimmige Buchpräsentation.
Meine Meinung:
Das Buch beginnt 1945, am Ende des Krieges im Osten Deutschlands. Die wunderbar ausgearbeiteten Protagonisten haben mich sofort in ihren Bann gezogen und mich an ihrem Leben teilhaben lassen – einem Leben, das im neuen System nicht immer einfach war.
Auf der zweiten Ebene geht es um Hannah, die im Westteil Berlins lebt. Sie fühlt sich durch den Weggang ihrer Freundin alleingelassen und kommt mit dem plötzlichen Besuch ihres Vaters nicht zurecht.
Die beiden Erzählstränge fügen sich nur sehr leise zusammen. Vielleicht hätte ich die vorherigen Bücher zuerst lesen sollen. Die Autorin schreibt in einer leicht lesbaren und intensiven Sprache, die mich sehr vereinnahmt hat. Die Schauplätze sind bildhaft und stark beschrieben, ebenso die hervorragend eingearbeitete Zeitgeschichte. Der Spannungsbogen bleibt durchgehend hoch.
Fazit: Eine leise, tiefgründige und intensive Geschichte über familiäre Bande und Gefühle. Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle.
Heidelinde von Friederickes Bücherblog
friederickes bücherblog
Bloggerin bei LeseHitsfriedericke
Kommentare
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe Schmerz und Glück?
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Kommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort das unscheinbare Porträt einer jungen Frau. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Doch Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
Emotional, warmherzig, tiefgründig: Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
»Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.« Christine Westermann, Der Stern (über Alena Schröders SPIEGEL-Bestseller ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹)
Von Alena Schröder sind außerdem erschienen:
›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹
›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹