
Siglind Bruhn
Hindemiths große Bühnenwerke
- Hindemith-Trilogie Band I
ISBN: 978-3-938-09511-9
275 Seiten | € 29.90
Buch [Taschenbuch]
Erscheinungsdatum:
01.08.2009
Sonstiges
Siglind Bruhn
Hindemiths große Bühnenwerke
Hindemith-Trilogie Band I
Im Zentrum dieses Buches stehen Hindemiths drei große Opern, die als musikdramatische Charakterstudien die lebensgeschichtlichen und sozialen Konflike außergewöhnlicher Menschen nachzeichnen. In Cardillac porträtiert der Komponist den (von E.T.A. Hoffmann verewigten) genialen aber verbrecherischen Goldschmied aus dem Paris Ludwigs XIV. mittels moderner Nachschöpfungen zeitgenössischer höfischer Musikformen; in Mathis der Maler deutet er das Leben Grünewalds im Kontext von Reformation und Bauernkriegen, indem er es szensich, dramatisch und musikalisch im hl. Antonius des Isenheimer Altars spiegelt; in Die Harmonie der Welt zeigt er Johannes Kepler, einen der Schöpfer des modernen Weltbildes, der die Spannungen im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit ebenso verkörpert wie die Sehnsucht nach kosmischer Ordnung und universeller Harmonie.
Ergänzt werden die Diskussionen dieser Hauptwerke durch zwei Einakter. Das Frühwerk Sancta Susanna, die Vertonung eines Textes des Expressionisten August Stramm, kreist um die Ambivalenz von mystischer Liebe und Erotik; im Spätwerk The Long Christmas Dinner, für das Thornton Wilder das Libretto schrieb, reflektiert Hindemith musikalisch raffiniert den Sinnverlust bürgerlicher Konventionen vor dem Hintergund unaufhaltsam verrinnender Zeit. Den Abschluss der Studie bildet eine Analyse der Ballettmusik Hérodiade, einer äußerst ungewöhnlichen Vertonung und Ausdeutung eines Gedichtes von Stéphane Mallarmé.
Ergänzt werden die Diskussionen dieser Hauptwerke durch zwei Einakter. Das Frühwerk Sancta Susanna, die Vertonung eines Textes des Expressionisten August Stramm, kreist um die Ambivalenz von mystischer Liebe und Erotik; im Spätwerk The Long Christmas Dinner, für das Thornton Wilder das Libretto schrieb, reflektiert Hindemith musikalisch raffiniert den Sinnverlust bürgerlicher Konventionen vor dem Hintergund unaufhaltsam verrinnender Zeit. Den Abschluss der Studie bildet eine Analyse der Ballettmusik Hérodiade, einer äußerst ungewöhnlichen Vertonung und Ausdeutung eines Gedichtes von Stéphane Mallarmé.
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| Veröffentlichung: | 01.08.2009 |
| Höhe/Breite/Gewicht | H 21 cm / B 14,8 cm / 370 g |
| Seiten | 275 |
| Art des Mediums | Buch [Taschenbuch] |
| Preis DE | EUR 29.90 |
| Preis AT | EUR 30.80 |
| ISBN-13 | 978-3-938-09511-9 |
| ISBN-10 | 3938095113 |
Über den Autor
Siglind Bruhn, geb. 1951 in Hamburg, studierte Klavier (Staatsexamen Musikhochschule Stuttgart, Meisterklasse Wladimir Horbowski) sowie Romanistik, vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie (Magister Artium, Universität München), bevor sie 1985 in Wien in Musikanalytik / Musikwissenschaft promovierte. Nach zehnjähriger Lehrtätigkeit zunächst in Deutschland, dann an der Universität Hong Kong arbeitet sie seit 1993 in Ann Arbor, U.S.A., als Research Associate am Geisteswissenschaftlichen Forschungsinstitut der Universität von Michigan. Ab 2005 ist sie ans Institut d'esthétique des arts contemporains der Sorbonne verpflichtet.Bruhns Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Musik des 20. Jahrhunderts, insbesondere in deren Beziehung zu Literatur, bildender Kunst, Religion und Philosophie. Unter ihren dreizehn Buchmonografien finden sich Studien zur musikalischen Darstellung psychologischer Wirklichkeit in Alban Bergs Wozzeck, zu Bildern und Ideen in der Klaviermusik Debussys und Ravels, zur Darstellung religiöser Inhalte in Messiaens Vingt regards sur l’Enfant-Jésus, zu Hindemiths Oper Mathis der Maler als geistiges Zeugnis, zu sinfonischen Reflexionen über Gemälde, Gedichte und Dramen, zu Hindemiths zweifacher Auslegung von Rilkes Marienleben und zum Phänomen der Heiligen auf der Opernbühne. Bruhn publiziert regelmäßig in wissenschaftlichen Zeitschriften und Anthologien, hat fünf Aufsatzsammlungen als Mitautorin und Herausgeberin betreut und ist (mit Magnar Breivik) Editorin der bei Pendragon Press in New York erscheinenden Buchreihe “Interplay: Music in Interdisciplinary Dialogue.” 2001 wurde sie als ordentliches Mitglied in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste gewählt. (Weitere Informationen unter www.umich.edu/~siglind.)
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