Haus zu verkaufen
„Alleinruhelage“ ist die Geschichte von einem Haus mit Garten von Eva Menasse.
Die Leser*innen begleiten in dieser Geschichte eine Frau, die keinen Namen bekommen hat.
Die Frau ist Mitte 50, ist Schriftstellerin und kommt aus Österreich. So weit stimmt die Frau mit der Autorin überein. Der Rest bleibt der Fantasie der Leser*innen überlassen.
Das Haus, um das es in der Geschichte geht, hat die Frau mit ihrem Mann gekauft. Es steht in der ostdeutschen Provinz. Das Haus liegt in schöner „Alleinruhelage“ direkt am See.
Jetzt ist die Frau allein und möchte das Haus verkaufen. Um es in einen repräsentablen Zustand zu bringen, heuert die Frau Alla und Bolek aus Polen an. Die beiden, quasi Alleskönner, sollen das Haus wieder fit bekommen. Dabei passieren einige unerwartete Dinge.
Eva Menasse lässt das Haus zu einem Protagonisten werden.
Als Leser*in erfährt man über das Leben in diesem Haus. Von schönen und weniger schönen Zeiten.
So erfährt man auch von den anfänglichen Schwierigkeiten, die sich auftaten, als sie aus dem Westen kommend das Haus in Ostdeutschland erworben haben.
Die Autorin beleuchtet die Zeit nach der Wende ziemlich genau.
Die Charaktere sind lebensnah und authentisch.
Die Frau, die das Haus verkaufen möchte, hat viele Erinnerungen, die den Leser*innen offenbart werden.
Alla und Bolek aus Polen, die das Haus renovieren sollen, haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.
Für mich ist der Hauptprotagonist das Haus, das schon viel gesehen und erlebt hat.
Der Schreibstil von Eva Menasse ist flüssig und gut verständlich. Immer wieder streut sie etwas Humor in die Geschichte ein, was das Ganze auflockert.
Die Atmosphäre wechselt so, wie die Erinnerungen. Von himmelhochjauchzend bis hin zur Melancholie.
„Alleinruhelage“ ist ein Roman, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat.
cybergirl
Bloggerin bei LeseHitssylvias-lesezimmer
Kommentare
Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.
Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«.
Eva Menasse hat einen vielschichtigen Roman über die Zwischenbilanz eines Lebens geschrieben, eine gewitzte Reflexion über Fremdheit und Heimat – und das Abschiednehmen.