Edition Poeticon

FLÜSTERN

Chronologie aller Bände (1 - 2)

Die Reihenfolge beginnt mit dem Buch "FLÜSTERN". Wer alle Bücher der Reihe nach lesen möchte, sollte mit diesem Band von Gugić Sandra beginnen. Der zweite Teil der Reihe "QUEER" ist am 01.09.2022 erschienen. Die Reihe umfasst derzeit 2 Bände. Der neueste Band trägt den Titel "FLÜSTERN".

  • Anzahl der Bewertungen für die gesamte Reihe: 2
  • Ø Bewertung der Reihe: 5

Diese Reihenfolge enthält 2 unterschiedliche Autoren.

Cover: FLÜSTERN
  • Autor: Sandra, Gugić
  • Anzahl Bewertungen: 2
  • Ø Bewertung: 5.0
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.09.2022
  • Genre: Politik

FLÜSTERN

FLÜSTERN. Essay. Sandra Gugić

Was hat es auf sich mit diesem tonlosen Sprechen? Was bedeutet es, dass Flüstern Schreien sein kann, Raunen, Brüllen, Wispern? Sandra Gugićs Essay befragt das sprachlose Sprechen, das immer auch als Metapher gelesen werden kann: Was sagen wir, wenn die Stimme versagt? Wie schreiben wir, wenn wir eine neue Stimme suchen müssen? Was, wenn die Gegenwart schreit, die Vergangenheit (ver)schweigt? Ist unsere Zukunft dann im Flüstern zu finden?

Sandra Gugićs Essay geht hinein in die Ambivalenz des tonlosen Sprechens: Wann flüstern wir? Warum? Und an wen richten wir unser Flüstern? Flüstert etwa auch das Gedicht? Und was, wenn uns etwas eingeflüstert wird – durch Scham, Angst, Zweifel, aber auch Zufall? Wie artikulieren wir, wenn Modulation ausbleibt? Und wie fühlt sich das Flüstern an – beim eigenen Flüstern, aber auch beim Hören? Was macht das Flüstern mit unseren Lippen, mit unserer Haut?

Verortet ist es im wörtlichen Sinne im Schutzraum, im Theater, am Schreibtisch, im Club – zwischen Sirenen, Gezischel, Verachtung und Balladen. In ihren Referenzpunkten, zwischen The Walking Dead und Twin Peaks, zwischen Alberto Adrián Manguel und György Dragomán,
zwischen Pussy Riot und Tracy Chapman – da gewinnt das Flüstern Kontur: Ton vielleicht sogar?

„Das Schweigen und das Flüstern sind Geschwister“, schreibt Gugić, und stellt sogleich dagegen, wo das Flüstern gegen das Schreiben wirkt: „Die endlose Textarbeit, die Arbeit der Dichter*in wurzelt im Flüstern, den schamhaften zugleich schamlosen Wechselreden zwischen Monolog und Dialog mit der Welt“.

Beim Lesen geht uns auf: das Flüstern kann nicht überhört werden, aber doch immer wieder mißverstanden – wie bei der Stillen Post, die das Mißverständnis zum Humorziel ausruft, oder bei einer Schreib-Haltung, die als vermeintliche Schwäche ausgelegt, mißverstanden und mißgedeutet wird. So ist Sandra Gugićs Essay mehr als eine Befragung des Flüsterns, es ist ein Aufruf zum Hinhören, zum Zuhören.
Cover: QUEER
  • Band: 17
  • Autor: Graeff, Alexander
  • Anzahl Bewertungen: 0
  • Ø Bewertung:
  • Medium: Buch
  • Veröffentlicht: 01.09.2022
  • Genre: Sonstiges

QUEER

Die Sprache, die uns umgibt, formt unser Begehren, unsere Identität und unsere Entscheidungen im Leben. Und sie deformiert sie. In seinem Essay QUEER zeichnet Alexander Graeff seinen Weg zu einer poetischen und politischen Stimme nach, von Nietzsche zu Eileen Myles, vom Rheinland-Pfalz der 90er Jahre nach Berlin, von Verwirrungen und Ohnmachten zur Ermächtigung. Wie finden wir einen Platz in der Welt, wenn Klasse und Kanon uns die Sprache vorgeben? Wenn der Ausweg aus der Sprachgewalt der Herkunft durch die Akademien führt? Und wie können wir uns freisprechen und freidichten von einer Welt, die uns permanent in Schubladen stecken will? Graeff erschreibt sich queer als eine Möglichkeit in poetischer Sprache zu existieren und zugleich eine Sexualität zu finden, die Begehren nicht in Geschlechtern, Kategorien oder Prozenten benennt. Stattdessen Biografisches nicht als singuläre Geschichte begreift und in der Verse als widerständige Symbole gelten. Poesie als Schlingpflanze, als tentakuläres Fadenspiel an Sprachen, Körpern, Ichs und Dus — umgeben von der Zumutung der Realitäten und Ideale.

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