
Titel: Unterhaltsamer Cosy Crime, der allerdings noch „durchgewischt“ hätte werden sollen
„Der Tod wischt mit – Tilly Blich ermittelt“ ist der zweite Band der Reihe rund um die von Autor Andreas Suchanek erschaffene Putzfrau und Hobbyermittlerin Tilly Blich.
Das Cover mit Wischmop, Eimer und dem Bassett vor der Straßen-Kulisse inklusive Fachwerkhaus ist sehr ansprechend. Es drückt hervorragend die wichtigsten Eckpunkte des Buches aus. Toll ist dazu auch der Buchrücken gestaltet, der im Bücherregal sicher ins Auge fallen wird. Sehr gelungen ist außerdem der Wiedererkennungseffekt zum ersten Band.
Im Innenteil fällt sofort die Gestaltung mit Pfotenabdrücken und Wasserflecken bzw. Putzmittelspritzern auf. Ein liebevolles Detail, das das Gesamterscheinungsbild gekonnt abrundet.
Tilly Blich muss ihre Putzfirma weiter etablieren. Dies möchte sie unter anderem mit einem Auftrag im ortsansässigen Gymnasium erreichen. Allerdings stößt sie dort ausgerechnet auf die Leiche des Direktors. Wenig hilfreich für ruhige Putzstunden ist zudem, dass sich nach und nach weitere Abgründe auftun, die nicht nur die Gegenwart betreffen. So stecken Tilly und ihr Team Gerdy, Leon und Antonia nicht nur schnell mitten im Geschehen, sondern auch den Ermittlungen.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und mit amüsanten Details versehen, die nur manchmal etwas in den Bereich des Klamauks abrutschen. Klischees werden reichlich bedient und mit ihnen gespielt, wobei dies auf unterhaltsame und nicht herabwürdigende Weise geschieht.
Die Figuren Tilly und auch ihr Team sind sehr sympathisch und glaubwürdig dargestellt. Insgesamt wirken die Charaktere realistisch und rufen beim Leser in gewünschtem Maße Sympathien bzw. Antipathien hervor. Die Spannung im Mordfall bleibt auf jeden Fall über die Seiten hinweg bestehen. Von der Personenzahl bleibt es zwar recht übersichtlich, aber die Auflösung ist nicht vorhersehbar.
Persönlich hätte ich es gut gefunden, wenn vor Veröffentlichung nochmal jemand durchs Buch „gewischt“ hätte. So wären einige Schreib- und Logikfehler vermeidbar gewesen. Auch das bisweilen etwas überschäumende Erzähltalent des Autors hätte dadurch in Bahnen gelenkt werden können, die die Geschichte runder und trotzdem nicht langweiliger werden lassen hätte können.
Am Ende bleibt zu sagen, dass für mich im Geschehen und der Geschichte nicht alles rund ist. Trotzdem war der Cosy Crime spannend zu lesen und der Schluss nicht vorhersehbar, so dass mich die Auflösung überrascht hat und sogar noch ein Cliffhanger für den nächsten Band gesetzt wurde.