Lass den Tag nicht vorübergehen
Theodor hat eine große Leidenschaft für die Malerei. Sein Vater ermöglicht es ihm, in einem Keller ein Atelier einzurichten. Da das Malen jedoch nicht immer finanziell tragfähig ist, nimmt er eine Anstellung bei dem Uhrenhändler Sir Martin an. Dieser erkennt sein Talent und führt ihn in die Welt der Kunst ein. Besonders die Farbe Weiß in all ihren Variationen hat es Theodor angetan. Die Stille wird zu einem stetigen Begleiter in seinem Leben.
In diesem Roman begleiten wir Theodor auf seinem Weg in die Künstlerwelt. Dabei bleibt er stets bescheiden und möchte keineswegs im Rampenlicht stehen, obwohl er schon bald sehr bekannt wird. Vielmehr liebt er die Ruhe und zieht sich gerne zurück. Seine Bilder entstehen aus Überzeugung und von innen heraus. Genau das macht ihn zu einem besonderen Künstler.
Auch als Mensch hat mir Theodor gut gefallen. Er ist hilfsbereit und kümmert sich beispielsweise auf besondere Weise um den Fahrradhändler. Dabei zeigt sich, dass ihm die Menschen in seinem Umfeld wichtig sind und er trotz seines Erfolges auf dem Boden bleibt.
Fazit: Es ist ein Roman über einen stillen Maler, der sich nicht verbiegen lässt und trotz seines Erfolges bescheiden bleibt. Die Geschichte ist eher ruhig gehalten und wird feinfühlig und stellenweise fast poetisch erzählt. Eine schöne Lektüre für alle, die ruhige und besondere Geschichten mögen.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ⭐⭐⭐⭐
Helgas Bücherparadies
Bloggerin bei LeseHitsHelgas Bücherparadies
Kommentare
Lass den Tag nicht vorübergehen
Wenn Stille mehr ist als das Fehlen von Worten...
Theodor malt, um die Lautstärke der Welt auszuhalten und die Stille zu hören. Die Farbe Weiß in all ihren Nuancen wird zu seinem Rückzugsort, zu seiner Sprache, zu seinem Schutz. Er malt in Muschelgrau, Elfenbein, Perlweiß.
Als ein Uhrenhändler ihn entdeckt und bekannt macht, tritt Theodor aus der Unsichtbarkeit in das Licht der Kunstszene. Er wird gefeiert, bewundert, gesehen. Doch mit dem Ruhm wächst auch die Einsamkeit.
Während die Menschen, die ihm Halt geben, nach und nach verschwinden, verliert er den Zugang zu seiner Kunst. Erst eine unerwartete Begegnung führt ihn zurück zu dem, was ihn ausmacht - und zu der Frage, wie man weiterlebt, wenn alles Vergängliche gegangen ist.
Dieser Roman erzählt eindringlich und gleichzeitig mit großer Ruhe von Freundschaft, Verlust und der stillen Kraft des Bei-sich-sein-Könnens. Er verzichtet auf laute Effekte und entfaltet seine Wirkung durch Nähe, Tiefe und eine feinfühlige Sprache.
Ein Buch für Leser*innen, die sich von der Stille berühren lassen wollen.