Cover: Der Häuptling ist einer, der Honig schätzt
Thomas Herget
Der Häuptling ist einer, der Honig schätzt
ISBN: 978-3-819-22512-3
160 Seiten | € 8.99
Buch
Erscheinungsdatum:
09.01.2026
Belletristik
Thomas Herget

Der Häuptling ist einer, der Honig schätzt


Die Flucht in die Fantasie-Welt des Karl May verspricht keine Erlösung, sie eröffnet dem zahlenden Festspiel-Publikum nur gespenstische Reservate. Frida, Arne und Jonas sind unzuverlässige Zeugen, aber verlässliche Erfinder ihrer Freizeit. Den Kindertraum als Endlosschleife im Herzen, postulieren sie Blutsbrüderschaften in stereotyper Pflichtschuldigkeit - so macht sich "Der Häuptling ist einer, der Honig schätzt" als Satire über die Unbehaustheit des modernen Menschen her. In der psychologischen Druckkammer einer geisterhaften Wildwest-Retorte - abseits aller Debatten über Redfacing und kulturelle Aneignung - darf er als tapferer Stammeskrieger und schurkischer Revolverheld letztmals Edelmut beweisen. Doch bei der Suche nach Selbstoptimierung und permanenter Zerstreuung schmilzt seine Welt zu einem Ort voller Trauer und schrillem Witz.

"Nur das Auge gibt dem Körper Licht", das zweite Stück in Hergets jüngstem Dramen-Band, spiegelt die Reflexe einer verlorenen Generation in Zeiten pandemischer Unsicherheit wider: Nachdem das tückische Antilopenvirus das Land im Würgegriff hat, werden die unendlichen Gräberfelder einer Friedhofsmaschine zu Resonanzräumen und Projektionsflächen einer fragmentierten Gesellschaft, die auf ein Drittel der Bevölkerung zusammengeschrumpft ist. Aus rollenspielartigen Perspektivwechseln, diffusen Wahrnehmungen und kriminalistisch verschränkten Zeitebenen erwächst ein konspiratives Kaleidoskop quirliger Figuren, die das Impfdrama als prophetisch-fröstelnde Groteske festschreiben.

In den von Spott und Bigotterie gefärbten Theater-Burlesken, die jetzt erstmals als vollständig erweiterte Bühnenfassungen bereits veröffentlichter Hörspiele vorliegen, setzt der Autor der Banalität des Alltags schwarzen Humor und absurde Komik entgegen. Im Duktus hochtouriger Konversationskomödien holt sich das beschädigte Personal sein privates Glück einmal mehr über den zivilen Ungehorsam und das Mysterium der Imagination zurück, indem es der anarchischen Lust beim Erfinden aberwitziger Geschichten frönt.

Komplettiert wird die Sammlung durch eine Übersetzung des titelgebenden Dramas in die niederdeutsche Sprache.


Unterstütze den lokalen Buchhandel

Nutze die PLZ-Suche um einen Buchhändler in Deiner Nähe zu finden.

Postleitzahl
Veröffentlichung:09.01.2026
Höhe/Breite/GewichtH 19 cm / B 12 cm / 177 g
Seiten160
Art des MediumsBuch
Preis DEEUR 8.99
Preis ATEUR 9.30
Auflage1. Auflage
ISBN-13978-3-819-22512-3
ISBN-103819225129
EAN/ISBN

Über den Autor

Thomas Herget wurde 1964 in Frankfurt am Main geboren. Während seines ingenieurwissenschaftlichen Studiums (Kunststofftechnik und Maschinenbau an der Hochschule Darmstadt) publizierte er für Zeitungen im deutschsprachigen Raum. Literarische Förderpreise und Stipendien (Preisträger „Junges Literatur Forum Hessen“ 1987 und 1988, Residenz u. a. am Literaturinstitut Leipzig 1990). Journalistische Tätigkeiten für taz, Frankfurter Rundschau, Passauer Neue Presse und Junge Welt. Über Jahrzehnte zeichnete er als Kulturredakteur bei einem hessischen Stadtmagazin verantwortlich, heute schreibt er hauptsächlich für und über das Theater und den Hörfunk. In seiner Prosa und den teilfiktionalen Theater- und Hörstücken setzt Herget zwischenmenschlichen Katastrophen und der Banalität des Alltags oft schwarzen Humor und absurde Komik entgegen. „Wir aßen sie roh“ war im März 2020 der weltweit erste Dramentext, in dem das Coronavirus Erwähnung fand. Er lebt in der Nähe von Kiel.

Diesen Artikel teilen

0 Kommentar zu diesem Buch

Leserunde
Eine spannende Dystopie zum Thema Gentechnik
Bewerbungsfrist bis zum: 16.01.2026
Image