
Erledigt in Paris und London
Nach seiner Demission als Polizeioffizier in Burma landet Orwell 1933 in den Slums: bei den Arbeitslosen, Asozialen in Paris, wo er sich als Küchenhilfe in einem Luxusrestaurant verdingt; bei den Pennern von London, mit denen er durch die Gossen und Asyle pilgert.

Neulich, als ich noch Kind war
Aufgewachsen in den Dreißigerjahren in einem Dorf an der Eisenbahnlinie Halle-Hettstedt, der Vater Lokschlosser, frühe Prägungen durch die Lektüre der Klassiker, ein Dorfromantiker, der von einer Welt hinter Halle träumt. Seine Geschichten beschreiben Geschichte.

Mein Leben - bedacht und bejaht
Hartmut von Hentig, Pädagoge und Weltenbürger, legt den ersten Teil seiner Erinnerungen vor. Er beginnt mit Kindheit und Jugend in einer hochgebildeten, kosmopolitischen Diplomatenfamilie zwischen San Francisco, Berlin und Bogotá. Nach Krieg und Gefangenschaft folgen die entscheidenen Studienjahre in Chicago.

Wiedersehen in Barsaloi
Vierzehn Jahre nach der abenteuerlichen Flucht mit ihrer kleinen Tochter Napirai kehrt Corinne Hofmann erstmals wieder nach Kenia zurück – in das Land, das einmal ihre Heimat war.In Barsaloi, im kenianischen Hochland, kommt es schließlich zu einem bewegenden Wiedersehen mit dem Massaikrieger Lketinga, dem Vater ihrer Tochter.

Erzähle dich selbst
Der Zeitgeist hat die Erzählung von der Literatur ins Leben zurückgeholt: Theorien werden als »große Erzählungen« vorgeführt, und das Bedürfnis nach Biographien scheint unerschöpflich. Zugleich vollführen die Wissenschaften vom Menschen eine narrative Wende und fragen nach der Rolle von Geschichten bei der Erinnerung und der Identitätsbildung.

Stottern: Lebenslänglich hinter Wörtern
'Als ein Stotterer, der immer Angst vor dem Sprechen hatte, allerdings selten seinen Mund halten konnte, habe ich eine Geschichte zu erzählen' -so Marty Jezer über sein aufschlussreiches Buch zum Thema Stottern, das natürlich gleichermaßen von Sprechen, Schweigen und den Freuden und Fallstricken alltäglicher Kommunikation handelt.

Gottfried Kinkel
Geliebt als Volksheld und politischer Märtyrer, verehrt als erfolgreicher Dichter, geachtet als Wissenschaftler, eingekerkert von den absolutistischen Fürsten: im 19. Jahrhundert wusste jedes Kind um den Bonner Professor Gottfried Kinkel (1815-1882) und sein abenteuerliches Schicksal.

Der Todestrieb
Jacques Mesrine schrieb seine Autobiographie im Hochsicherheitstrakt eines Pariser Gefängnisses. Nach seinen Kriegserfahrungen in Algerien und erfolglosen Versuchen, einer geregelten Arbeit nachzugehen, bricht Mesrine mit allen Konventionen des bürgerlichen Lebens und sagt der Gesellschaft den Kampf an.

Ich erzähle meiner Frau
Janis Jaunsudrabins (1877-1962) gehört zu den großen Klassikern der lettischen Literatur, dessen Lebensgeschichte zugleich eng mit Deutschland verwoben ist. In der autobiographischen Erzählung Ich erzähle meiner Frau (Es stastu savai sievai) schildert er seine bewegende Fluchtgeschichte von Lettland nach Westfalen am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Und ich schüttelte einen Liebling
Friederike Mayröcker hat nach dem Tod ihres Schreib- und Lebensgefährten Ernst Jandl Erinnerungen und Träume, Gespräche und Zitate, Eindrücke und Beobachtungen auf Notizzetteln gesammelt, hat ihren Text geschüttelt und den fruchtbaren Augenblick abgepaßt, da Schreiben und Ernten in eins und die Wörter und Sätze wie reife Früchte zu Papier fallen.

Istanbul
Orhan Pamuk, der 2006 den Nobelpreis für Literatur erhielt, ergründet in Istanbul die Geheimnisse seiner eigenen Familie und führt uns an die verlorenen Paradiese der sagenhaften Stadt. Er beschreibt die verwunschenen Villen und verwilderten Gärten, die Wasserstraßen des Bosporus und des Goldenen Horns und die melancholischen Gassen der Altstadt.

Der Wendepunkt
„Der ‚Wendepunkt’ erzählt ein Leben, beschreibt ein Generationen-Schicksal, illustriert eine Epoche.“ (Walter Jens)Klaus Manns Erinnerungsbuch gehört zu den wichtigsten Autobiographien des 20. Jahrhunderts. Es ist der Spiegel eines ungewöhnlichen Lebens – und eine glänzend geschriebene Schilderung von Zeit- und Kulturgeschichte.

Heute hier, morgen fort
Der geschriebene und gezeichnete zärtliche und groteske Bericht eines großen Aussteigers, der vom Regen in die Traufe, von den makabren Segnungen einer Weltstadt in eine ›zivilisierte‹ Einöde umgestiegen ist. Erstmals lüftet Tomi Ungerer den Schleier von seinen schrecklich schönen Jahren in der Wildnis.

Entscheidungen
Frei heraus ohne staatsmännische Diplomatie: In seiner politischen Autobiografie - Schwerpunkt: die Regierungsjahre - offenbart Gerhard Schröder seine Sicht, seine Wahrheit, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen."Ich habe alles selber gemacht, mir hat keiner was geschenkt", sagt Gerhard Schröder.

Jugend in Wien
Arthur Schnitzlers »Jugend in Wien« ist nicht nur eine der bedeutendsten Autobiographien des 20. Jahrhunderts, sie ist auch ein zentrales Dokument zur geistigen Situation der Zeit vor der Jahrhundertwende. »Sicherheit ist nirgends« – dieser Grunderfahrung der Wiener Moderne hat Schnitzler in der Schilderung seiner Jugend radikal Ausdruck verliehen.

Spurensuche einer Schicksalsführung im 20. Jahrhundert
1913 geboren, umspannt das Leben Wilhelm Hoerners fast das ganze 20. Jahrhundert mit seinen rasanten Entwicklungen und den dramatischen Ereignissen der beiden Weltkriege. Besonders einschneidend geprägt wurde diese Biografie durch den Zweiten Weltkrieg.

Die Kirschen der Freiheit
Am 6. Juni 1944 desertierte Alfred Andersch an der italienischen Front aus der deutschen Wehrmacht. In dem Bericht Die Kirschen der Freiheit, 1952 erstmals erschienen, schildert Andersch in szenischen Bildern entscheidende Situationen seines bisherigen Lebens und die Desertion als dessen logische Konsequenz.

Labyrinth
»Ursprünglich von Dürrenmatt als eine Art literarisches Testament konzipiert, schreibt der Autor seit den siebziger Jahren an dieser Dramaturgie der Phantasie, die letztlich keinem literarischen Genre zuzuordnen ist: Anstelle einer konventionellen Autobiographie verfolgt Dürrenmatt die Geschichte jener Stoffe, mit deren Bewältigung und Bearbeitung er sich sein Leben lang beschäftigte.

Dossier K.
Kertész trifft Kertész: Ein Zwiegespräch über sein Leben und seine LiteraturMit Dossier K. legt Kertész seine Autobiographie vor. Sie vereint Werkanalyse und Zeitzeugenschaft im besten Sinne: Von den familiären Wurzeln über die Schrecken des Nationalsozialismus und die Entstehung des „Roman eines Schicksallosen“ bis hin zu jenem Leben zwischen Schauprozess, Aufstand und Diktatur, das Kertész im Budapest des Kalten Krieges führen musste.

Weiter Raum
Die Biografie eines großen Theologen des 20. Jahrhunderts- Ein bewegendes Leben in einer bewegenden Zeit- Ein eindringliches und unterhaltsames BuchEr hat die Geschichte der Theologie nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland geprägt wie kaum ein anderer.

Selbstbetrachtungen
Ich erinnere mich an ein kritisches Jahr, wo alles in Frage für mich stand und ich zum Beispiel die Novelle 'Adam Urbas' aus dem ersten Wendekreis neunzehnmal umarbeitete. Daran ist nichts zu rühmen und zu bewundern, es ist eben so, es ist das Gesetz, und wenn ich diese Erzählung heute lese oder vorlese, finde ich Fehler und Mängel an ihr, die mich unglücklich machen.

Der liebe Gott sieht alles
„Der liebe Gott sieht alles.“ ist der Titel eines Lese- und Bilderbuches zu Zeit- und Erziehungssprüchen mit Illustrationen der Design-Studentinnen Anja Groten und Wienke Treblin.Das Buch- und Ausstellungsprojekt ist ein intergeneratives Entwicklungsvorhaben der Hochschule Niederrhein, des Forschungsschwerpunktes „Kompetenz im Alter zwischen Routine und Neubeginn“, Fachbereich Sozialwesen und des Fachbereiches Design.

Die Lebensgeschichte des Johann Christoph Pickert
Ein sensationeller Fund einer Handschrift: der Bericht eines einfachen preußischen Soldaten aus den Napoleonischen Kriegen - Geschichte »von unten«, hier erstmals gedruckt.Johann Christoph Pickert wurde 1787 in Haldensleben bei Magdeburg geboren und lernte erst den Beruf des Handschuhmachers, bevor er 20 Jahre als Soldat im preußischen Heer diente.

Das verborgene Wort
»Ein imposantes, autobiographisch gefärbtes Epos« Der SpiegelEin Mädchen, Arbeiterkind, voller Neugier und Lebenswille sieht sich im Käfig einer engen katholischen Dorfgemeinde gefangen. Sie stößt an die Grenzen einer Welt, in der Sprache und Phantasie nichts gelten.