Was bleibt nach dem Lesen?
Kommentare
Thema: Was bleibt nach dem Lesen?
Ich habe gerade die letzte Seite gelesen... Schade, dass die Leserunde schon vorbei ist Ich bin froh, dass es ein gutes Ende nimmt und alles aufgelöst wurde, was noch im Raum stand. Das ist ja nicht immer so. Und auch wenn es vielleicht nicht immer realistisch ist, bin ich der Meinung, dass die normale Welt schon hart genug ist, da möchte ich wenigstens in Geschichten ein gutes Ende! Ist dir gut gelungen. Im Nachhinein bleibt für mich also die Erinnerung an eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, die es einem kurz erlaubt, in eine andere Welt einzutauchen.
Vielen Dank für Deine lieben Worte, liebe Juna! Dass Dich die Geschichte mitnehmen konnte und auch dass Dir das Ende gutgetan hat, macht mich besonders glücklich.
Danke Dir für die Teilnahme an dieser Leserrunde. Es war sehr aufregend für mich, die Kommentare vorzufinden und mich dazu zu positionieren. Ich nutze doch gleich noch die Chance nachzufragen: Du schreibst, dass nicht alles für Dich realistisch war. Das finde ich spannend und würde sehr gerne erfahren, an welchen Stellen Du vielleicht die Stirn gerunzelt hast oder kurz aus dem Leseflow gefallen bist. Solches Feedback hilft mir enorm, weil ich dadurch besser verstehe, wie bestimmte Szenen oder Entscheidungen bei Leserinnen und Lesern ankommen.
Liebe Lola, ich danke dir auch dafür, dass du so aufgeschlossen gegenüber unseren Kommentaren bist und auf alles wertschätzend eingehst!
Vor allem sind das die Schwankungen gewesen, die es für mich schwer gemacht haben. Beispiel: Eli ist im Liebesglück, dann passiert etwas (Tagebuch-Eintrag, Brief), dann kommt eine Krise. Das ist prinzipiell kein Problem, aber Eli war dann für mich als Leserin eher abgetaucht (Zeitsprung mit Tage bei der Mutter, Zeitsprung mit viel Lernen und Abends in der Bib). Dann trifft sie Nik wieder und sie reden quasi nichts miteinander außer einzelnen Worte. Man hat diese Konstellation der Reaktionen nicht ganz verstanden. Wäre dann nicht auch Emotion verloren gegangen? Das war ja schon immer eine längere Phase, in der es keinen wirklichen Kontakt gab. Aber danach war Eli sofort wieder on fire und es ging auf zum nächsten Hoch. Außerdem fand ich ihr "Ich liebe dich, Nik" ab der Stelle etwas überrumpelnd und hätte mir gewünscht, dass die beiden es sich persönlich sagen und nicht über den Chat.
Dafür fand ich aber die kleinen Side-Stories wirklich charmant. Der kleine Schlüsselanhänger etc. Es zeigt, wie viel Liebe und Hingabe du in die Geschichte gesteckt hast
Ich danke Dir für Deine ehrliche Rückmeldung, liebe Juna.
Die ruhigeren Phasen, in denen Eli quasi abtaucht, sollten zeigen, dass sie sich emotional bei Nik verankert. In ihr entsteht wieder Klarheit:
"War sie in Max verliebt? Sie hatte keine Ahnung. Vielleicht war sie das für einen kurzen, sehr stark hormongesteuerten Augenblick. Aber ich wollte ihn nicht lieben, stellte sie verblüfft fest. Ich will ja eine echte Beziehung! (...) Ich bin in Nik nicht verliebt… Ich liebe Nik!, sagte sie sich und spürte sogleich eine unbeschreibliche Weite in ihrer Brust. Sie blieb stehen. Wie sagte ihre Mutter noch, als sie sie fragte, was Liebe ist? Wenn man liebt, stellt man sich diese Frage nicht. Eli schlug die Hände vor den Mund. Ich liebe dich, Nik, flüsterte sie. Ihr Brustkorb vibrierte. Sie schloss die Augen und atmete tief ein. Es war irrelevant, ob er in ihrer Nähe oder gerade auf einer Insel lebte. Sie wusste, dass sie ihn liebte. So konnte sich nur Liebe anfühlen. So schmerzhaft und wunderschön zugleich. Mindestens ein Gespräch stand noch aus, beschloss sie. Nik wird sich melden. Ich muss Geduld haben."
Hier kommt Eli endlich zur Ruhe. Sie gibt die Hoffnung nicht auf. Sie lässt Liebe wachsen. Sie übt sich in Geduld. Sie gibt Nix den Freiraum, seine Enttäuschung zu überwinden.
Die Zeitsprünge habe ich bewusst gesetzt, um Raum zuzulassen, damit sich Dinge im Hintergrund entwickeln können, ohne alles auszuerwählen. Doch ich verstehe gut, Juna, dass manche Übergänge bzw. Zeitsprünge (28. Februar, 31. März und dann 10. April) für Dich etwas abrupt gewirkt haben.
Was den Chat betrifft: Für mich ist er eine wunderbare Form der Kommunikation. Eli und Nik sind in dieser Phase räumlich getrennt, aber emotional auf dem Weg zueinander. Die digitale Brücke kann da durchaus unglaublich intensiv sein. Vielleicht hat jemand aus der Leserunde hier selbst erlebt, wie aufregend und verbindend solche Nachrichten sein können? Beim Schreiben waren sie das für mich.
Umso schöner ist es für mich zu erfahren, dass die kleinen Details für Dich spürbar wären. Diese Elemente (das Geschenk an Nik) haben in der Schreibphase auf wundersame Weise zu mir gefunden. Fast schon magisch!
Nik nicht Nix
auszuerzählen statt auszuerwählen
[die Autokorrektur hat's gut gemeint; schade, dass man die Beiträge im Nachgang nicht bearbeiten kann]
Liebe Lola,
danke für deine Nachricht und die Einblicke in deine Gedankenwelt. Das klingt stimmig und ich kann mir vorstellen, dass das bei vielen heranwachsenden in einer Findungsphase so abläuft. Ich selbst war da eher ein anderer Typ, daher vielleicht meine Empfindungen. Ich finde den Austausch super wertvoll und bedanke mich für deine Zeit und Offenheit ????
Liebe Juna, danke für Deine Worte! Wirklich. Ernsthaft! Ich fühle mich bereichert.
So auch ich habe das Buch fertig gelesen und erstmal ein paar Tage ruhen lassen, bevor ich Dir diese Frage beantworte:
Also was bleibt:
- Für mich leider immer wieder die Unterbrechung des Leseflusses durch die Satzstellungen oder Worte, die so nicht ganz richtig passten.
- Und dann wäre da die Aussage: Liebe ist eine Entscheidung. Ja das ist es immer wieder. Und dazwischen kommen dann die quälenden Fragen: Ist die Entscheidung richtig? Ist er / sie der richtige Partner / die richtige Partnerin für mich? Hätte ich doch ... - Die Gedanken von Eli eben kurz vor Schluss, als sie die Torschlußpanik bekommt. Und dann gibt es noch die Fragen, die Lu quälen: Bin ich gut genug? Wird der andere / die andere bei mir bleiben? Vielleicht findet er / sie noch jemand schöneren, besseren, geduldigeren ... . Und total genial: Max, der am Anfang mit seiner Liebe, seinem Verlangen nicht umgehen kann, ist nun die Ruhe in Person. Und auch diese Zeiten gibt es in einer Beziehung - zum Glück und hoffentlich sind das die meisten. Total toll in das Buch eingearbeitet.
- Und dann bleibt von SEite 73: Wenn sich nicht die Mutter um ihre Tochter, sondern die Tochter um ihre Mutter kümmert, ist die Überforderung der Tochter vorprogrammiert. Sie lernt, zu geben, verlernt es aber, selbst zu empfangen. Da hast du bei mir den Nagel auf den Kopf getroffen. Das hat bei mir wirklich was bewegt und ich hab mir schon Bücher ausgesucht, die ich mir nächste Woche in der Bücherei ausleihen möchte, um genau dieses (mein) Thema anzugehen.
Danke, dass ich hier dabei sein konnte und mitlesen und kommentieren durfte. Danke, dass Du Dich doch nicht rausgenommen hast, sondern uns an Deinen Gedanken hast teilhaben lassen. Danke auch für die Kommentare von Monti und Juna.
Doch eine Frage hab ich noch: Auf dieser Seite war das meine erste Leserunde und hattest Du nicht 8 Bücher verschickt. Denn mit Dir waren wir doch nun nur zu viert, oder ist da was schief gegangen?
Liebe Ela,
zuerst einmal danke ich Dir von ganzem Herzen für Deine ausführliche Rückmeldung und Deine so aufmerksame, ehrliche Lektüre. Ich bedaure, dass der Lesefluss für Dich an einigen Stellen ins Stocken geraten ist. Gleichzeitig freue ich mich sehr, dass die Quintessenz der Geschichte bei Dir so klar angekommen ist.
Mir war es wichtig, Liebe als bewusste Entscheidung darzustellen und sie deutlich von der Verliebtheit abzugrenzen. Dass Du genau die Aspekte wie all die quälenden Fragen und Zweifel herausgegriffen hast, bedeutet mir viel.
Ebenso berührt mich, dass das Thema Parentifizierung bei Dir etwas ausgelöst hat. Dass Du Dich darauf eingelassen hast und sogar Schritte für Dich daraus ableitest, ist für mich das größte Geschenk, das eine Leserunde geben kann.
Danke auch für Deine aktive Teilnahme. Deine Gedanken und Deine Offenheit haben die Runde unglaublich bereichert. Ich selbst bin auch daran gewachsen.
Zu Deiner Frage: Ich habe insgesamt sechs Exemplare verschickt. Drei der sechs Leser:innen waren hier aktiv dabei. Da dies meine erste Leserunde war, möchte ich keinen Druck aufbauen, würde mich aber sehr freuen zu erfahren, ob auch Atomteil, Littlechosbookshelf und Ourbooksoflife inzwischen mit dem Buch begonnen haben und wie Euer erster Eindruck ist.
Dir, liebe Ela, ein großes, aufrichtiges Dankeschön für Deine Energie, Deine Zeit und Deine Bereitschaft, Dich einzubringen. Es war mir eine Freude, Dich dabeizuhaben.
Herzlich,
Lola
