Atmosphäre und Setting
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Thema: Atmosphäre und Setting
In "Echo aus dem Eis" spielen Atmosphäre und Umgebung eine große Rolle: Kälte, Dunkelheit, Abgeschiedenheit, aber auch das Gefühl, unterwegs zu sein, ohne festen Boden unter den Füßen.
Mich würde interessieren:
– Wie habt ihr das Setting wahrgenommen?
– Hat euch die eisige Umgebung eher getragen oder eher auf Distanz gehalten?
– Gab es Szenen oder Orte, die euch besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Vielen Dank!
Den Prolog fand ich auch sehr atmosphärisch. Ich friere schnell und hätte mir gleich am liebstes etwas Wärmeres angezogen, allein schon bei der Vorstellung der arktischen Temperaturen dort.
Mit Beginn des ersten Kapitels wird man dann wieder nach Schottland katapultiert, auf den kleinen Flugplatz, den wir schon aus Band 1 kennen. Das fühlte sich gleich vertraut an und vom Wetter her "gemäßigter".
Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Sie verlassen Schottland ja, aber zumindest gibt es noch die Zwischenlandung auf Orkney. Wobei das zwar politisch zu Schottland gehört, aber geografisch fast schon zu Dänemark.
So, jetzt kann ich noch was zur Atmosphäre nach der Notlandung auf der abgelegenen Insel sagen. Irgendwie beklemmend. Man fühlt förmlich die Einsamkeit und das Unwohlsein und nach Maes seltsamer Begegnung auch eine gewisse Paranoia. Das ist eine Umgebung, in der man nicht festsitzen will, schon garnicht, mit so einer Ladung im Flugzeug. Ich bin sicher, Mae und Jules waren froh, die Insel wieder verlassen zu können.
Ach ja, zur Fragestellung, unterwegs zu sein ohne festen Boden unter den Füßen. Also, während der Notsituation vor der Notlandung, da fühlt man sich tatsächlich etwas mulmig. Das Flugzeug funktioniert nicht mehr zuverlässig, sie befinden sich irgendwo über dem Meer und haben Probleme, den Airport zu finden, als sie notlanden wollen. Ich bin mir sicher, das ist auch keine Situation, die für einen Piloten angenehm ist.
Besonders cool: ich habe gleich auf einer Karte nachgeschaut: Die Insel Koltur gibt es wirklich bei den Faröern. Ich finde es immer schön, wenn Sachen real nachzuvollziehen sind.
Die Insel war wohl mal besiedelt, zumindest die Reste eines Bauernhofs sind zu erkennen. Auch Terrassen ehemaliger Felder sind sichtbar. Ein einzige Straße scheint es zu geben. Der 'Flugplatz' ist wohl überwuchert ,-). Trotzdem sehr gute Recherche. Eine Notlandung jedenfalls könnte ich mir auf dem Eiland gut vorstellen. Obwohl das Gelände teilweise sehr steil ist.
Ja, Koltur gibt es wirklich. Ich habe die Gegebenheiten für das Buch leicht angepasst. Es gab dort in der Vergangenheit weder eine Nato-Station noch eine Piste.
Da die verlassenen Häuser noch Dächer haben sind sie keine 40 Jahre verlassen. Eine Notlandepiste könnte ich mir schon vorstellen. Denn wie sollten die Leute sonst Hilfe bekommen haben, wenn es mal nötig war? Mein 400 Seelendorf hat auch einen Flugplatz. Von Oben betrachtet ist es nur eine Wiese.
Tatsächlich gibt es keine Hinweise darauf, dass auf Koltur jemals eine Flugpiste existiert hätte. Das war meine "dichterische Freiheit". Der einzige Flughafen der Färöer ist der Vágar Airport, der ursprünglich im Zweiten Weltkrieg von der Royal Air Force errichtet wurde. Nach dem Krieg wurde er zunächst nur eingeschränkt genutzt und später zum zivilen Verkehrsflughafen ausgebaut.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Überlegungen, auf weiteren Inseln der Färöer Flugplätze anzulegen, unter anderem, um unabhängiger vom Bootsverkehr zu sein und Ausweichmöglichkeiten zu schaffen, wenn aufgrund von Nebel eine Landung auf Vágar nicht möglich ist. Allerdings ist das Gelände der Färöer meist sehr hügelig und bietet nur selten ausreichend große, ebene Flächen für eine Start- und Landebahn. Diskutiert wurden beispielsweise Standorte auf den Inseln Sandoy oder Suðuroy. Beide Inseln sind jedoch bewohnt und infrastrukturell erschlossen. Deshalb habe ich Mae und Jules nicht dort landen lassen. Das hätte nicht zur Handlung gepasst.
Koltur selbst wurde, als es noch bewohnt war, in erster Linie per Boot bedient. Für Notfälle standen Rettungsboote zur Verfügung. Außerdem gibt es auf der Insel einen Heliport. Atlantic Airways bietet tatsächlich Helikopterflüge als Linienverbindungen zwischen verschiedenen Inseln an. Das ist auf vielen Faröer-Inseln gut machbar. Auf Koltur fehlt eigentlich selbst für eine Graspiste eine ausreichend lange, ebene Fläche.
Wer möchte und rein zufällig auf den Faröern Urlaub macht, kann touristische Tagesausflüge per Helikopter auf die Insel Koltur buchen.
Ich habe gestern auch in einem Rutsch gelesen. Im Prolog spürt man schon die Wetter - und Gefahrenlage. Was spielt sich da unten im Eis ab? Unheimlich und das Gänsehautfeeling ist bereits da. Ich mag Eislandschaften, die haben eine besondere Atmospäre, was hier für mich gelungen ist.
Besonders fand ich die Szenen im Cockpit - wo beide immer wieder nach hinten blicken, weil sie sich beobachtet fühlen. Gruselig.
Gut gefallen hat mir ebenfalls einen Ort zu finden den es wirklich gibt.
Wie die Fracht dann abgeladen wurde fand ich ebenfalls sehr spannend. Hatte schon befürchtet die Kiste geht dabei kaputt…..
Ich finde alles sehr gut durchdacht.
