Like the First Breath – Based on Elena's Story. True-Fiction-Roman
Like the first Breath von Tine Nell erschien im Heartlines Verlag. Die Geschichte basiert auf der Story von Elena. Das passende Hörbuch dazu wurde von Josephine Hochbruck und Florens Schmidt für den Hörbuch Hamburg Verlag eingelesen. Für mich ist es die dritte Based On Story aus dem Heartlines Verlag, die ich regelrecht verschlungen habe. Und ich muss sagen, sie hat mich komplett gefesselt und tief berührt. Das Hörbuch landet damit direkt auf meiner Top Ten Liste für 2026.
„Ich dachte immer Liebe wäre ein Fehler, kein Gefühl, sondern gehorsam. Jetzt weiß ich, dass sie alles ist in und um mich, sie hält alles zusammen."
Dieser Satz der Protagonistin Hanna sagt schon sehr viel darüber aus, welche Gefühle und Fragen die Geschichte aufwirft. Hanna und Noah fungieren beide als Ich-Erzähler, wobei Hanna eindeutig den größeren Erzählpart übernimmt.
Ich war sofort mittendrin und sehr oft schlicht sprachlos über das, was ich da hörte. Ich durfte zum Glück in einer normalen Umgebung aufwachsen und kenne die Zwänge von Bruderschaften und Sekten nur aus Erzählungen. Ich erinnere mich noch gut an die Diamantene Hochzeit meiner Großeltern, als ich neben einem entfernten Verwandten saß, den ich in der Familie zum ersten Mal bewusst wahrnahm. Seine Mutter war nach dem Tod des Vaters einer Sekte beigetreten, die ihr in schwerer Stunde half, aber auch dafür sorgte, dass die Kinder alle mit in diesem Leben gefangen blieben. Er erzählte mir, dass er mit 18 Jahren dem Ganzen den Rücken gekehrt hat, danach aber nur noch einen erschwerten Kontakt zu seiner Familie pflegen konnte.
Genau an dieses Gespräch musste ich denken, während ich Hannas Schilderungen lauschte. Sprecherin Josephine Hochbruck unterstützt mit ihrer Stimmlage und Intonation die Gefühlslage, besser gesagt das Gefühlschaos der Protagonistin, sehr überzeugend. Zwischendurch hatte ich immer wieder Gänsehaut, weil ich einfach nicht glauben konnte, dass so etwas möglich ist. Und doch sagte mir mein Verstand: ja, es ist möglich. Im Nachwort geben übrigens sowohl Tine Nell als auch Elena kurze Statements zur Entstehung des Buches und zu den Fakten, auf denen die Geschichte beruht. Ich bin schwer beeindruckt, wie real Tine Nell die Szenen geschrieben hat, und am Ende war ich einfach nur aufgewühlt über das, wie viel Wahrheit darin steckt. Aber das musst du am besten selbst hören oder lesen.
Noch ein paar Worte zu Noah und dem männlichen Sprecher Florens Schmidt. Noah zeigt sich gegenüber Hannas Unerfahrenheit sehr einfühlsam, und das hört man auch in der Stimme des Sprechers deutlich. Man spürt förmlich die bedachten Gesten und Sätze des Protagonisten und muss ihn einfach ins Herz schließen. Auch er ist nicht mit Friede, Freude, Sonnenschein aufgewachsen, durfte aber eine relativ normale Kindheit und Jugend erleben, während Hanna nur Gehorsam und Rollenbilder kannte.
Sehr eindrucksvoll sind die kleinen Rückblenden in Hannas Erzählung, die durch ihre Tagebucheinträge sichtbar werden. Als Leserin darf ich so an ihrer Zerrissenheit zwischen der Liebe zu Geschwistern und Eltern und der Sehnsucht nach Freiheit teilhaben.
Hast du dich schon mal mit dem Leben in einer Bruderschaft oder Sekte auseinandergesetzt? Magst du Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen? Dann bist du hier genau richtig. In Like the first Breath von Tine Nell tauchst du in eine andere Welt ein und schaust Hanna über die Schulter, wie sie es schafft, aus der Gemeinschaft zu entkommen und ihre ersten Schritte in die Freiheit zu gehen. Ich war von Anfang an fasziniert und konnte einfach nicht aufhören. Ich musste wissen, wie es am Ende für Hanna und Noah ausgeht. Kann eine Liebe entstehen, oder zieht das Blut und die Herkunft stärker an der Protagonistin? Freue dich auf eine spannende und einfühlsame Geschichte. Von mir gibt es eine klare Hör- und Leseempfehlung, denn für mich ist es ein absolutes Jahreshighlight.
Kerstins Kartenwerkstatt
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