
Ich als Text
»Meinecke baute einen Plattenspieler auf und legte zum Auftakt seiner Vorlesungsreihe den Song »False Start« von Bikini Kill auf. Anschließend zitierte er Texte über seinen Roman »Tomboy«. Konsequenter kann man die Erwartungen, die mit der Poetikdozentur verbunden sind, nicht enttäuschen.

Tagebuch, danach geschrieben
Zorniger hat Andrzej Stasiuk nie über Polen und den Westen geschrieben als nach seiner jüngsten Reise durch Südosteuropa. Zurück aus den „Ländern mit ausgeprägter Persönlichkeit“, wo Minarette neben Minen- und Gräberfeldern stehen, stößt er sich an obszönen Widersprüchen im eigenen Land: Nach Märtyrertum dürsten, aber zwischen zwanzig Chipssorten und erschwinglichen Tunesien-Angeboten wählen − wie paßt das zusammen? Sieht Polen nicht längst aus wie ein zurückgebliebenes Deutschland? Bleibt der Südosten deshalb ein nie einzuholendes Ziel, weil den Reisenden dort eine Realität anspringt, die zu Hause verdrängt oder neutralisiert ist? Reisebilder und Reflexionen, Rhapsodie und Pamphlet − Andrzej Stasiuk radikalisiert in seinem neuen großen Prosatext seine Kunst des scharfen Blicks und der pointierten Poesie.

Warum Liebe weh tut
Warum tut Liebe weh, jedenfalls gelegentlich? Gibt es einen Unterschied zwischen dem Liebeskummer in vormodernen Zeiten und der Art und Weise, wie wir ihn heute erfahren und damit umgehen? »Ja«, sagt Eva Illouz, die Meisterin der soziologischen Analyse der Gefühlswelt moderner Menschen, und widmet sich in ihrem Buch der Schattenseite der Liebe.

Manifest der kommunistischen Partei
Als Karl Marx und Friedrich Engels Mitte des 19. Jahrhunderts am 'Kommunistischen Manifest' arbeiten, geht es ihnen nicht um einen willkürlichen Umsturz der politischen Verhältnisse: Die Revolution des Proletariats, die ihnen vorschwebt, soll historisch begründet sein – als notwendige Folge einer geschichtlichen Entwicklung, durch die sich die Frage nach sozialer Gerechtigkeit neu und immer dringlicher stellt.

Ach, Afrika
Eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die afrikanische WeltAfrika ist ein Kontinent voller Widersprüche, geprägt durch die reiche Vorstellungswelt seiner Menschen, ihre sozialen Regeln und Rituale, ihre Träume und Tabus, ihre Machtstrukturen und Glaubenssysteme.

50 einfache Dinge, die Sie über Wein wissen sollten (NA)
Wolfgang Staudt führt den leser in 50 Schritten ausführlich durch die Welt der Weine. Einsteiger finden hier wirklich alles, was Profis wissen, um Weine eigenständig zu beurteilen. Aber auch fortgeschrittene vertiefen ihr Wissen, wenn es um Aromen, Säuregehalt oder Reifegrade geht.

Ein bisschen blutig
Warum schlechtes Essen so teuer, gute Küche so einfach und Kochen im Fernsehen Bullshit istHeutzutage sind ratgebende Starköche medienpräsenter als schaumschlagende Politiker. Das Kochen ist vom Handwerk zum Hobby und schließlich zur Lifestyle-Rubrik mutiert – zur quotenheischenden Wohlfühlberieselung.

Lügen mit Zahlen
Wie mit der Wahrheit gelogen wirdWie kommen die Trends in den Wahlprognosen zustande? Gibt es tatsächlich eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen und sind die Renten wirklich unsicher? Statistiken und Grafiken erwecken den Eindruck von Objektivität und Exaktheit, dabei lässt sich mit ihnen alles und das Gegenteil davon beweisen.

Halbe Freiheit
Joachim Gauck führte im Frühjahr 2012 mit seinem Bändchen Freiheit wochenlang die Bestsellerliste an. Und ganz allgemein schreiben sich immer mehr konservative und neoliberale Politiker und Publizisten den Wert der Freiheit auf ihre Fahnen. Unbeantwortet bleibt dabei meist die Frage, was damit gemeint ist und wodurch unsere Freiheit heute in den Industrieländern überhaupt bedroht wird.

Wohin sind wir unterwegs
Als Christa Wolf am 1. Dezember 2011 starb, wurde nicht nur um eine große Autorin getrauert, sondern auch um eine bemerkenswerte Frau. Der vorliegende Band versammelt die Reden von Weggefährten, Freunden und Kollegen wie Volker Braun, Daniela Dahn, Günter Grass, Christoph Hein und Friedrich Schorlemmer, die bei einer Gedenkfeier der Berliner Akademie der Künste sprachen.

Demokratie?
Zu Beginn des dritten Jahrtausends ist die Situation der Demokratie paradox: Einerseits sind mehr Staaten denn jemals zuvor demokratisch verfaßt, andererseits nehmen die Krisensymptome in den Staaten, die einstmals so etwas wie eine demokratische Avantgarde bildeten, zu: Die Wahlbeteiligung sinkt, schillernde Persönlichkeiten wie Silvio Berlusconi oder Nicolas Sarkozy gewinnen an Bedeutung, Wahlkämpfe geraten zu schalen Marketingkampagnen.

Überleben
Am 12. Oktober 1972 stürzt eine Chartermaschine mit einem uruguayischen Rugbyteam sowie deren Freunden und Angehörigen an Board mitten in den schneebedeckten Gipfeln der Anden ab. 3657 Meter über dem Meeresspiegel müssen die Überlebenden den Kampf gegen den Tod aufnehmen - ohne Nahrungsmittel und ohne Hoffnung auf Hilfe.

Die Wahrheit über die Lüge
«Die Wahrheit», sagt Wolf Schneider, «ist oft verletzend und meistens unbequem. Wir haben recht, sie nicht zu mögen. Es ist die Lüge, die uns wärmt.» Und wir alle lügen immerfort und überall: fast täglich im Büro, oft auf der Party und manchmal im Bett.

Lebenschancen
»Wie kann eine Gesellschaft, die immer mehr von Ungleichheit und Wettbewerb bestimmt ist, dem individuellen Anspruch auf Lebenschancen noch gerecht werden? Und wie kann die breite Mittelschicht für ein solches Unterfangen gewonnen werden?« Die Mittelschicht? Das sind eigentlich (noch) die meisten von uns – doch diese Gruppe steht immer stärker unter Druck.

Sachen machen
Was wollten Sie schon immer mal tun?Wer macht denn so was? Isabel Bogdan macht so was. Sie blamiert sich im Rhönrad, wohnt der Schlachtung eines Schweins bei, staunt auf einer Esoterikmesse, spielt Pingpong mit Punks, besichtigt einen Darm, schlüpft in eine Fett-weg-Hose und schüttelt ihr Haar beim Heavy- Metal-Festival in Wacken.

Wikinger
Die Wikinger kommen! Viele Hundert Jahre lang verbreitete dieser Ruf Angst und Schrecken. Doch die Nordmänner waren nicht nur gefürchtete Krieger und tollkühne Seefahrer, sondern auch wagemutige Entdecker. In offenen Booten befuhren sie den Nordatlantik, immer auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten.

In Anführungszeichen
Ein „schwuler“ Außenminister in Deutschland und ein „schwarzer“ US-Präsident repräsentieren nicht nur Staatsmacht, sondern zugleich einen Etappensieg der „Gutmenschen“. Die qualmenden und hinternklopfenden Mad Men von einst werden in Gender-Ausschüssen in die Mangel genommen, während es für muslimische Frauen Bikini-Burka-Kreuzungen zu kaufen gibt.

Warum Kühe gern im Halbkreis grasen
* 15.000 verkaufte Exemplare im Hardcover* Die Mathespezialisten schlagen wieder zu!Albrecht Beutelspacher und Marcus Wagner versammeln die schönsten klassischen Aufgaben und Rätsel aus dem großen Reich der Knobeleien. Mit der Gewissheit: Diese Aufgaben muss man einfach kennen.

Europa - seine Kultur, seine Barbarei
Europa besitzt keine Identität im Sinne eines kulturellen oder religiösen Erbes, sondern definiert sich durch seine Spannung zwischen einer Klassik der Anderen, die es anzueignen, und einer Barbarei im Inneren, die es zu überwinden gilt. Das Besondere der europäischen Identität liegt in ihrer ‚kulturellen Zweitrangigkeit‘: in dem Wissen, nicht ursprünglich zu sein, sondern vor sich Anderes, Früheres zu haben – kulturell die griechische Antike, religiös das Judentum.

Das glücklichste Volk
Vom Missionar zum BekehrtenAls Daniel Everett 1977 mit Frau und Kindern in den brasilianischen Urwald reiste, wollte er als Missionar den Stamm der Pirahã, der ohne Errungenschaften der modernen Zivilisation an einem Nebenfluss des Amazonas lebt, zum christlichen Glauben bekehren.

Schnelles Denken, langsames Denken
Der Weltbestseller, der das Denken von Millionen Menschen verändert hatWie treffen wir unsere Entscheidungen? Warum ist Zögern ein überlebensnotwendiger Reflex, und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir andere Menschen oder Dinge beurteilen? Daniel Kahneman, Nobelpreisträger und einer der einflussreichsten Wissenschaftler unserer Zeit, zeigt anhand ebenso nachvollziehbarer wie verblüffender Beispiele, welchen mentalen Mustern wir folgen und wie wir uns gegen verhängnisvolle Fehlentscheidungen wappnen können.

Kapitalismus als Spektakel
Vor nicht allzu langer Zeit wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, den Börsenteil der Zeitung vor der Bundesligaberichterstattung zu lesen. Heute wird plötzlich mehr und emotionaler über Wirtschaft geredet als jemals zuvor. Wir erleben – so Markus Metz und Georg Seeßlen – den Anbruch einer neuen Phase des Kapitalismus, in der er sich endgültig in ein gigantisches Spektakel verwandelt.

Sunset Boulevard
Vieles von dem, was wir von unserer Welt wissen, wissen wir aus den Bildern Hollywoods. Doch welches Bild machen wir uns von der Stadt Los Angeles? Es scheint, als habe sie schon immer als amoralisches Nichts gegolten, als Ersatzparadies für wenige. Nahezu vergessen ist, daß L.

Vom Guten, Wahren und Schönen
»Was tut ein Roman, was in kürzerer Form die Erzählung? Mit einem Haifischbiß reißen sie ein Stück aus der Zeit, schnappen sich ein Stück der Schöpfung und bearbeiten es nach Gutdünken.« Gleich in zwei Etappen stellt sich Sibylle Lewitscharoff ans Rednerpult, um sich Gedanken über Literatur zu machen: In den berühmten Frankfurter Poetikvorlesungen sowie den Zürcher Poetikvorlesungen 2011 befaßt sie sich mit großer Weltliteratur und Schlüsselromanen zweifelhaften Charakters, seziert Figurennamen – »Josef K.