Cryptos - Die Graphic Novel
„Cryptos – Die Graphic Novel“ erschien im Loewe Verlag. Die Geschichte wurde von Ursula Poznanski geschrieben, von Christopher Tauber transkribiert, sodass Timo Grubing die vorliegende Graphic Novel zeichnen konnte. Was den dreien in Kombination einfach grandios gelungen ist.
Der Roman Cryptos fällt so gar nicht in mein bevorzugtes Genre, aber die Graphic Novel hat mich quasi magisch angezogen. Auf der Leipziger Buchmesse durfte ich schon einen ersten Blick auf die Arbeit der beiden Illustratoren werfen und war einfach fasziniert. Zeichnungen von Timo Grubing waren mir zuvor schon in Kinderbüchern untergekommen, und so musste ich dieser Geschichte einfach eine Chance geben. Ich habe es in keinster Weise bereut.
So viel schon mal vorweg: Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen und konnte gar nicht aufhören zu lesen. Die kleinen Dialoge und kurzen Textfragmente machten es natürlich einfach, die gut 240 Seiten schnell zu lesen. Aber zwischendurch musste ich auch immer wieder einfach nur die Zeichnungen und die Gestaltung betrachten und genießen.
Die Geschichte ist quasi ein Abenteuer, in dem Klima, digitale Welten und quasi auch die Weltherrschaft zum Thema gemacht werden. Mit dabei schwang bei mir immer der Wunsch: Hoffentlich siegt das Gute gegen das Böse.
Wie schon erwähnt, wäre der Roman für mich nichts gewesen, denn das Springen von einer Welt zur nächsten ist mir einfach zu viel Fantasy oder Science Fiction, je nachdem, aus welcher Sicht man das betrachten möchte. Durch die Graphic Novel wurde ich aber ganz einfach von einer Welt in die andere geleitet. Denn jede Welt hat ihre ganz eigene Struktur und auch eigene Farbe. Der Sprung, oder besser gesagt der Transfer, von einer in die nächste wurde per Zeichnung angekündigt, und so konnte ich dem ganz gut folgen. Die Protagonistin Jana passt sich rein optisch in jeder Welt an, was für mich aber auf den ersten Blick erkennbar war, wer sie ist. Hinten im Buch findest du dazu auch noch eine Legende, wie sie in welcher Welt aussieht. Außerdem gibt es dort ein kleines Making-of, was ich persönlich super spannend fand, wobei ich schon in Leipzig einen Blick darauf werfen durfte.
Der Zeichenstil ist sehr vielfältig und zeigt das ganze Können von Timo Grubing. Da jede Welt nicht nur eine eigene Farbe hat, sondern auch eine komplett andere Umgebung. Sei es Unterschiede im Stil der Gebäude, aber auch ganz wichtig ein Unterschied im Aussehen der Menschen, die in der Welt gerade sind. So hat auch die Protagonistin für jede der 12 Umgebungen, in denen sie sich aufhält, eine andere Körperform und einen ganz eigenen Ausdruck. Dabei unterscheidet sich nicht nur das Aussehen als solches, sondern auch die Körpergröße.
Das Seitenlayout finde ich sehr ansprechend. Es gibt meist einen Hintergrund, der durchaus auch Szenen für die Geschichte enthält, und dann sind darüber weitere Container angebracht mit einzelnen Szenen. So wirken die Seiten für mich sehr lebendig.
Ein großer Teil der Geschichte wird durch wörtliche Rede und die Zusammenstellung der Szenen getragen. Wenn das ein oder andere nicht eindeutig in der Szene dargestellt werden kann, gibt es kurze und knappe Textcontainer mit erklärendem Inhalt. Für mich waren die Szenen sehr verständlich, und so konnte ich der Erzählung gut folgen. Ich flog quasi nur so durch die Seiten.
Liebst du Geschichten mit mehreren Welten? Magst du Comics und Graphic Novels zu bestehenden Romanen? Dann habe ich hier was Neues für dich. „Cryptos – Die Graphic Novel“ von Poznanski, Tauber und Grubing zeigt sehr schön, wie man mit Bildern die Geschichte auf wenigen Seiten unterbringen kann. Und so konnte auch ich, die nicht so auf Science Fiction steht, sehr gut in die einzelnen Welten eintauchen. Besonders im Gedächtnis bleibt mir die abwechslungsreiche Seitengestaltung mit Hintergrundszenen und zusätzlichen Bildcontainern sowie das stimmige Zusammenspiel von wörtlicher Rede und kurzen erklärenden Texten. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, für alle, die diese Komposition an illustrierten Welten zu schätzen wissen.
Kerstins Kartenwerkstatt
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Cryptos - Die Graphic Novel
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Es ist nur ein Kontrollbesuch in Kerrybrook, einem idyllischen Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Aber seit dem Morgen gab es dort einige Ausfälle. Und dann wird vor Janas Augen jemand umgebracht.
Jana Pasco ist als Weltendesignerin bei Mastermind verantwortlich für die Gestaltung – und die Sicherheit – digitaler Realitäten. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Doch mit dem Mord in Kerrybrook kommt sie einer undurchsichtigen Sache auf die Spur. Und Jana wird gezwungen zu handeln …
Wer Geschichten sucht, die Kopf und Herz fordern, findet bei Poznanski immer ein außergewöhnliches Leseerlebnis. Und bei Tauber und Grubing die Bilder dazu.
- Ab welchem Alter ist Cryptos – Die Graphic Novel von Ursula Poznanski geeignet?
Cryptos ist eine spannende Graphic Novel für Leser*innen ab 14 Jahren, die mit komplexen dystopischen Themen wie virtueller Realität und Gesellschaftskritik umgehen können. Die bildstarke Erzählweise macht den Einstieg in das anspruchsvolle Science-Fiction-Jugendbuch besonders zugänglich. - Wie unterstützen die unterschiedlichen Zeichenstile und Farben der Welten das Leseerlebnis?
Timo Grubing ist genau wie die Hauptfigur Jana Pasco ein Weltendesigner. Jede virtuelle Welt hat eine eigene Farbpalette und Bildsprache, sodass Leser*innen sofort spüren, wo sie sich gerade befinden. Diese klare visuelle Gestaltung macht die komplexe dystopische Zukunft und die vielen virtuellen Realitäten leicht nachvollziehbar und fördert ganz nebenbei Orientierung, Lesefluss und Verständnis bei jungen Leser*innen. - Warum ist Jana Pasco als Heldin für jugendliche Leser*innen so besonders?
Jana ist eine mutige, kreative Weltendesignerin, die sich trotz gefährlicher Widerstände für Gerechtigkeit einsetzt – eine Figur, mit der sich junge Held*innen sofort identifizieren können. Ihre Entwicklung von der pflichtbewussten Angestellten zur entschlossenen Rebellin macht die Graphic Novel zu einem packenden Jugendroman über Selbstbestimmung und Courage. - Welche Werte und Lernziele vermittelt Cryptos – Die Graphic Novel ?
Die Graphic Novel sensibilisiert junge Leser*innen für gesellschaftliche Themen wie Klassenungleichheit, den Umgang mit Klimawandel und die ethischen Grenzen digitaler Technologie. Ursula Poznanskis Geschichte zeigt eindrücklich, dass Zivilcourage, kritisches Denken und Verantwortungsbewusstsein unverzichtbare Werte für eine gerechte Zukunft sind. - Eignet sich Cryptos – Die Graphic Novel als Geschenk?
Ja, die düster-realistischen Zeichnungen, farbenprächtigen VR-Landschaften, raffinierte Panel-Aufteilung und digitale Interface-Elemente machen Cryptos - Die Graphic Novel zu einem Must-Read für Graphic-Novel- und Sci-Fi-Fans.