Joe Abercrombie
Kriegsklingen - Die Klingen-Saga
- Roman
ISBN: 978-3-453-32057-4
800 Seiten | € 18.00
Buch
Erscheinungsdatum:
10.02.2020
Sonstiges
Joe Abercrombie
Kriegsklingen - Die Klingen-Saga
Roman
5.00/5.00 bei 1 Reviews
Ein Barbar, ein Inquisitor und ein Magier kämpfen um das Schicksal ihrer Welt
In einer düsteren Welt, die von Kämpfen gezeichnet und von Magie durchdrungen ist, lebt es sich besser als Held. Oder Magier. Alle anderen müssen sehen, wo sie bleiben. So auch Inquisitor Glokta, dessen eigene schmerzvolle Vergangenheit ihn nicht daran hindert, seine Feinde grausam zu verfolgen. Oder Barbarenkrieger Logen Neunfinger, der eigentlich die Nase voll von Schlachten hat und dem die größte noch bevorsteht, als er auf den alten Magier Bayaz trifft, der ganz eigene Pläne verfolgt ...
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| Original Titel | The Blade Itself - The First Law |
| Veröffentlichung: | 10.02.2020 |
| Höhe/Breite/Gewicht | H 20,6 cm / B 13,6 cm / 595 g |
| Seiten | 800 |
| Art des Mediums | Buch |
| Preis DE | EUR 18.00 |
| Preis AT | EUR 18.50 |
| Reihe | Die Klingen-Romane 1 |
| ISBN-13 | 978-3-453-32057-4 |
Über den Autor
Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Fernsehredakteur und Autor. Mit seinen weltweit erfolgreichen »Klingen«-Romanen hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schafft es regelmäßig auf die internationalen Bestsellerlisten. Mit »The Devils« schlägt er nun ein neues Kapitel seines fantastischen Erzählens auf. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath.Diesen Artikel teilen
1 Kommentar zu diesem Buch
07.07.2026 - 01:11 Uhr
Noch immer ein echtes Fantasy-Highlight
Kriegsklingen, einer meiner ganz persönlichen Dauerbrennerdes Genres.Wer epische Fantasy im Stil von George R.R. Martin liebt, wird auch an Abercrombie seine Freude haben, allerdings dürfte es nicht jedermanns Geschmack treffen.
Vom Inhalt her passiert gar nicht einmal so besonders viel:
"Dies ist die atemberaubende Geschichte von Logen, dem Barbarenkrieger, der eigentlich nur seine Ruhe haben will - wenn er nicht ständig um sein Leben kämpfen müsste. Und die Geschichte von Großinquisitor Glokta, der eigentlich durch nichts zu erschüttern ist - bis er auf eine lebende Legende trifft, die in seiner Stadt eine magische Intrige spinnt, und die das ganze Reich zu erschüttern droht ... "
Soweit die Inhaltsangabe von Amazon. Die Handlung fand ich zwar durchaus spannend, sie kann aber auch streckenweise als etwas zäh empfunden werden, weil sich alles nur sehr langsam entwickelt.
Wer auf wundervoll beschriebene Gegenden und liebevoll gestaltetes Ambiente à la Tolkien hofft, ist hier ebenfalls verkehrt. Wie schon jemand an anderer Stelle so treffend bemerkte: 'Ein Weltenbauer ist Abercrombie nicht.'
Ein weiterer Punkt, der bei vielen unangenehm aufstößt, ist die doch ziemlich derbe, oft sogar vulgäre Ausdrucksweise. Mit blutigen Details wird ebenso wenig gespart wie mit Kraftausdrücken, zartbesaitete Gemüter seien also vorgewarnt.
Was also macht dieses Buch trotzdem lesenswert?
Kriegsklingen lebt (wie auch die beiden Fortsetzungsromane) von seiner unglaublich guten und authentischen Gestaltung seiner Charaktere.
Jeder einzelne, auch die Nebenfiguren, ist vollkommen logisch und folgerichtig erstellt und benimmt sich und spricht auch genau so, wie er durch seine Herkunft und sein Schicksal geprägt wurde.
Einem barbarischen Krieger aus den wilden Nordländern nimmt man z.B. ein im Angesicht einer Feindestruppe gebrülltes "verdammte Scheiße, sind diese Drecksäcke schon wieder da!" ohne weiteres ab, es passt einfach.
Des Weiteren wurde völlig auf Schwarz-Weiß-Malerei verzichtet, keiner ist nur gut oder nur böse. Deswegen ist es nicht ganz einfach, sich darin als Leser einen Sympathieträger auszumachen, andererseits kann man auch für all die schlimmen 'Kotzbrocken' ein gewisses Verständnis aufbringen. Na ja, für fast alle.
Doch selbst dem unmenschlichen Großinquisitor Glokta, der, aus langjähriger Gefangenschaft verkrüppelt an Leib und Seele, seine einzige Befriedigung aus der Qual anderer ziehen kann, bringt man eine gewisse Sympathie entgegen und lacht über seine bitterbösen, zynischen Kommentare.
Dann hätten wir da noch Neunfinger Logen, einen Krieger aus dem Norden. Er ist alles andere als dumm und macht sich durchaus so seine Gedanken, trotzdem ist er ein grober und ungebildeter Klotz. Er würde ja gerne ein anderes Leben anfangen, unglücklicherweise hat er keine Ahnung, wie er das anstellen soll.
Oder Major West, einer der wenigen fähigen leitenden Militärs. Dummerweise stammt er aus einer 'falschen' Familie, die weder über Einfluss noch über Reichtum verfügt. Seine Position hat ihm in erster Linie Neider verschafft, die alles dransetzen, ihm das Leben schwer zu machen.
Unter dieser Herkunft hat auch seine Schwester Ardee zu leiden, eine selbstbewusste, starke Frau, die keinen Wert auf Konventionen legt. Nachdem aus den gehobenen Kreisen niemand etwas mit ihr zu tun haben möchte, flüchtet sie sich in den Alkohol.
Leichter hat es da Hauptmann Jezal dan Luthar, ein blendend aussehender, verhätschelter und verwöhnter junger Mann, der aus der besten Familie stammt und dem alles zu Füßen liegt. Dementsprechend ist auch sein Benehmen, er hat eigentlich von nichts eine Ahnung, dafür eine sehr hohe Meinung von sich selbst. Sein Weltbild gerät allerdings erheblich ins Wanken, als er sich in Ardee West verliebt, die für ihn zunächst nur Spott übrig hat.
... Und da gibt es noch einige mehr, aber lest es selbst.
Es ist ein grober, aber brutal ehrlicher Humor, der sich durch das ganze Buch zieht, und der sich höchst bissig über die Dummheit und die Heuchelei der Menschen lustig macht.
Sehr angenehm fand ich auch, dass es keinen Überhelden gibt, an dem allein die Rettung der Welt hängt. Vielmehr existieren vielschichtige Verflechtungen und es wird erst nach und nach klar, was da jetzt wie und mit wem zusammenhängt, und dass das alles unmöglich von einem allein zu schaffen ist.
Genauso wenig gibt es eine wunderschöne Heldin, in die sich alle verlieben und die zum Schluss ihren Traumprinzen bekommt; zum Glück wurde auf dieses restlos ausgelutschte Klischee völlig verzichtet.
Kriegsklingen liest man besser nicht, wenn man in erster Linie eine rasend spannende Story erwartet, in der ein Abenteuer das andere jagt und die vor atemberaubenden Wendungen nur so strotzt.
Es passieren zwar durchaus auch spannende Ereignisse, aber die sind eigentlich gar nicht so wichtig. Viel interessanter sind die diversen Einzelschicksale und ihre Entwicklungen. Ich fand es unglaublich spannend zu verfolgen, wie so nach und nach die Geschichte der Hauptpersonen erzählt wird. Warum jeder so geworden ist, wie er ist und vor allem, wie jeder einzelne von ihnen seinen persönlichen Problemberg auf die Reihe bekommt (oder auch nicht).
Für Fantasyfans, die sich einmal aus den gängigen Schienen und Klischees dieses Genres heraus und an etwas Neues heranwagen wollen, ist 'Kriegsklingen' eine ausgezeichnete Wahl. Allerdings empfehle ich, das Buch in der Buchhandlung ein paar Seiten lang anzulesen, denn Abercrombies Schreibstil muß man mögen.
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