
Martin Andreas Stadler
Die Sammlung Kiseleff im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg
- Teil I: Ägyptische und koptische Antiken
ISBN: 978-3-895-00323-3
856 Seiten | € 89.00
Buch [Gebundenes Buch]
Erscheinungsdatum:
14.12.2021
Sonstiges
Martin Andreas Stadler
Die Sammlung Kiseleff im Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg
Teil I: Ägyptische und koptische Antiken
1982, im 400. Jahr der Zweitgründung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, stiftete Alexander Kiseleff (1919–2002) einen Großteil seiner Privatsammlung an griechischen und ägyptischen Antiken der Universität Würzburg, um schließlich den Rest der Sammlung testamentarisch der Universität zu vermachen. Heute ist die Sammlung Kiseleff Teil der Antikensammlung im Martin von Wagner Museum. Kiseleffs Hauptaugenmerk lag auf Amuletten und Schmuck. Daneben gehören qualitätvolle Gefäße, Skulpturen, Relief, Fragmente koptischer Textilien, Grabkegel und auch wenige Schriftzeugnisse zum Bestand. Der Katalog präsentiert durchgängig farbig illustriert den gesamten Bestand an Aegyptiaca aus vier Jahrtausenden erstmals vollständig.
Dass Alexander Kiseleff seine Sammlung nach Würzburg gab, ist Karl-Theodor Zauzich, dem Ordinarius für Ägyptologie in Würzburg von 1981 bis 2004, zu verdanken. Beide kannten sich aus Berlin, wo Kiseleff lebte und Zauzich von 1973 bis 1980 als wissenschaftlicher Angestellter am Ägyptischen Museum tätig war. Der Sammler suchte bei den Ägyptologinnen und Ägyptologen des Museums regelmäßig Rat. An einem Nachmittag im Herbst 1980 trafen sich Zauzich und Kiseleff zufällig auf der Straße in der Nähe von Schloss Charlottenburg. Der Ägyptologe wusste bereits um die Pläne des Sammlers, wonach dieser seine Stücke in öffentliche Hand geben wollte und dafür ein Museum suchte, das die Stiftung zu seinen Konditionen annahm. Zauzich, der bereits seinen Ruf auf den Würzburger Lehrstuhl erhalten hatte, hat ihn darauf an besagtem Nachmittag angesprochen und lud ihn zu einer Tasse Kaffee, die Zauzich später als eine seiner besten Investitionen bezeichnete.
Obwohl Zauzich zusammen mit einem Team von Expertinnen und Experten in Würzburg unverzüglich damit begonnen hatte, die Sammlung wissenschaftlich zu bearbeiten, um einen Bestandskatalog zu veröffentlichen, wie in der Stiftungsvereinbarung zugesagt, kann das Versprechen erst jetzt mit vorliegendem Band erfüllt werden. Die Sammlung Kiseleff ist in vielerlei Hinsicht beachtenswert: zuerst wegen ihrer Vielseitigkeit was die verschiedenen Objektgattungen, Typen oder Materialien anbelangt. Zahlreiche Stücke sind von besonderem wissenschaftlichen Interesse und nur wenige Objekte sind nicht authentisch. Besonders für Studierende ist sie ein Gewinn, da sie so einen unmittelbaren Zugang zur materiellen Kultur des alten Ägyptens bekommen können. Darüber hinaus bietet die Beschäftigung mit der Sammlungsgeschichte und dem Sammler eine hervorragende Möglichkeit, Sammelpraktiken und -motivationen eines deutschen Privatsammlers fallstudienartig zu untersuchen, um einen Beitrag zur archäologischen Provenienzforschung zu leisten.
Dass Alexander Kiseleff seine Sammlung nach Würzburg gab, ist Karl-Theodor Zauzich, dem Ordinarius für Ägyptologie in Würzburg von 1981 bis 2004, zu verdanken. Beide kannten sich aus Berlin, wo Kiseleff lebte und Zauzich von 1973 bis 1980 als wissenschaftlicher Angestellter am Ägyptischen Museum tätig war. Der Sammler suchte bei den Ägyptologinnen und Ägyptologen des Museums regelmäßig Rat. An einem Nachmittag im Herbst 1980 trafen sich Zauzich und Kiseleff zufällig auf der Straße in der Nähe von Schloss Charlottenburg. Der Ägyptologe wusste bereits um die Pläne des Sammlers, wonach dieser seine Stücke in öffentliche Hand geben wollte und dafür ein Museum suchte, das die Stiftung zu seinen Konditionen annahm. Zauzich, der bereits seinen Ruf auf den Würzburger Lehrstuhl erhalten hatte, hat ihn darauf an besagtem Nachmittag angesprochen und lud ihn zu einer Tasse Kaffee, die Zauzich später als eine seiner besten Investitionen bezeichnete.
Obwohl Zauzich zusammen mit einem Team von Expertinnen und Experten in Würzburg unverzüglich damit begonnen hatte, die Sammlung wissenschaftlich zu bearbeiten, um einen Bestandskatalog zu veröffentlichen, wie in der Stiftungsvereinbarung zugesagt, kann das Versprechen erst jetzt mit vorliegendem Band erfüllt werden. Die Sammlung Kiseleff ist in vielerlei Hinsicht beachtenswert: zuerst wegen ihrer Vielseitigkeit was die verschiedenen Objektgattungen, Typen oder Materialien anbelangt. Zahlreiche Stücke sind von besonderem wissenschaftlichen Interesse und nur wenige Objekte sind nicht authentisch. Besonders für Studierende ist sie ein Gewinn, da sie so einen unmittelbaren Zugang zur materiellen Kultur des alten Ägyptens bekommen können. Darüber hinaus bietet die Beschäftigung mit der Sammlungsgeschichte und dem Sammler eine hervorragende Möglichkeit, Sammelpraktiken und -motivationen eines deutschen Privatsammlers fallstudienartig zu untersuchen, um einen Beitrag zur archäologischen Provenienzforschung zu leisten.
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| Veröffentlichung: | 14.12.2021 |
| Höhe/Breite/Gewicht | H 24 cm / B 17 cm / 1990 g |
| Seiten | 856 |
| Art des Mediums | Buch [Gebundenes Buch] |
| Preis DE | EUR 89.00 |
| Preis AT | EUR 91.50 |
| ISBN-13 | 978-3-895-00323-3 |
| ISBN-10 | 3895003239 |
Über den Autor
Stadler, Martin Andreas, born 1973, studied Egyptology, Classical Archaeology and History in Würzburg and Oxford, doctorate in 2002 and habilitation in 2007 in Würzburg, Professor of Egyptology at the University of Würzburg since 2011. His research focuses on Egyptian religion as manifested in particular in evidence from the 1st millennium BCE and the Roman period in Egypt.Zauzich, Karl-Theodor, 1939–2021, studied Egyptology and Classics in Leipzig and Mainz, doctorate in Mainz 1966, habilitation in Berlin 1980, Professor of Egyptology in Mainz in 1980 and in Würzburg from 1981 to 2004. Zauzich was primarily concerned with the Demotic script and language, Demotic texts from Elephantine and Soknopaiu Nesos, the origin of the alphabet and traces of Egyptian religion in the Hebrew Bible.
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